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G7-Gipfel in Schloss Elmau: Zahlreiche Parkplätze gesperrt, etliche Ausflugsziele geschlossen

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Von: Tanja Brinkmann

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Nichts geht mehr am Kainzenbad: Der halbe Parkplatz ist wegen des G7-Gipfels bis 1. Juli gesperrt.
Nichts geht mehr am Kainzenbad: Der halbe Parkplatz ist wegen des G7-Gipfels bis 1. Juli gesperrt. © Sehr

Wegen des G7-Gipfels 2022 in Elmau sind in Garmisch-Partenkirchen zahlreiche Parkplätze und Freizeitangebote gesperrt. Beschwerden halten sich bislang in Grenzen.

Garmisch-Partenkirchen – Die Einschränkungen, enorm. Wer in dieser und noch in der kommenden Woche in Garmisch-Partenkirchen einen Parkplatz sucht, tut sich hart. Auch wer wandern oder schwimmen gehen möchte, muss seinen Ausflug akribisch planen. Der G7-Gipfel 2022 in Elmau, der von Sonntag, 26., bis Dienstag, 28. Juni, stattfindet, wirft seine Schatten voraus.

„Was für ein Einschnitt in das Leben der Landkreisbürger“, empört sich ein Facebook-Nutzer in der Gruppe „Du kommst aus Garmisch-Partenkirchen, wenn...“. Damit spricht er vielen aus der Seele. Gerade denen, die in der Marktgemeinde wohnen. Dass der Bereich rund um den Austragungsort hermetisch abgeriegelt wurde, erstaunt kaum jemanden.

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Viele Parkplätze und Ausflugsziele gesperrt

Dass aber fast alle Parkplätze in Garmisch-Partenkirchen für die G7-Einsatzkräfte blockiert sind, etliche Ausflugsziele, wie die Partnachklamm, und Freizeitangebote, wie das Alpspitz-Wellenbad, wegen des Treffens der Staatschefs der sieben mächtigsten Industrienationen der westlichen Welt geschlossen sind, sorgt für Unmut – vor allem in sozialen Medien und persönlichen Gesprächen. Bei offizieller Seite sind bisher kaum Beschwerden angekommen. „Das wundert uns auch“, sagt Rathaussprecherin Silvia Käufer-Schropp. Offenbar „ist die Geduld unserer Bürger nicht zu unterschätzen.“

Geduld ist tatsächlich gefragt. Vor allem bei der Parkplatzsuche. Nach Auskunft der Marktgemeinde sind die Stellflächen am Alpspitz-Wellenbad, Eisstadion, an der Fürstenstraße, am Hausberg. Kongresshaus, Skistadion und Wittelsbacher Park komplett gesperrt. Und das mindestens bis Ende Juni, teilweise gar bis Mitte Juli. Die am Kainzenbad, Friedhof Partenkirchen und Rathaus stehen nur teilweise zur Verfügung. Der Parkplatz am Marienplatz bleibt während der drei Gipfel-Tage geschlossen.

Wegen Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen keine Besucherlenkung zur G7-Zeit möglich

Auch an den Talstationen der Kreuzeck- und Wankbahn geht momentan nichts. „Zum Glück haben wir den Parkplatz am Eibsee komplett für uns“, sagt Klaus Schanda, Marketing-Chef der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Nachdem die Anreise mit der Bahn nach dem tragischen Zugunglück bei Burgrain nach wie vor nicht möglich ist, „funktioniert eine Besucherlenkung nicht“.

Schanda geht allerdings wie Michael Gerber, Geschäftsführer von GaPa-Tourismus, davon aus, dass diese auch nicht nötig ist. „Die Kommunikationsstrategie der Polizei, die rät, Garmisch-Partenkirchen weiträumig zu umfahren, geht voll auf, der Tagesgast meidet unseren Ort.“ Er und seine Kollegen stellen sich daher auf zwei entspannte Wochen ein. Die Bergbahnen fahren trotzdem wie gewohnt. Einzige Ausnahme: die Alpspitz- und Hochalmbahn. „Bei denen machen wir jetzt ganz in Ruhe Revision.“

G7-Gipfel in Elmau: Polizei mietet Eckbauerbahn

Nichts geht dagegen bei der Eckbauerbahn, die bis 28. Juni von der Polizei gemietet wurde. Von der Bergstation gelangt man schließlich in einer etwa dreistündigen Wanderung nach Elmau. Rund um das Schloss ist aber seit Sonntagmorgen eine vier Quadratkilometer große Sperrzone eingerichtet.

Unter anderem mit der Eckbauerbahn, die ihre Fahrgäste in Sechser-Gondeln auf 1236 Meter Höhe bringt, sollen Polizeibeamte Teile ihres Einsatzgebietes leichter erreichen. „Die Anmietung der Eckbauerbahn durch die Polizei dient zur Kräfteverlastung in den Einsatzraum“, teilte die Polizei auf dpa-Anfrage mit. Dies sei auch bei dem G7-Gipfel 2015 so gehandhabt worden.

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Ebenfalls geblockt sind sämtliche Stellflächen und Bushaltestellen entlang der B 2 zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald. „Aufgrund von polizeilichen Verkehrsmaßnahmen“, erklärt Kriminaloberkommissarin Lisa Hierl von der G7-Pressestelle. Dabei handele es sich größtenteils um Aufstellflächen für Polizeikräfte.

Tourismuschef erhofft sich positive Effekte

Bislang wurden Hierl zufolge keine Strafzettel verteilt. Wäre durchaus möglich gewesen, allein am Samstag standen etliche Privatautos auf den gesperrten Parkplätzen am Kainzenbad. Genau wie in Gerold, wo ähnlich wie in anderen umliegenden Orten, sämtliche Stellflächen geblockt sind. Beschwerden darüber sind bei den Beamten bislang nicht eingegangen.

Genau wie bei Wotan Lichtmeß, Vorstand der Gemeindewerke: „Die Leute nehmen’s in Kauf.“ Er versucht, die Ortsbusse, die auch die Talstationen der geöffneten Bergbahnen ansteuern, möglichst planmäßig fahren zu lassen. „Eine Garantie kann ich aber nicht geben.“ Situationsabhängig könne es auch ad hoc zu Ausfällen oder Routenänderungen kommen.

Gerber hofft jetzt auf schöne Bilder, die vom G7-Gipfel in die Welt gesendet werden. „Nach zwei Jahren Pandemie sind wir bei den internationalen Gästen noch nicht auf dem Stand, auf dem wir waren.“ Durch besagte Fernsehaufnahmen erhofft er sich „mehr Wahrnehmung“. Negative Auswirkungen erwartet er hingegen nicht von den Einschränkungen, die Gäste und Ausflügler aktuell in und um Garmisch-Partenkirchen hinnehmen müssen. „Ich glaube, alle können die augenblicklichen Vorkehrungen einordnen.“

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