Partystimmung pur: Eine Menschenmasse feiert 2019 zusammen mit der Gruppe Dreisam-live im Garmischer Bierzelt.
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Partystimmung pur: Eine Menschenmasse feiert 2019 zusammen mit der Gruppe Dreisam-live im Garmischer Bierzelt.

Brauchtumsveranstaltungen im Sommer

Corona-Folgen: Festwochen in Garmisch und Partenkirchen stehen (noch) in den Sternen

Können die Festwochen in Garmisch und Partenkirchen heuer stattfinden? Im Landratsamt zeigt man sich skeptisch. 

Garmisch-Partenkirchen – Es sind die Höhepunkte im Kalender der beiden Trachtenvereine in Garmisch-Partenkirchen: die Festwochen. Ob das jeweils zehntägige Spektakel in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie über die Bühne gehen kann, steht in den Sternen. Abgesagt wurden die Festwochen des Volkstrachtenvereins Garmisch und des Volkstrachtenvereins „Werdenfelser Heimat“ Partenkirchen jedenfalls noch nicht. Doch es mehren sich die Bedenken, ob es Sinn macht, die Großereignisse durchzuziehen.

Das Hoffen auf Entspannung

Christian Ruf spricht ganz offen aus, was er denkt: „Ich hoffe, dass sich die Situation entspannt. Es würde mich freuen, wenn die Festwoche stattfindet“, sagt der Vorsitzende des Volkstrachtenvereins Garmisch. Gleichwohl will er sich der aktuellen Situation in Zeiten von Corona nicht verschließen. Im Trachtler-Vorstand wird lebhaft über das Vorgehen diskutiert. Zu einer Entscheidung ist er noch nicht gekommen. Ob die Festwoche – sie sollte heuer von 25. Juli bis 2. August dauern – in verkleinerter oder abgespeckter Form, unter Einhaltung der Abstandsregeln möglich ist? Ruf weicht aus: „Jeden Tag ändert sich was, vielleicht sind wir in acht Wochen in der Lage, die Festwoche zu machen.“

Bayernhalle gibt es auch noch

Im Hinterkopf haben die Garmischer Trachtler, die die Feierwochen im Wittelsbacher Park neben dem Vereinsheim begehen, aber auch Ersatzveranstaltungen wie Heimatabende. „Und wir haben auch noch die Bayernhalle“, betont Ruf. Schon einmal, im Jahr 1987, wurde dort die Festwoche abgehalten, weil damals am Wittelsbacher Park gebaut wurde.

Was sind Großveranstaltungen?

Eine weitere heikle Frage: Was sind Großveranstaltungen? Bekanntlich hat die Bundesregierung diese bis Ende August abgesagt. „Wir warten auf eine Definition“, sagt Ruf, der erst dann eine Entscheidung treffen will.

Landratsamt sehr skeptisch

Eine ganz klare Meinung in dieser Angelegenheit hat Stephan Scharf. „Im Grunde ist die Vorgabe der Bundesregierung schon eine Absage“, erklärt der Pressesprecher des Landratsamts. Die Passionsspiele in Oberammergau im Mai und das Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen im Juni wurden durch eine Einzelverfügung des Landratsamts auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes gestrichen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir im Juli soweit sind, dass die Leute auf den Bierbänken stehen und die Festwoche stattfindet“, sagt Scharf. Er appelliert an die Eigenverantwortung des Veranstalters. Die Bierzeltwoche muss der Trachtenverein beim Ordnungsamt der Gemeinde beantragen. Das wiederum wird bei der Entscheidungsfindung das Landratsamt als Gesundheitsbehörde zurate ziehen. „Davon gehe ich aus“, betont Scharf, der das Durchführen einer Festwoche weiter skeptisch sieht.

Abwarten lautet die Devise

Auch der Volkstrachtenverein „Werdenfelser Heimat“ Partenkirchen kämpft um seine Festwoche, die für 8. bis 17. August am Festplatz am Schützenhaus geplant ist. „Wir haben noch nichts beschlossen. Unser Ausschuss behält sich die Entscheidung bis zum 1. Juli vor“, sagt Andreas Grasegger. Der Vereinsvorsitzende sieht die Chancen auf die Bierzeltwoche derzeit bei 50:50. „Wir warten jetzt einfach ab. Täglich und wöchentlich gibt es gerade Änderungen.“ Grasegger will im Vereinsausschuss die Entscheidung treffen. Im vergangenen Jahr bestand er seine Bewährungsprobe – es war die erste Festwoche für den 33-Jährigen, damals neu im Amt. Er weiß auch: „Wenn es gar nicht geht, müssen wir absagen.“

Josefibichl-Messe fraglich

In diesem Jahr sind der Tanzlmusi-Abend unter dem Motto „Oberland trifft Oberkrain“ sowie der Forst-Dreikampf mit Wiagsogschneiden, Baumhacken und Baumwörgeln als Höhepunkte vorgesehen. Sollte die Festwoche in Partenkirchen wegen der Corona-Krise ausfallen, hat der Trachtenverein mit Heimatabenden oder dem Kirchweihfest Alternativen in der Hinterhand. Fraglich ist ebenfalls, ob der Volkstrachtenverein am Pfingstmontag die Josefibichl-Messe am Kreuz unterhalb des Wanks abhalten kann. Eine Feier haben die Partenkirchner Trachtler trotz der Pandemie durchgezogen: An Ostern wurde das Kreuz am Gipfel des Wanks beleuchtet.

Alexander Kraus

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