70-Jähriger erlitt Schädel-Hirn-Trauma

Oberauer stirbt nach Sturz beim Skifahren

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Garmisch-Partenkirchen - Ein schlimmer Unfall hat sich im Skigebiet Garmisch Classic ereignet. Dabei kam ein Oberauer (70) ums Leben. Zugleich müssen sich Bergbahn und Polizei mit einem Thema befassen, das weitere tragische Nachrichten mit sich bringen könnte, wenn Wintersportler nicht zur Vernunft kommen.

Einen schönen Tag wollte der Oberauer auf den Garmischer Skipisten verbringen. Gut ausgerüstet war er dafür, auch einen Helm hat er getragen. Doch hat dieser das tragische Unglück nicht verhindert. Der 70-jährige Mann stürzte, erlitt laut Polizei ein Schädel-Hirn-Trauma. Nun ist er gestorben.

Am Dienstagvormittag gegen 10 Uhr fuhr der Oberauer im Bereich des Tröglliftes im Skigebiet Garmisch Classic auf einer für den Skibetrieb noch nicht freigegebenen Piste. An der Querung der Abfahrt mit einem Skiweg kam es aus bislang ungeklärter Ursache zu dem Sturz. Offenbar war der Polizei Garmisch-Partenkirchen zufolge keine weitere Person an dem Unfall beteiligt. Die Rettungskräfte der Skiwacht reanimierten den Oberauer noch vor Ort und brachten ihn umgehend ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Aufgrund seiner schweren Verletzungen wurde er ins Unfallklinikum Murnau verlegt. Doch starb er dort am Mittwoch.

BZB hat ausreichend Schilder aufgestellt

Keinerlei Schuld sieht die Polizei bei der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Ein Beamter hat vor Ort kontrolliert, ob die Pistensperrung für jeden gut zu sehen war. Und er ist Hauptkommissar Josef Grasegger zufolge zum Schluss gekommen: „Alles war ausreichend ausgeschildert.“

Das gilt auch in einem weiteren Thema, das alle Beteiligten zutiefst besorgt – weil sie befürchten, vielleicht bald wieder von einem tragischen Unglück auf den Pisten berichten zu müssen. Ein Unglück, das sich so leicht vermeiden ließe. Würden nicht so viele Wintersportler Beschilderungen und vor allem Gefahren ignorieren.

Bereits mehrmals in dieser Woche haben sich Mitarbeiter der Zugspitzbahn bei der Polizei gemeldet. Offenbar waren Tourengeher weit nach Ende des Skibetriebs auf den Pisten unterwegs – trotz ausdrücklicher Sperrung während der Präparierung – und kollidierten mit dem Zugseil der Pistenraupen. Allein dem Glück ist es wohl zu verdanken, dass sich keiner schwer verletzt zu haben scheint.

Blutspuren auf der frisch präparierten Piste

Der jüngste Vorfall ereignete sich laut Polizei am Mittwoch gegen 19.45 Uhr auf der Kochelberg-Abfahrt. Drei Tourengeher fuhren gerade den Hang hinunter, als nach Aussage der BZB-Mitarbeiter zwei aus der Gruppe das Stahlseil berührten und stürzten. Doch sie standen sofort wieder auf und fuhren weiter. Nicht ganz so glimpflich ging wohl eine Kollision mit dem Seil am Dienstagabend aus. Gegen 21.30 Uhr stellte ein BZB-Mitarbeiter Blutspuren auf der frisch präparierten Piste fest. Ein bislang unbekannter Skifahrer war nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei ebenfalls in das Stahlseil geraten und hat sich vermutlich verletzt. Ein Team der Bahn suchte noch in der Nacht die Abfahrt nach ihm ab, fand aber niemanden. Ein Handschuh, sagt Peter Huber, lag noch da.

Der BZB-Vorstand dürfte sich fühlen wie eine Gebetsmühle. Winter für Winter mahnt er, Tourengeher mögen sich an die Sperrungen und an die Anordnung der Marktgemeinde halten. Demnach bleiben die Pisten unter anderem während Präparierungsarbeiten tabu. Verstöße werden mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro geahndet. Offenbar zu wenig, auch alle Appelle an die Vernunft verhallen scheinbar im Nichts. „Das Problem steigt und steigt“, sagt Huber. Er fühlt sich alleine gelassen von den Sicherheitsbehörden, in diesem Fall der Gemeinde. Von ihr wünscht er sich effektive Kontrollen am Berg. Sonst sieht er nur eine Lösung – die natürlich keine ist. „Es muss noch viel mehr passieren.“ Erst dann denken die Leute wohl um. „Es ist Wahnsinn“, sagt Polizeisprecher Grasegger. „Die Menschen begeben sich in Lebensgefahr.“

Rubriklistenbild: © dpa

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