1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Garmisch-Partenkirchen

Biden teilt Partenkirchen: Ortsdurchfahrt abgeriegelt – Familien getrennt

Erstellt:

Von: Christian Deutschländer, Katharina Brumbauer

Kommentare

Joe Bidens Limousine „The Beast“ rauscht bei der Abreise vom G7-Gipfel in Elmau durch Garmisch-Partenkirchen.
Joe Bidens Limousine „The Beast“ rauscht bei der Abreise vom G7-Gipfel in Elmau durch Garmisch-Partenkirchen. © Philipp von Ditfurth/dpa

Die Ortdurchfahrt in Garmisch-Partenkirchen wurde wegen der Abreise von US-Präsident Biden vom G7-Gipfel gesperrt. Familien wurden getrennt.

Garmisch-Partenkirchen – Wegen der Abreise von US-Präsident Joe Biden vom G7-Gipfel in Elmau haben Einheimische wie Besucher rund eineinhalb Stunden die durch Garmisch-Partenkirchen führende B 2 nicht überqueren können. Ein Teil Partenkirchens war am Dienstagvormittag regelrecht abgeschnitten. Dies- wie jenseits der durchgehenden und von starken Polizeikräften gesicherten Absperrung sammelten sich Menschen, die auf der jeweils anderen Seite einkaufen oder arbeiten wollten.

Ortsdurchfahrt in Partenkirchen wegen US-Präsident Biden gesperrt: Pflegedienste kamen nicht durch

Besonders Pflegedienste standen vor einem Problem – sie kamen nicht durch zu ihren Patienten, die zu Hause auf Infusionen und Insulinspritzen warteten. „Das ist Wahnsinn“, sagte Margarita Vollmer vom gleichnamigen Pflegedienst. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigte Verständnis für den Unmut. Die Zusammenarbeit mit dem Secret Service, der den US-Präsidenten schützt, sei nicht einfach, sagte er später bei der Bilanz-Pressekonferenz. Angaben seien oft vage, dann die langen Straßensperrungen: „Das ist eine Zumutung für die Bevölkerung. Das ist nicht normal. Das bedaure ich“, so Herrmann.

Dennoch nahmen es die Betroffenen überwiegend stoisch, teils mit Galgenhumor hin. Einige räumten zwar ein: „Das nervt schon“ – um im nächsten Atemzug erleichtert zu sagen: „Aber bald ist es ja vorbei.“ Die Straßensperrung führte auch dazu, dass Familien vorübergehend getrennt wurden: Ein Enkel rief traurig nach seiner Oma auf der anderen Seite. Eine Frau hingegen überbrückte die Wartezeit mit einer extra gekauften Klatschzeitschrift – sie wollte sich eigentlich mit ihrer Schwester und einer Freundin treffen, die auf der anderen Straßenseite standen.

Partenkirchen bei Abreise von US-Präsident Biden geteilt: Mutter darf zu ihrem Kind

Obwohl in der rund eineinhalbstündigen Phase mit der höchsten Sicherheitsstufe noch nicht einmal mehr Polizeikräfte die fast durchgängig von Gittern gesäumte Straße überqueren durften, machten die Beamten zumindest in einem Fall eine Ausnahme: Eine junge Mutter durfte hinübereilen. Sie hatte nur schnell ein Brot gekauft – und ihr kleines Kind derweil in der Wohnung alleine zurückgelassen.

Der Konvoi selbst rauschte innerhalb einer Minute an den Schaulustigen vorbei. Anders als bei der Hinfahrt saß Biden diesmal in seiner berühmten Limousine, dem rollenden Bunker „The Beast“. Der Präsidenten-Helikopter „Marine One“ brachte Biden dann vom Flugplatz Ohlstadt zum Münchner Flughafen. Wenig später hob dort die Airforce One in Richtung Madrid ab, wo heute der Nato-Gipfel startete. kb/cd/be

Auch interessant

Kommentare