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Gezählte Tage: 2019 soll die Kreissparkassen-Zweigstelle in Partenkirchen geschlossen werden.

Jetzt erst klar, wie schlimm Geldsorgen sind

Krass: Sparkasse Garmisch-Partenkirchen schließt Filiale in Partenkirchen

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Die Sorgen der Bürger hatten Josef Angelbauer (Freie Wähler) veranlasst, sich gegen die drohende Schließung der Sparkassen-Filiale in Partenkirchen zu stellen. Erfolg hatte er damit nicht.

Garmisch-Partenkirchen – Zwei Millionen Euro – eine stolze Summe. Die muss die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen einsparen. Und zwar aktuell fast jedes Jahr. Die Prognose, die Vorstandsvorsitzender Peter Lingg im Gemeinderat präsentierte, reichte bis ins Jahr 2022. „Um unter diesen Bedingungen bestehen zu können, sind unpopuläre Entscheidungen nötig.“ Dazu zählt auch, Filialen zu schließen. Die Zweigstelle in Partenkirchen war es jetzt, die zur Einladung von Lingg und seiner Vorstandskollegin Grit Fugmann ins Rathaus geführt hatte.

Josef Angelbauer.

Nachdem viele Bürger mit der Bitte, diese Schließung doch noch abzuwenden, an Josef Angelbauer (Freie Wähler) herangetreten waren, hatte er namens seiner Fraktion einen entsprechenden Antrag ans Gremium eingebracht. Den Populismus-Vorwurf von Florian Hilleprandt (CSB) – „die Zuständigkeit liegt hier nicht beim Gemeinderat“ – wies Angelbauer von sich. Schließlich gelte es, ein Stimmungsbild aus der Gemeinde an die Vertreter im Verwaltungsrat mitzugeben. In dem Fall richtet sich dieses an die Bürgermeister Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Wolfgang Bauer (CSU).

Zumal man auch beim Sparen irgendwann an Grenzen stoße. Von ehemals sechs Filialen der Kreissparkasse in Garmisch-Partenkirchen gibt es aktuell noch zwei – die an der Ludwigstraße, die aber, sofern man nicht früher einen Nachmieter findet, zum 30. November 2019 geschlossen wird, sowie die Zentrale an der Bahnhofstraße. Dazu kommen drei SB-Standorte.

Vorhaltungen, dass diese unschönen Entwicklungen mit dem Neubau zusammenhängen – „dieser Palast ist in diesem Zusammenhang nur schwer zu verstehen“, unterstrich Alexandra Roos-Teitscheid (parteifrei) –, wies Lingg von sich. „Diese Entscheidung stammt aus den Jahren 2009 bis 2011.“ Damals sei der Kreissparkasse vom gemeindlichen Bauamt ein Riegel vorgeschoben worden: „Der Altbestand war nicht länger nutzbar, wir mussten handeln.“

Peter Lingg.

Die gescheiterte Fusion mit den Vereinigten Sparkassen Weilheim, zu denen auch Murnau gehört, und der Kreissparkasse Schongau zur Sparkasse Oberland wollte Lingg nicht noch einmal aufwärmen. Nur dazu ließ er sich hinreißen: Er und der damalige Chef Georg Fink hatten sich klar dafür ausgesprochen. Der politische Wille war ein anderer, weshalb die Verhandlungen letztlich geplatzt waren. „Das ist die Situation, mit der wir umgehen müssen“, betonte Lingg. „Das immer wieder zu hinterfragen, bringt überhaupt nichts. Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen.“

Auch deshalb wird an dem Beschluss, die Filiale in Partenkirchen neben der in Farchant und Oberau – diese beiden sind in diesem Sommer an der Reihe – zu schließen, nicht mehr gerüttelt. „Wir verstehen, dass das schmerzt“, sagt Fugmann. Schließlich fungieren diese auch als soziale Treffpunkte. „Aber wir müssen gemeinsam durch diese Talsohle kommen.“ Der Auftrag an die Kreissparkasse, rechtlich selbstständig zu bleiben, sei klar formuliert. „Den könnten wir nicht erfüllen, wenn die Mannschaft nicht so hinter uns stehen würde.“ Ein ähnliches Verständnis erhofft sie sich von den Kommunalpolitikern und den Kunden.

Nachdem der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat in puncto Kreissparkasse nichts zu sagen hat, empfahl Meierhofer, Angelbauers Antrag abzulehnen. Das geschah dann auch mit 23:5-Stimmen. Entscheidungen über die künftige Ausrichtung des Geldinstituts trifft schließlich allein der Verwaltungsrat.

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