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Einsatz für die Bevölkerung: Die 2-Tunnel-Initiative kämpft nicht nur – wie hier mit einer Rad-Demo – für den Wanktunnel, sondern auch für ein Tempolimit für die B 2 und B 23 in Garmisch-Partenkirchen. 

Situation in heilklimatischem Kurort kaum hinnehmbar

„Uns steht Nachtruhe zu“: Initiative macht sich für Tempolimit an B2 und B23 stark

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Viel Schmutz viel Lärm: Die Anwohner der B2 und B23 in Garmisch-Partenkirchen sind verkehrsgeplagt. Jetzt wird zumindest nachts eine neue Regelung gefordert. 

Garmisch-Partenkirchen – Tagsüber schieben sich die Blechlawinen durch den Ort. Vor allem in der Ferienzeit. Nachts ist die Situation nicht viel besser. „Da donnert der Schwerlastverkehr ganz schön durch“, sagt Ursel Kössel. Vor allem für die Anwohner der Burgstraße sei der Lärm kaum erträglich. „Zehn Lkw genügen, und du bist wach.“

Auf die laufenden Beschwerden der Betroffenen reagiert nun die Bürgerinitiative „2 Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“. Die Vorsitzenden Kössel und Hans Sedlmair reichten beim Landratsamt einen Antrag ein. Sie plädieren dafür, an der B 2 und B 23 in der Marktgemeinde von 22 bis 6 Uhr eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern einzuführen.

Kössel selbst wohnt an der Hauptstraße, kennt das Dilemma. Der Unterschied zwischen Zeiten mit Baustellen und jenen ohne sei enorm. Wegen des Verkehrsaufkommens und der weitgehend geschlossenen Bebauung der Straßen kommt es zu einer starken Lärmbelästigung und Luftverschmutzung. „Der Gesundheitsschutz der Anwohner dieser Straßen ist dadurch nicht mehr gewährleistet“, heißt es im Antrag. Und das in einem heilklimatischen Kurort. „Da steht uns Nachtruhe zu“, betont Kössel. Deshalb wollen sie und ihre Mitstreiter im Sinne der Betroffenen deren Recht einfordern.

Der Antrag wird geprüft

Die 2-Tunnel-Initiative greift ein heikles Thema auf. Tempolimits auf Bundesstraßen seien nicht üblich, sagt Werner Hüntelmann, Sachgebietsleiter Planung und Bau vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Das wissen Kössel und Co. „Aber wir müssen es versuchen.“ Ihre Recherche bestärkte die Marktgemeinderätin in ihrem Vorgehen. Denn die potenziell positiven Auswirkungen einer Geschwindigkeitsreduzierung werden in einer Veröffentlichung des Umweltbundesamts dokumentiert. Außerdem griff sie zum Telefonhörer, erkundigte sich bei einem Landratsamt in Brandenburg. In einer Stadt dort wurde das nächtliche Tempolimit umgesetzt.

Hüntelmann kennt bislang keinen Fall, sagt aber auch: „Das Thema kommt immer mehr.“ Für die Bearbeitung des Antrags ist jedoch die Kreisbehörde zuständig. „Er wird geprüft“, sagt Sprecher Stephan Scharf. Um eine Entscheidung treffen zu können, braucht es erst Zahlen. Deshalb soll das Staatliche Bauamt nun Berechnungen anstellen. Heißt: Wie viele Fahrzeuge sind an den beiden Straßen unterwergs? Wie hoch ist der Lärmpegel tatsächlich? Wann Ergebnisse vorliegen, kann Scharf aktuell noch nicht abschätzen.

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Eines steht dagegen schon fest: „Die Straßenverkehrsordnung gibt eine solche Regelung her“, verdeutlicht Scharf. Die Geschwindigkeitsreduzierung auf B 2 und B 23 wäre also prinzipiell möglich. Allerdings unter einer Prämisse: „Die Belastung müsste über die Maßen gegeben sein.“

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