Rauf auf den Berg: Tourengeher am Hausberg in Garmisch-Partenkirchen. Das Foto entstand am vergangenen Samstag.
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Rauf auf den Berg: Tourengeher am Hausberg in Garmisch-Partenkirchen.

Neues Konzept am Hausberg und Kreuzeck

Erste Bewährungsprobe bestanden: Ausflügler akzeptieren Parkgebühren

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Sowohl die Bayerische Zugspitzbahn als auch die Polizei sind zufrieden: Die neuen Parkplatz-Gebühren am Hausberg und Kreuzeck in Garmisch-Partenkirchen wurden am ersten Wochenende gut angenommen. Eine Herkulesaufgabe ist es jedoch, die vielen Winter-Ausflügler für die Natur zu sensibilisieren. Nachhilfe dazu gibt Comedian Harry G.

Garmisch-Partenkirchen – Mit einem Wintertraum wie aus dem Bilderbuch konnte das Werdenfelser Land am vergangenen Wochenende zwar nicht aufwarten. Aber die Aussicht auf schneebedeckte Hänge, schönes Wetter und Erholung in der Natur lockte dennoch viele Wintersportler, vor allem Tourengeher, in die Berge. Die beiden großen Parkplätze am Hausberg und Kreuzeck in Garmisch-Partenkirchen waren gut belegt – aber nicht vollbesetzt. „Es war noch Platz“, berichtet Carolin Kunzmann aus der Marketing-Abteilung der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Insgesamt wurden an den drei Tagen (Freitag bis Sonntag) rund 1000 Fahrzeuge gezählt.

BZB zieht positives Fazit

Die entscheidende Neuerung, die bereits im Vorfeld für eine kontroverse Debatte gesorgt hatte: Erstmals wurden Parkgebühren verlangt – und anscheinend bereitwillig bezahlt. „Die Stimmung war größtenteils gut“, sagt Kunzmann, die ein positives Fazit zieht. Nur sehr selten habe es Beschwerden gegeben. Die meisten Besucher seien dankbar gewesen, dass die Toilettenanlagen geöffnet waren, obwohl die Bergbahnen und Skilifte stillstehen. Viele Einheimische kamen der BZB-Mitarbeiterin zufolge mit dem Fahrrad – offenbar um sich das Tagesticket zu sparen. Wie berichtet, kostet dieses 15 Euro beziehungsweise fünf Euro für all diejenigen, die eine Saison- oder Jahreskarte besitzen. Dafür wird auf den Arealen geräumt und gestreut. Kassierer und Parkwächter stellt eine beauftragte Sicherheitsfirma.

Auch die Polizei ist zufrieden: „Wir haben keine Probleme gehabt“, bilanziert Markus Stückl, Sprecher der Polizeiinspektion. Lediglich vereinzelt hätten Gäste versucht, die Kosten zu umgehen, und ihre Autos im Umfeld abgestellt.

Reaktion auf Ausflugsansturm

Das Parkplatz-Konzept, das für die Zeit des Ski-Lockdowns (vorerst bis zum 10. Januar) gelten soll, ist bekanntlich eine Reaktion der Marktgemeinde, der BZB und von GaPa Tourismus auf den Ausflugsansturm. Ein Problem ist aber damit noch nicht aus der Welt geschafft: der mitunter respektlose Umgang mit der Natur, den einige „schwarze Schafe“ unter den Erholungssuchenden an den Tag legen. Einen Vorgeschmack darauf, welche Folgen der Übertourismus mit sich bringt, bekam der Landkreis bereits heuer im „Urlaub dahoam“-Sommer. Jetzt im Winter droht Ähnliches.

Aus diesem Grund hat die Bayern Tourismus Marketing GmbH, die offizielle Vermarktungsgesellschaft der Tourismus- und Freizeitwirtschaft im Freistaat, eine Kampagne gestartet, die aufklären und sensibilisieren soll. Den Auftakt machte ein Videoclip des Kult-Grantlers Harry G – das Alter Ego des Münchner Kabarettisten und Schauspielers Markus Stoll. Das Facebook-Filmchen wurde in Garmisch-Partenkirchen im Hausberg-Gebiet gedreht. Darin spöttelt Harry G in gewohnter Weise mit derben Sprüchen über die egoistischen Naturfrevler. „So viel Wintersport-Grattler wie dieses Jahr haben die Berge noch nie gesehen“, stellt er fest. Doch hinter dem Klamauk steckt eine ernste Botschaft: Passt bitte auf die Natur auf und nehmt Rücksicht auf die Wildtiere!

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