Maskenpflicht: Auch im Garmisch-Partenkirchner Ortsbus gelten die allseits bekannten Regeln.
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Maskenpflicht: Auch im Garmisch-Partenkirchner Ortsbus gelten die allseits bekannten Regeln.

Öffentlicher Nahverkehr in Corona-Zeiten

Ortsbus: 200 000 Euro fehlen in der Kasse

Seit der coronabedingten Einstellung der Ticketverkäufe fehlen beim Garmisch-Partenkirchner Ortsbus ungefähr 200 000 Euro in der Kasse. Statt 5000 Fahrgästen pro Tag nutzen ihn nur 500 Menschen.

Garmisch-Partenkirchen – 57 Tage. Über acht Wochen ist es mittlerweile her, dass sich das tägliche Treiben in den Ortsbussen von Garmisch-Partenkirchen massiv verändert hat. Seit dem 16. März sitzen die Busfahrer isoliert in ihrer Kabine. Schilder und Absperrbänder sorgen für die nötige Distanz zu den Fahrgästen.

Betrieb um 50 Prozent heruntergefahren

Wie viele andere Unternehmen mussten auch die Gemeindewerke reagieren. Der Betrieb wurde um 50 Prozent heruntergefahren. Seit dem 24. März gilt ein eingeschränkter Sonn- und Feiertagsfahrplan. Die Hälfte der Belegschaft arbeitet seither nicht mehr. „Einige unserer Fahrer haben Urlaub genommen oder bauen Überstunden ab“, erzählt Rosemarie Zunterer von den Gemeindewerken. „Der Rest befindet sich in Kurzarbeit.“ Immerhin: Der reduzierte Betrieb schont den Geldbeutel der Gemeindewerke: „Busbetriebe sind Defizitbetriebe. Das bedeutet: Je weniger Busse fahren, desto geringere Ausgaben haben die Gemeindewerke.“

90 Prozent der Kunden fallen weg

Hauptsächlich werden die Busse von Schülern und Berufspendlern genutzt. Da die Schüler zuhause unterrichtet werden und viele Berufstätige in Kurzarbeit beziehungsweise im Homeoffice sind, ergeben sich drastische Zahlen: Statt 5000 Fahrgästen pro Tag nutzen nur 500 Menschen täglich die Transportmittel der Gemeindewerke. Damit fallen rund 90 Prozent der Kunden weg.

Fahrgastzahlen steigen langsam wieder an

Seitdem die ersten Lockerungen in Bayern am 27. April in Kraft getreten sind, steigt die Anzahl an Fahrgästen langsam wieder. Zunterer knüpft das stufenweise Hochfahren des Betriebs an eine wichtige Entscheidung der Politik: „Erst wenn wieder mehr Schüler in den Bussen sein werden, macht es für uns Sinn, unsere Kapazitäten wieder zu steigern.“

Hygiene ist das A und O

Die Säuberung der Fahrzeuge steht in diesen Zeiten noch mehr im Vordergrund als ohnehin: „Die Busse werden jeden Abend gründlich desinfiziert. Auch unsere Fahrer sind permanent mit Desinfektionsmitteln ausgestattet.“ Seit dem 27. April gilt im öffentlichen Nahverkehr die Maskenpflicht. An diese halten sich laut Zunterer sämtliche Fahrgäste, bislang gab es keinerlei Zwischenfälle. Von den Busfahrern wird bei jeder Haltestelle darauf geachtet, dass neu zugestiegene Personen einen Mund- und Nasen-schutz tragen.

Kein Kartenverkauf

Diese betreten den Bus nun hinten, es findet kein Fahrkartenverkauf mehr statt, die Passagiere reisen kostenlos. Die Erlöse durch die Ticketverkäufe betragen im Normalfall monatlich 116 000 Euro. Hochgerechnet fehlen den Gemeindewerken seit Einstellung der Ticketverkäufe somit ungefähr 200 000 Euro in der Kasse.

Gemeinden übernehmen Kosten

Die Gemeinden Farchant und Garmisch-Partenkirchen übernehmen 50 Prozent der Kosten für diejenigen Kunden, die in den beiden Orten zusteigen und gratis fahren. Für die andere Hälfte müssen die Gemeindewerke aufkommen. Der Erlösausfall bezieht sich allerdings nur auf den wegfallenden Fahrpreis der tatsächlich fahrenden Gäste. Zunterer beziffert die schwer zu errechnenden Kosten für den Markt Garmisch-Partenkirchen bislang auf zirka „10 000 bis 15 000 Euro“.

10 000 Euro vom Markt Garmisch-Partenkirchen

In der letzten Sitzung des alten Garmisch-Partenkirchner Gemeinderats gab die ehemalige Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) bekannt, dass die Marktgemeinde 10 000 Euro zur Verfügung stellen werde. Über die Gelder, die diese Summe überschreiten, muss der Finanzausschuss entscheiden. Wie viel auf Farchant in dieser Zeit entfallen ist, wird aktuell noch berechnet. Es dürfte sich aber um etwas weniger als die Hälfte der Kosten im Vergleich zu Garmisch-Partenkirchen handeln.

Marco Blanco Ucles

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