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In Hoch-Zeiten hielten sich im Abrams mehr als 300 Asylbewerber auf.

Mehr als nur ein Gerücht

Bald keine Flüchtlinge mehr im Abrams?

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Die Tage des Abrams als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber sind offenbar gezählt. Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer hat Signale erhalten, dass der ehemalige US-Komplex am Jahresende geschlossen wird.

Garmisch-Partenkirchen – Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle war Garmisch-Partenkirchen ein Hotspot in Sachen Asyl – und dabei ganz besonders das Abrams im Ortsteil Garmisch. Die bayerische Staatsregierung nutzte die ehemalige Kaserne, beim G7-Gipfel 2015 kurzzeitig zum Gefängnis umfunktioniert, als Erstaufnahmeeinrichtung. Zeitweise waren dort weit mehr als 300 Flüchtlinge aller Krisenherde dieser Welt – vorzüglich Frauen, Kinder und Männer aus Syrien und dem Irak – untergebracht. Seit die Balkanroute geschlossen ist, hat sich die Zahl der Migranten und der Länder, aus denen sie stammen, geändert. Ende September hielten sich im Abrams-Komplex nur noch 115 Personen auf, zumeist junge Männer, die überwiegend aus Nordafrika kommen. Aus diesem Grund wurde auch die Schule, die der Markt dort aufgebaut hatte, wieder geschlossen. Wegen Schülermangels.

Jetzt mehren sich die Anzeichen, dass die Regierung von Oberbayern, Betreiber des Abrams, die Einrichtung am Ende des Jahres dicht zu machen gedenkt. „Über die zukünftige Verwendung des Geländes ist noch nicht abschließend entschieden. Die beteiligten staatlichen Behörden stimmen sich derzeit noch miteinander ab. Über die Ergebnisse werden wir zuerst den Markt Garmisch-Partenkirchen informieren“, teilt Dr. Martin Nell, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, mit.

Alles also nur ein Gerücht? Mitnichten. Weitaus konkreter und auskunftsfreudiger als Nell zeigt sich Dr. Sigrid Meierhofer. Garmisch-Partenkirchens SPD-Bürgermeisterin hat Signale aus dem bayerischen Sozialministerium erhalten, dass die Zeit des Abrams als Erstaufnahmeeinrichtung abläuft „Das wäre ein Glücksfall“, sagt Meierhofer.

Das Abrams hatte sie in der Vergangenheit mehrmals Nerven gekostet und für schlaflose Nächte gesorgt. Die Zustände und die große Präsenz von Asylbewerbern an zentralen Plätzen des Orts hatte sie veranlasst, einen Brandbrief zu verfassen, weil sich Gäste bei ihr massiv beschwert und gedroht hatten, dem Ort für immer den Rücken zu kehren (wir berichteten). Der Inhalt: Garmisch-Partenkirchen als Urlaubsdestination verkrafte eine derart hohe Zahl nicht. Eine Einschätzung, an der sich nicht geändert hat und zu der sie nach wie vor steht. „Eine Erstaufnahmeeinrichtung in einem Tourismusort ist schwierig“, sagt sie. Freilich lässt sie keinen Zweifel daran, dass der Markt seinen Verpflichtungen nachkommt. „Das tun wir auch weiter, wir wollen unseren Teil beitragen.“ Dabei wird es sich in Zukunft vermehrt um Flüchtlinge in der Anerkennungsphase handeln, die in Immobilien leben, die die Regierung anmietet. Der Prozentsatz, mit dem Garmisch-Partenkirchen belastet wird, dürfte sich nicht ändern. Dafür sorgt Meierhofer zufolge der „Königsteiner Schlüssel“, nach dem der Freistaat die Flüchtlinge auf die Landkreise und Kommunen verteilt.

Sollte das Abrams Ende des Jahres als Erstaufnahmeeinrichtung tatsächlich seine Pforten schließen, könnte der Markt das große Areal endlich in seinem Sinne entwickeln. Für 10 500 Quadratmeter besitzt die Kommune bereist ein Vorkaufsrecht. Pläne gibt es viele. Eine Pflegeschule, ein Altenheim, die Robotik. Alles soll aus Mitteln der Leifheit-Stiftung entstehen. Zuletzt meldete auch die Bundespolizei, die in Garmisch-Partenkirchen innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Inspektion für 66 Mitarbeiter aufbauen will, Ansprüche auf Teile des Restareals an. „Damit könnte ich leben“, sagt Meierhofer.

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