Am Rednerpult: Alois Schwarzmüller bei der Konstituierenden Sitzung des Marktgemeinderats.     
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Am Rednerpult: Alois Schwarzmüller bei der Konstituierenden Sitzung des Marktgemeinderats.     

Marktgemeinderat Garmisch-Partenkirchen

Rückkehr nach 18 Jahren: Alois Schwarzmüller blickt neuer Legislaturperiode entspannt entgegen

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Alois Schwarzmüller kehrt nach 18 Jahren Pause in den Gemeinderat zurück. Als politische Themenschwerpunkte nennt der Historiker Wohnen, Verkehr und Kultur.

Garmisch-Partenkirchen – Die deutsche Sozialdemokratie ist in den vergangenen Jahren in eine schwere Krise geraten. Bei Wahlen fuhren die Genossen ein ums andere Mal eine herbe Schlappe ein. Alois Schwarzmüller ist der SPD im August 1970 beigetreten – und einiges gewöhnt. „Jemand, der 50 Jahre alle Gipfelstürme und Abstürze erlebt hat, den überrascht kaum mehr etwas“, sagt der 77-Jährige.

Ehrenvolle Aufgabe

Nach 18 Jahren Pause sitzt der Studiendirektor im Ruhestand wieder im Garmisch-Partenkirchner Marktgemeinderat. Als „Alterspräsident“ hatte er in der Konstituierenden Sitzung eine ehrenvolle Aufgabe. Er vereidigte die neue Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU). „Das war eine gute Erfahrung.“ Schwarzmüller sprach auch ein paar Worte, verwies auf die Bayerische Verfassung von 1946. „Viele schöne, wertvolle Sachen“ stünden da drin. 1996 wäre er fast selbst Bürgermeister geworden. Er hätte Toni Neidlinger (CSU) damals fast das Amt abgejagt. 48,5 Prozent der Stimmen konnte er auf sich vereinen.

Drei Sitze

Die neue SPD-Fraktion besteht aus drei Köpfen. Neben Schwarzmüller gehören ihr Kathrin Rotter-Heinle und Michael Simon an. „Ich bin um beide froh, das ist bestens“, sagt der „Alterspräsident“. Was kann man mit drei Sitzen erreichen? „Ich bin da geübt.“ Zwischen 1984 und 2002, als er im Marktgemeinderat saß, hatte stets die CSU die absolute Mehrheit. Doch auch da sei es gelungen, Dinge durchzubringen, die sonst nicht zur Geltung gekommen wären.

Drei Schwerpunkte

Als politische Themenschwerpunkte nennt der Historiker Wohnen, Verkehr und Kultur. In puncto Wohnen hofft er, „dass das vollendet wird, was angefangen wurde“: der Kommunale Wohnungsbau auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Hornung im Ortsteil Burgrain. Das Projekt kommt voran. Wenn alles klappt, könnte noch heuer mit den Arbeiten für die 30 Wohnungen begonnen werden, von denen die bisherige Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) im April hoffte, „dass sie 2022 abgeschlossen sein werden“. Zehn Millionen Euro soll das Projekt kosten. Beim Thema Verkehr will sich Schwarzmüller dafür einsetzen, dass „ein bissl mehr Sorgfalt“ auf Radwege und in diesem Zusammenhang auf Sicherheit gelegt wird. In Sachen Kultur ist es ihm ein Anliegen, dass die Michael-Ende-Ausstellung sowie die Schau über die Winterspiele Garmisch-Partenkirchen 1936 wieder aufgebaut werden.

Neuer Seniorenreferent

Schwarzmüller ist auch neuer Seniorenreferent. Er ist diesbezüglich schon aktiv geworden und hat sämtliche Altenheime angeschrieben. Der 77-Jährige will sich vorstellen und sich nach deren Bedürfnissen erkundigen. Er möchte sich auch um das Thema Barrierefreiheit kümmern, ein Feld, das seine Vorgängerin Ursel Kössel (CSB) intensiv beackerte.

Er wartet, was kommt

Der neuen Legislaturperiode blickt Schwarzmüller relativ entspannt entgegen. „Ich fiebere noch nicht. Ich warte, was kommt, habe keine Vorurteile.“ Sicher scheint ihm: Die neue Bürgermeisterin „wird es auch nicht leicht haben“. Auf die SPD-Liste zu gehen, war für ihn „mehr eine sentimentale Entscheidung“. Er wollte Meierhofer unterstützen, die Liste war nicht voll, er ließ sich draufsetzen und wurde gewählt.

Recherchen zu Heim der Hitlerjugend

Neben dem Ehrenamt als Gemeinderat widmet sich Schwarzmüller, der drei Kinder und drei Enkel hat, auch weiter der Geschichtsforschung. Zur Zeit befasst er sich mit dem Haus „Tatkraft“ – der „Keimzelle der Hitlerjugend in Garmisch-Partenkirchen“. Es wurde 1928 an der Wildenauerstraße 2 eingerichtet. Schwarzmüller hat 30 Briefe eines Schülers in die Hände bekommen, der dort untergebracht war.

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