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Wechselt von der AfD zur Bayernpartei: Albert Grasegger.

Schlag ins Kontor

AfD-Gemeinderat wechselt zur Bayernpartei

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Das ist für die AfD ein Schlag ins Kontor: Albert Grasegger hat der Partei den Rücken gekehrt und sich der Bayernpartei angeschlossen. Und die BP könnte im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat weiter wachsen. 

Garmisch-Partenkirchen – Jeder neue Tag ist für eine Überraschung im politischen Garmisch-Partenkirchen gut. Am Mittwoch erklärte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), dass sie ihr Gemeinderatsmandat nicht annimmt, falls sie am morgigen Sonntag in der Stichwahl gegen Elisabeth Koch (CSU) unterliegen würde. Gestern teilte Albert Grasegger (57), der beim Urnengang am 15. März als einziger Kandidat der Alternative für Deutschland (AfD) den Einzug in den Gemeinderat geschafft hat, Meierhofer per Brief mit, dass er die AfD verlasse habe und sich der Bayernpartei (BP) anschließen werde.

Garmisch-Partenkirchner hat „dreckiger Wahlkampf“ gegen Bürgermeisterkandidaten nicht gefallen

Als Auslöser führt Grasegger, der beim gemeindlichen Bauhof arbeitet, „den dreckigen Wahlkampf“ an, den die AfD gegen die Bürgermeisterkandidaten fast aller Parteien geführt habe. Explizit nennt er den Vorsitzenden Helmut Filser sowie Jens Weikert, die beide in den Sozialen Medien Angriffe fuhren, die unter die Gürtellinie gingen. Als Grasegger seinen Entschluss mitteilte, soll er vom Vorstand, ganz besonders von Filser, gedrängt worden sein, das Mandat zurückzugeben, um damit einem AfD-Nachrücker die Chance zu eröffnen, in den Gemeinderat einzuziehen. „Das habe ich abgelehnt“, sagt Grasegger, weil es vor allem persönliche Stimmen waren, die er erhalten habe. In einem Facebook-Post greift Filser auch die Bayernpartei an. „Wenn die BP ihn nimmt, ist sie genauso charakterlos.“ Albert Grasegger gedenkt sich vor allem für Themen einzusetzen, „die mit der Heimat zu tun haben“. Bayernpartei-Chef Andreas Grasegger hat seinen Namensvetter, beide sind weder verwandt noch verschwägert, mit offenen Armen empfangen. „Er hat bei uns angefragt, wir haben zugestimmt, weil wir in vielen Dingen einer Meinung sind.“

Albert Graseggers Wechsel: Bayernpartei wächst um drei Köpfe

Durch Albert Graseggers Wechsel ist die Bayernpartei auf drei Köpfe angewachsen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Partei weiter an Gewicht gewinnt. Andreas Grasegger sowie Claudia Zolk, Florian Hilleprandt und Andreas Wieland, alle vom CSB, das bei der Kommunalwahl von sechs auf zwei Sitze dezimiert wurde, bestätigen Verhandlungen zur Gründung einer Ausschuss-Gemeinschaft, die das Ziel verfolgt, Fraktionsstatus zu erlangen. „Das ist für mich entscheidend, obwohl die Bayernpartei nicht unbedingt unsere Art von Politik vertritt“, sagt Hilleprandt.

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Für CSB-Frau Zolk sind „noch einige Fragen offen“

Grasegger, der den Kontakt zum Christlich Sozialen Bündnis gesucht hatte, beschreibt die Gespräche als sehr weit fortgeschritten. „Wir sind uns zu 99 Prozent einig.“ Zolk hingegen, die vom CSB beauftragt ist, die Chancen für eine Zusammenarbeit auszuloten, bestreitet, dass alles schon so gut wie sicher ist. „Es sind schon noch einige Fragen offen.“ Vor allem die, wer die Ausschuss-Gemeinschaft in Zukunft führen soll. Und daran könnte der Plan noch scheitern. Für Hilleprandt, in den vergangenen sechs Jahren Fraktionschef des CSB, kommt dafür nur Zolk in Frage. Ob sich Andreas Grasegger, der zusammen mit Hubert Filser, dem Bruder des AfD-Vorsitzenden, die Bayern-Partei im Gemeinderat vertrat und weiter vertritt, damit anfreunden kann – eher fraglich.

Als Ausschlusskriterium könnte sich womöglich auch der Übertritt von Ex-AfD-Mann Albert Grasegger erweisen, von dem das CSB kalt erwischt wurde und von dem sowohl Zolk als auch Hilleprandt vom Tagblatt erfuhren. Die Reaktion kann man mit verblüfft beschreiben. „Darüber wird zu sprechen sein“, erklärt Zolk.

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