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Im Abrams in Garmisch-Partenkirchen werden Abstriche genommen. 

Alle in Quarantäne

Abrams: 12 Bewohner mit Corona infiziert - jetzt liegen alle Test-Ergebnisse vor

  • Manuela Schauer
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  • Christian Fellner
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Die Experten haben schon von Anfang an gesagt, dass Flüchtlingseinrichtungen gefährdet sind. Jetzt ist der Fall eingetreten. Zwei Unterkünfte im Landkreis vermelden Corona-Infizierte. 

Update, 11. Mai, 19.35 Uhr: 

Es bleibt bei 14 Corona-Fällen in den Asylbewerber-Unterkünften in Oberau (2) und Garmisch-Partenkirchen (12). Diese positive Nachricht verkündete Stephan Scharf, Pressesprecher im Landratsamt, am Montagnachmittag. „Es sind alle Testergebnisse da.“ Von einer größeren Cluster-Bildung in einer der Einrichtungen ist somit nicht mehr auszugehen. „Natürlich werden die Bewohner weiter beobachtet, ob sie Symptome entwickeln“, sagt der Behördensprecher. 

Insgesamt 82 Personen waren in Oberau einem Abstrich unterzogen worden, in der Unterkunft auf dem Abrams-Gelände in Garmisch-Partenkirchen erfolgten Tests bei rund 160 Bewohnern wie auch bei den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes und dem Personal. Zusammen an die 200 Personen. „Auf diese Tests habe ich persönlich gedrängt“, betont Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Wie sich zeigte nicht ohne Grund: Einer der Security-Angestellten stellte sich nach den Tests als infiziert heraus. Gehandelt wurde umgehend. „Er kommt aus München und befindet sich dort bereits in Quarantäne“, sagt Scharf.

Update, 7. Mai, 17.42 Uhr: 

Niemand kommt mehr raus. Alle sind in Quarantäne. Dürfen den General-Abrams-Komplex in Garmisch-Partenkirchen nicht mehr verlassen. Zwölf der 156 Flüchtlinge, die in der Erstaufnahmeeinrichtung leben, haben sich mit dem Virus infiziert. Aber nicht nur dort gibt es Corona-Fälle.

Bereits Anfang der Woche war ein Bewohner aus der Dependance in der Marktgemeinde positiv getestet worden. Er hält sich schon nicht mehr in Garmisch-Partenkirchen auf, wurde in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt in die Funkkaserne nach München verlegt. Diese dient derzeit ausschließlich der geschützten Unterbringung von infizierten Flüchtlingsheim-Bewohnern, die keine oder nur geringe Symptome aufweisen und deshalb nicht in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. Catering und eine medizinische Versorgung sind dort sichergestellt.

Sicherheitsdienst überwacht, dass Quarantäne eingehalten wird

Im Abrams hingegen ging es darum, die Kontaktpersonen ersten Grades zu ermitteln. Sie befinden sich in einem isolierten Bereich innerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung. Kontakt zu anderen Bewohnern – ausgeschlossen.

Das Ermittlungsteam des Gesundheitsamts nahm am Dienstag circa 200 Abstriche, sagt Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamts. Von Asylbewerbern wie Personal. Das Ergebnis: Acht der bereits isolierten Menschen sowie drei weitere sind erkrankt – und vom Rest der Bewohner abgeschottet. Wo sie sich angesteckt haben, bleibt ein Rätsel. „Die Infektionsketten“, sagt Scharf, „lassen sich nicht mehr nachvollziehen.“

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Wie es im Abrams weitergeht, das stimmen die Regierung von Oberbayern, die für die Einrichtung verantwortlich zeichnet, und das Gesundheitsamt derzeit ab. Die Mitarbeiter der in der Marktgemeinde ansässigen Behörde händigten den Betroffenen bereits Merkblätter aus. ein Sicherheitsdienst überwacht, dass die Quarantäne eingehalten wird.

Zutrittsregeln wurden schon vor einiger Zeit verschärft

Ein Flüchtlingsheim als Infektionsherd – davor haben Experten gewarnt. Viele Menschen leben dort auf engem Raum. Die Regierung reagierte. „Das Personal und die Bewohner sind bereits seit längerem über Übertragungswege sowie persönliche Schutzmaßnahmen informiert und sensibilisiert“, teilt Sprecherin Verena Gros mit. Mehrsprachige Aushänge und Piktogramme weisen auf vorbeugende Hygienemaßnahmen, besondere Regeln, die Ausgangsbeschränkung sowie Mundschutzpflicht hin. Die Vorkehrungen, sagt Gros, werden fortlaufend überprüft und bei Bedarf an neue Entwicklungen angepasst.

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Safety first – lautet die Devise. So verschärfte der Freistaat vor einiger Zeit die Zutrittsregeln. Lediglich die untergebrachten Menschen und das Personal dürfen rein. Ausnahmen gibt’s nur bei besonderen Gründen im Einzelfall. Zum Beispiel für die Flüchtlings- und Integrationsberatung. Doch ohne Eigenverantwortung der Bewohner geht’s nicht. Sie müssen selbst darauf achten, den empfohlenen Sicherheitsabstand einzuhalten und Hygienemaßnahmen zu befolgen. Seife, Desinfektionsmittel und Mund-Nase-Masken stehen ihnen zur Verfügung.

Die zwölf Erkrankten im Abrams sind allerdings nicht die einzige schlechte Nachricht: Auch im Oberauer Flüchtlingsheim, eine Unterkunft des Landratsamts, gibt es zwei Corona-Fälle. 80 Menschen wurden getestet und in Quarantäne gesteckt. Dass niemand das Haus verbotenerweise verlässt, dafür ist gesorgt. „Ein Security-Dienst passt auf“, betont Scharf. Jetzt heißt es abzuwarten, bis alle Testergebnisse vorliegen.

Erstmeldung:

Landkreis - Zwei Seniorenheime waren betroffen, jetzt sind es zwei Flüchtlingsheime: Sowohl im Abrams-Komplex in Partenkirchen als auch in der Unterkunft in Oberau sind Menschen an Corona erkrankt. Das teilte Stephan Scharf, Sprecher am Landratsamt, am Donnerstagmittag mit. 

In der Einrichtung in Garmisch-Partenkirchen sind zwölf Menschen erkrankt. 160 Asylbewerber leben dort. Insgesamt 200 Abstriche wurden genommen, auch vom Personal. 

Die Infizierten sind in einem isolierten Bereich untergebracht worden. Der Rest muss in Quarantäne bleiben, darf das Gelände nicht verlassen. Fest steht auch: „Die Infektionskette ist nicht mehr nachvollziehbar“, sagt Scharf. Die Regierung von Oberbayern, die sich für die Einrichtung, verantwortlich zeichnet, ist über die Fälle informiert worden. Wie sie darauf reagiert, bleibt abzuwarten. Eine Tagblatt-Anfrage läuft. 

In der Unterkunft in Oberau sind zwei Menschen infiziert, 80 getestet worden. Wie im Abrams befinden sich alle in Quarantäne. „Eine Security passt auf.“ 

„Viele aus München und dem Umland“: Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen zieht Bilanz zu den Corona-Verstößen - nur wenige kommen von Einheimischen. 

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