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Der 53-Jährige muss sich vor Gericht verantworten (Symbolbild)

Mann wird Betrug vorgeworfen

Erfundene Geldgeschäfte: 53-Jähriger steht vor Gericht

Einem 53-Jährigem wird wegen Betrugs der Prozess gemacht. Was er versprach, konnte er nie einhalten.

Garmisch-Partenkirchen –Er arbeitete auf Messen, hatte Beziehungen zum Oldtimer-Geschäft, leitete eine große Firma in den Niederlanden, die mit Elektronik-Restposten enorme Gewinne erzielte: Für die Erfindung von Geschäftsverbindungen aller Art war sich ein 53-Jähriger aus Garmisch-Partenkirchen nicht zu schade.

Doch was er versprach, konnte er nie einhalten. Das Geld für günstige Smartphones und Computer, Mercedes-Oldtimer mit Flügeltüren, Backofen und Beteiligungen an See-Containern steckte er selber ein und ließ es sich gut gehen – bis er im November 2018 verhaftet wurde – wieder einmal.

Jetzt wird dem gelernten Koch in München wegen Betrugs der Prozess gemacht. Die Vorwürfe der Anklage räumte er allesamt ein. Demnach hatte er bereits aus der Haft (2012 bis 2018) heraus Kontakt zu seinen potenziell nächsten Opfern aufgenommen. Während eines Hafturlaubs besuchte er einen Bekannten in Penzberg und überredete ihn, ihm ein Darlehen von 78 000 Euro zu überlassen. Das Geld wollte er angeblich gewinnbringend in seine erfundenen Geschäfte investieren. Einem Bekannten aus Grainau entlockte er auf diese Weise bis zu 57 000 Euro. Einer Murnauerin zog er 7000 Euro aus der Tasche, von verschiedenen anderen Personen in der Marktgemeinde und in Farchant ergatterte er dreistellige Beträge für alle möglichen elektronischen Geräte. Mal suchte er seine Opfer an der Tankstelle, mal im Blumenladen. Immer versprach er ihnen tolle Schnäppchen, kassierte ab und verschwand.

Generell fielen die Menschen auf sein freundliches Wesen herein. Auch vor Gericht hinterließ er den Eindruck eines in sich ruhenden und sehr symphathischen Mannes. Ihm zum Opfer fielen aber auch Menschen, die mit ihren „Investitionen“ eigentlich ihre Rente aufbessern wollten. Der Angeklagte schröpfte sie, genoss derweil sein Leben in einer Ferienwohnung in Garmisch-Partenkirchen, für die er auch nicht zahlte. 

Angela Walser

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