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Das gibt es sonst nirgends: Buckelwiesen in der Nähe von Mittenwald.

Info-Veranstaltungen ab 18. November 

Weltkulturerbe: Der Bürger ist gefragt

Der Bürger ist gefragt: Ab Montag, 18. November, finden in den einzelnen Talschaften Info-Veranstaltungen zum Thema Weltkulturerbe statt.

Landkreis– Dass es ein langwieriger Prozess werden wird, war den Beteiligten klar. Schon seit ein paar Jahren laufen im Landkreis die Bemühungen mit dem Ziel, UNESCO-Weltkulturerbe zu werden. Das Grundgerüst steht. Doch jetzt fängt eine „wichtige Phase“ an, sagt Bezirksalmbauer und CSU-Kreisrat Josef Glatz.

Ab Montag, 18. November, finden in den einzelnen Talschaften Info-Veranstaltungen statt. Dabei will man laut Glatz „die Meinung der Leute hören“, also der Landwirte, Gemeinderäte, Grundeigentümer und weiterer Interessierter. Bis zum Jahresende sollen die Informationstermine abgehalten sein. Zudem ist geplant, dass bis dahin „eine mehrheitsfähige Vorstellung vom Geltungsbereich entwickelt sowie die sogenannte Erklärung des außergewöhnlichen Wertes (SOUV, Statement of outstanding universal value) diskutiert“ ist, wie Franziska Ostler mitteilt, Sprecherin des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen.

Nicht die ganze Region soll Welterbe werden, sondern ausgewählte Teile. Dazu zählen die Mittenwalder Buckelwiesen, das Murnauer Moos oder die Ammertaler Wiesmahd. Auch das Rechtler- und Genossenschaftswesen sollen eine Rolle spielen. Derzeit läuft die Bewerbung unter dem Namen „Alpine und voralpine Wiesen- und Moorlandschaften“.

Glatz, der der Steuerungsgruppe angehört, betrachtet das Welterbe-Siegel als „gute Sache. Das wäre eine Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit, die geleistet wird“. Zentral ist für die Bauernschaft, dass keine neuen Schutzgebiete ausgewiesen werden. Damit ist der Landkreis bekanntlich reich gesegnet. „Wir brauchen keinen Quadratmeter mehr“, betont Klaus Solleder, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands. Würden weitere Schutzgebiete ausgewiesen, „machen wir nicht mit“. Der Unterammergauer verbindet mit dem Welterbe-Status die Chance, „unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft weiterzuführen“.

Der Antragsentwurf muss bis September 2020 stehen. 2021 prüfen ihn die Landwirtschaft, Gemeinden, der Kreistag und Ministerien. Im September 2021 erfolgt dann die Vorprüfung durch das Welterbe-Zentrum in Paris. Ein externes Büro ist derzeit damit befasst, einen Antragstext zu formulieren. In den vergangenen Monaten sind Beteiligte zu diversen Treffen zusammengekommen. „Außerhalb der Arbeitsebene im Landratsamt oder mit externen Fachleuten sind Sitzungen der ,Steuerungsgruppe‘ von besonderer Bedeutung“, erklärt Ostler. In dieser sind die Bauernschaft, Grundbesitzer, Gemeinden sowie der Landkreis und seine Verwaltung vertreten. „Hinzugezogen werden je nachdem externe Berater.“ Die Treffen finden meist im Sitzungssaal der Kreisbehörde statt, aber bei besonderen Anlässen auch im ganzen Landkreis.

Die Termine der Info-Veranstaltungen: 18. November in Garmisch-Partenkirchen (Schützenhaus, für die Gemeinden Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Farchant und Oberau); 20. November in Mittenwald (TSV-Halle, für Mittenwald, Krün und Wallgau); 25. November in Oberammergau (Ammergauer Haus, für die Gemeinden Oberammergau, Bad Bayersoien, Bad Kohlgrub, Saulgrub, Unterammergau und Ettal); 27. November in Ohlstadt (Gasthof zur Post, für die Gemeinden Ohlstadt, Schwaigen, Eschenlohe, Murnau und Großweil); 29. November in Riegsee (Haus des Gastes, für die Gemeinden Riegsee, Uffing, Seehausen, Aidling und Spatzenhausen). Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Roland Lory

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