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Die Zukunft: So sieht der neue Zugspitzbahnhof an der Olympiastraße aus, neben dem ein Hotel und/oder ein Mitarbeiter-Wohnhaus entstehen sollen.

Vorhaben kostet etwa neun Millionen Euro

Aufbruch in die Moderne: Bayerische Zugspitzbahn investiert in neuen Bahnhof - und hegt weitere Pläne

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Von der Steinzeit in die Moderne: Die Bayerische Zugspitzbahn bereitet den Neubau des Zugspitzbahnhofs in Garmisch-Partenkirchen vor. Ende April beginnt die Gleisverlegung. 

Garmisch-PartenkirchenDie Tage des 1929 erbauten Bahnhofsgebäudes an der Olympiastraße in Garmisch-Partenkirchen sind gezählt. Im September starten die Bauarbeiten für den neuen Zugspitzbahnhof. Die Vorarbeiten laufen, Ende April beginnt die erforderliche Gleisverlegung. Der Neubau entsteht vis-à-vis des Olympia-Eissport-Zentrums und beherbergt zudem die Verwaltungsräume. „Die Eröffnung ist für Dezember 2020 geplant“, kündigt Verena Lothes, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB), an. In einem zweiten Bauabschnitt sieht das Unternehmen auf dem gleichen Areal die Errichtung eines eigenen Hotels und/oder von Mitarbeiterunterkünften vor.

„Die aktuelle Situation am Zugspitzbahnhof ist weder für unsere Gäste, noch für unsere Mitarbeiter tragbar“, sagt Kaufmännischer Vorstand Matthias Stauch. Immer mehr Wintersportler, Wanderer und Ausflügler reisen mit Bus oder Bahn an. „Im vergangenen Jahr haben wir 190 000 verzeichnet“, betont Lothes. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es „nur“ 150 000 gewesen. Müssen sie warten, sind sie der Witterung ausgesetzt. Das ändert sich mit der Eröffnungdes neuen Bahnhofs. Dieser „katapultiert uns sprichwörtlich von der Steinzeit in die Moderne.“ Die viel geäußerte Sorge, dass Kunden der Deutschen Bahn künftig längere Wege in Kauf nehmen müssen, zerstreut Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die zudem Aufsichtsratsvorsitzende der BZB ist: „Die können ganz bequem am Hausberg umsteigen.“

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Hat ausgedient: der Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen – hier bei der Eröffnung im Jahr 1929.

Das Projektfinanziert die BZB, die im Geschäftsjahr 2017/18 ein sattes Plus verzeichnet hat, aus eigener Kraft. Das heißt, nicht die Gemeindewerke als 100-prozentiger Aktieneigner werden für den Kredit zwischengeschaltet, sondern das Bergbahn-Unternehmen selbst nimmt das erforderliche Geld auf. „Die Gespräche mit den Banken laufen“, sagt Stauch. Für Bahnhofsgebäude und Verwaltungstrakt rechnet er mit 7,5 Millionen Euro, die Technik inklusive der Gleisverlegung schlägt mit 1,5 Millionen Euro zu Buche.

Freuen dürfen sich die BZB-Gäste ab 2020 auf eine deutliche Komfort- und Qualitätssteigerung. Das neue, rollstuhlgerechte Bahnhofsgebäude an der Olympiastraße setzt optisch auf Glas- und Holzelemente und bietet neben einer zeitgemäßen Infrastruktur inklusive Blindenleitsystem auch einen überdachten Bahnsteig. Für die Mitarbeiter bedeutet der neue Verwaltungstrakt in erster Linie Arbeitsbedingungen, die den Anforderungen und Standards des 21. Jahrhunderts entsprechen.

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Nicht nur das treibt Stauch um, ihn beschäftigt zudem die Frage, wo die Mitarbeiter wohnen sollen. Deshalb stehen die Pläne, im Anschluss an den Bahnhof ein Hotel zu bauen, auf dem Prüfstand. „Wir tendieren eher dazu, Mitarbeiter-Wohnungen zu schaffen“, betont der Vorstand. Ein Thema, bei dem zu seinem Bedauern seine österreichischen Kollegen wesentlich besser aufgestellt sind. „Die sind uns meilenweit voraus, allerdings gelten bei denen ganz andere Regularien.“ Die Gesetze in Deutschland nennt Stauch „einen Wahnsinn“. Überlässt er einem Mitarbeiter eine Wohnung zu günstigen Konditionen, gelte das als geldwerter Vorteil und werde möglicherweise wieder auf die Lohnsteuer angerechnet. „In Österreich gibt’s häufig Kost und Logis frei, das wäre bei uns gar nicht möglich.“ Trotzdem weiß er, dass auch die BZB Wohnraum schaffen muss, gerade für die Saisonkräfte in der Gastronomie. Daher ist ein Modell, das Stauch erwägt, eine Kombination aus Hotel und Mitarbeiter-Unterkünften. Die besten Bahnen und Einkehrmöglichkeiten „nützen nichts, wenn wir niemanden finden, der sie und die Gäste bedient“.


Schienenersatzverkehr bei der Zugspitzbahn

Aufgrund von Gleisarbeiten verkehren vom 29. April bis einschließlich 7. Juni zwischen dem Zugspitzbahnhof Garmisch-Partenkirchen und der Haltestelle Hausberg keine Züge. Die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) richtet in diesem Zeitraum einen Schienenersatzverkehr für ihre Gäste ein. Die Abfahrtszeiten der Busse stimmen mit dem regulären Fahrplan der Zahnradbahn überein, so dass über den Schienenersatzverkehr wie gewohnt Anschluss zu den Ankünften und Abfahrten am DB-Bahnhof Garmisch-Partenkirchen besteht. Die Busse pendeln täglich ab 8.15 Uhr im Stundentakt ohne weitere Stopps zwischen dem Zugspitzbahnhof Garmisch-Partenkirchen und der Zahnradbahn-Haltestelle Kreuzeck- /Alpspitzbahn. Der erste Regelzug Richtung Zugspitze fährt täglich um 8.24 Uhr ab der Haltestelle Kreuzeck-/Alpspitzbahn. Auch die Anreise zur Kreuzeck- und Alpspitzbahn, die ab 30. Mai in Sommerbetrieb gehen, ist mit dem Schienenersatzverkehr möglich. Bei Bedarf erfolgt dieser auch im Halbstundentakt. Die Information der Gäste erfolgt in diesem Fall vor Ort an den jeweiligen Stopps. Die Bushaltestellen des Schienenersatzverkehrs befinden sich direkt am Zugspitzbahnhof Garmisch-Partenkirchen beziehungsweise an der Zahnradbahnhaltestelle Kreuzeck-/Alpspitzbahn. 

Die Haltestelle Hausberg wird vom 29. April bis 7. Juni weiterhin von der Zahnradbahn angefahren. Für Gäste, die dort in Richtung Zugspitze ein- oder von der Zugspitze kommend aussteigen möchten, gilt der reguläre Fahrplan der Zahnradbahn. Die Anbindung an die DB-Haltestelle Hausberg bleibt auch während des Schienenersatzverkehrs bestehen. Besuchern, die mit dem Auto anreisen, empfiehlt die BZB, direkt die Haltestelle Kreuzeck-/Alpspitzbahn anzusteuern,an der ausreichend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Zugspitz-Rundreise ist selbstverständlich auch von dort aus möglich. Fragen rund um den Schienenersatzverkehr beantwortet die BZB telefonisch unter 0 88 21/79 70 oder schriftlich via Mail an zugspitzbahn@zugspitze.de.

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