Eine Person drückt im Aufzug auf eine Taste
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Ein technischer Defekt kommt bei dem Aufzug-Unfall in Frage.

Schockmoment in Pflegeheim

Albtraum im Aufzug: Erst knallt es, dann stürzen zwei Männer mit Fahrstuhl ab - Ursache steht fest

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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So etwas möchte niemand erleben: Zwei Mitarbeiter des Lenzheims in Garmisch-Partenkirchen sind mit dem Aufzug abgestürzt. Inzwischen sind die beiden Hausmeister aus dem Krankenhaus entlassen worden.

  • Der Unfall hätte ein schlimmeres Ende nehmen können: In einem Pflegeheim in Garmisch-Partenkirchen ist ein Aufzug in die Tiefe gerasselt. Zwei Mitarbeiter hielten sich im Fahrstuhl auf.
  • Die beiden betroffenen Männer erlitten Verletzungen im Wirbelsäulenbereich.
  • Genauere Untersuchungen im Schacht konnten noch nicht stattfinden.

Update, 14. Oktober, 19.30 Uhr:
Dieter Janßen ist erleichtert. Die beiden Hausmeister des Lenzheims in Garmisch-Partenkirchen, die am Montag mit dem Aufzug abgestürzt waren, sind am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen worden – voraussichtlich ohne bleibende Schäden davonzutragen. Wie der Regionalleiter der Rummelsberger Diakonie, Träger der Pflegeeinrichtung, mitteilt, hat der TÜV den Fahrstuhl bereits wieder freigegeben. Samt einer Bescheinigung, dass die Diakonie sowohl Wartung als auch die damit verbundene Dokumentation vorbildlich abwickelt.

Mittlerweile steht fest, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Im Gegensatz zu den ersten Informationen ist das Ganze weniger dramatisch abgelaufen. Die zwei Techniker waren vom dritten Stockwerk nach unten unterwegs gewesen. Auf den b gab es einen technischen Defekt, heißt es in der Mitteilung der Diakonie. In der Folge landete der Aufzug unsanft auf den vorgesehenen Gummipuffern. Der Defekt bei dem über eine Hydraulik gesteuerten und von unten gestützten Fahrstuhl ist laut Betreiber unwahrscheinlich. Die Kabine wurde nicht beschädigt.

Erstmeldung:
Garmisch-Partenkirchen – Von einem solchen Erlebnis handeln nicht wenige Albträume: Steckenbleiben in einem Aufzug. Was zwei Mitarbeitern des Lenzheims in Garmisch-Partenkirchen am Montag widerfahren ist, steigert die Dramatik dieser Vorstellung nochmals enorm: Die beiden sind mit einem Aufzug sogar ein paar Stockwerke abgestürzt. „Sie hatten dabei wirklich Glück“, betont Markus Stückl, Sprecher der Polizeiinspektion in Garmisch-Partenkirchen. Denn bis auf Prellungen im Wirbelsäulenbereich kamen der 40- und der 50-Jährige relativ glimpflich davon. Zwar mussten beide nach dem Zwischenfall ins Klinikum gebracht und dort auch stationär zur Beobachtung versorgt werden, „aber mit bleibenden Schäden ist nicht zu rechnen.“

Was genau am Montagvormittag geschehen ist, das kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Wir wissen nicht, ob da ein Seil gerissen oder etwas anderes passiert ist“, betont der Sprecher. Genauere Untersuchungen im Aufzugschacht konnten bisher nicht stattfinden. „Ein technischer Defekt kommt aber in Frage.“ Als Fachbehörde wird der Technische Überwachungsverein TÜV diese Analyse vorantreiben.

Zwölf Meter in die Tiefe gestürzt ist ein Arbeiter in einem Aufzug in Ingolstadt. Der Mann starb - die Staatsanwaltschaft hat eine Prüfung angeordnet. Ein grausamer Unfall ereignete sich auch in Hamburg. Ein Techniker reparierte einen Fahrstuhl, als sich der Aufzug aus noch ungeklärter Ursache löst und herabstürzt.

Aufzug-Absturz in Garmisch-Partenkirchen: Erst ein Knall, dann der Aufprall

Bekannt ist bisher, dass die beiden Insassen gegen 10 Uhr vom dritten Stock der Pflegeeinrichtung mit dem Lift in den Keller fahren wollten. Gegenüber den Beamten schilderten sie den Hergang wie folgt: Das Gefährt habe sich in Bewegung gesetzt, dann habe es einen Knall gegeben, danach sei der der Aufzug immer schneller geworden. Bis zum Aufprall auf der Bodenplatte. „Wie hoch der Aufzug tatsächlich gefallen ist, können wir nicht sagen.“ Das muss erst das Unfall-Gutachten ergeben.

Die Feuerwehr Partenkirchen befreite die beiden Mitarbeiter des Altenpflegeheims daraufhin aus dem Aufzug und dem Schacht. Mit rund 25 Einsatzkräften war sie an die Reintalstraße ausgerückt. Die Versorgung der Verletzten übernahm der Rettungsdienst, der mit zehn Mitarbeitern an der Unfallstelle vertreten war. Was bleibt, ist ein Schockmoment – glücklicherweise ohne schlimmere Folgen.

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