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Auf Du und Du mit „GARMI“: TUM-Präsident Thomas F. Hofmann und Professor Sami Haddadin (l.). 

Geriatronik-Forschung in Garmisch-Partenkirchen

Roboter „GARMI“ soll Dauerbürger werden

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Das Forschungszentrum Geriatronik soll in Garmisch-Partenkirchen keine temporäre Einrichtung bleiben. Die Pläne von Thomas F. Hofmann, Präsident der TU München, sehen vor, dass es auf Dauer besteht und auf einem Campus in Bahnhofsnähe zu Assistenzrobotern geforscht wird.

Garmisch-Partenkirchen – Noch ist nichts fix, noch ist die Forschungseinrichtung Geriatronik, die ihren provisorischen Sitz an der Bahnhofstraße in den Räumen der ehemaligen Hotelfachschule hat, eine temporäre Einrichtung, die auf zehn Jahre angelegt ist. So lange fließen Gelder für das Anwender- und Forschungszentrum, das durch die TU München (TUM) betrieben und das mit zehn Millionen Euro durch die Longleif GaPa gGmbh unterstützt wird. Doch das soll sich ändern. Jedenfalls wenn es nach den Vorstellungen des neuen TUM-Präsident Thomas F. Hofmann geht, der seit im Oktober 2019 im Amt ist.

TU-Präsident schwebt Dauereinrichtung vor

Hofmann machte bei einem Besuch in Garmisch-Partenkirchen zu Beginn dieser Woche deutlich, was ihm vorschwebt. Es wäre „nur logisch und konsequent, die Forschungsaktivitäten der TUM in Garmisch-Partenkirchen mit Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung als TUM-Campus institutionell zu verstetigen“.

Enger Schulterschluss

Bei seiner Stippvisite bekamen Hofmann und hochrangige Vertreter der Marktgemeinde Pläne präsentiert, die auf einem circa 29 000 Quadratmeter großen Grundstück in Bahnhofsnähe den interdisziplinären Geriatronik-Campus vorsehen, der den Wissenschaftlern der TUM eine Umgebung der Spitzenforschung bieten soll. „In einem Punkt sind sich alle Entscheidungsträger in Garmisch-Partenkirchen zu 100 Prozent einig: Im engen Schulterschluss mit der TUM wollen wir diesen einmaligen Leuchtturm realisieren und mit dem Künstlichen-Intelligenz-Schwerpunkt Healthcare-Robotik – beginnend mit der Geriatronik – bei uns in der Region ansiedeln“, sagt Longleif-Geschäftsführer Viktor Wohlmannstetter. Die Modellkommune Geriatronik soll zeitnah umgesetzt werden, um die Bürger bei der Entwicklung von Technologien für ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben aktiv einzubinden. Als Beispiel gelten die geplanten Testwohnungen. Dort können Senioren in einer mit Geriatronik-Technologie ausgestatteten Wohnumgebung die Unterstützung hautnah erleben.

Roboter als persönlicher Assistent

Roboter „GARMI“ könnte damit Dauerbürger werden, seinen Zweit- gegen einen Erstwohnsitz tauschen. Als persönlicher Assistent soll er ältere Menschen bei alltäglichen Handgriffen unterstützen und es ihnen erlauben, so lang wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. „Der rasch fortschreitende demografische Wandel verlangt von uns neue Lösungsansätze“, meint Hofmann. Zudem können sich Ärzte auch aus der Entfernung mit dem Gerät verbinden und so bei Routineuntersuchungen und Notfällen direkt mit ihren Patientinnen und Patienten interagieren. Eine Schlüsseltechnologie in Zeiten des Facharztmangels im ländlichen Raum.

Neuer Wirtschaftsschwerpunkt?

Bei Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) lösten Hofmanns Worte Begeisterung aus. „Unser Ort hat damit die Chance, zu einem attraktiven Ausbildungsstandort für Pflegekräfte zu werden, die wir dringend für die Seniorenheime und unser Klinikum benötigen.“ Der Markt erhalte durch den Campus die einmalige Möglichkeit, einen neuen Wirtschaftsschwerpunkt neben Tourismus und Gesundheit zu schaffen. 

Kritik von Koch

Kritische Wort in Richtung Meierhofer findet die Herausforderin um die Macht im Rathaus, Elisabeth Koch. Die CSU-Fraktionsvorsitzende beansprucht für sich den Löwenanteil beim Etablieren der Hochtechnologie im Ort. „Ich freue mich sehr, dass es mir gelungen ist, offensichtlich auch die derzeitige Rathausführung von dieser zukunftweisenden Einrichtung zu überzeugen.“ Auf diesem langen Weg habe die CSU von den Parteivertretern in Bund und Land die größtmögliche Unterstützung erhalten.

Auch interessant: Forschungszentrum „Geriatronik“ startet 

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