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Eine Frau füllt ein Überweisungsformular aus (Symbolfoto). Einwerfen kann man solche Schriftstücke in der Partenkirchner Filiale der Kreissparkasse nicht mehr.

Standort der Kreissparkasse in Partenkirchen

Problem für Senioren: In Bank-Filiale kein Überweisungs-Einwurf mehr möglich 

In der Partenkirchner Filiale der Kreissparkasse kann man keine Überweisungen mehr einwerfen. Dies sorgt für Kritik.

Garmisch-Partenkirchen – Es gibt manche Senioren, die mit neuer Technik vertraut sind und gut damit umgehen können. Doch viele stehen auch mit den Segnungen und Errungenschaften des digitalen Zeitalters auf Kriegsfuß. Für Partenkirchner Senioren ist das Leben jetzt schwieriger geworden.

Zum einen ist die Filiale der Kreissparkasse an der Ludwigstraße nicht mehr personell besetzt. Das war bekannt. Zum anderen kann man dort, was Elisabeth Koch (CSU) jetzt in der Kreistagssitzung beklagte, auch keine Überweisungen mehr einwerfen. „Das ist für Partenkirchen ganz schlimm. Der ganze Ortsteil ist abgeschnitten“, verdeutlichte die Bürgermeisterkandidatin der Christsozialen.

Kritisch sieht das Thema auch Horst Demmelmayr, Vorsitzender des Garmisch-Partenkirchner Seniorenbeirats. „Grundsätzlich muss da ein Briefkasten sein. Es kann nicht sein, dass man für eine Überweisung zur Bahnhofstraße muss.“ Bevor die Partenkirchner Filiale Anfang Dezember zum Selbstbedienungsstandort wurde, war der Seniorenbeirat in Gespräche eingebunden. Das Gremium bat darum, dass das Kreditinstitut wenigstens in der Übergangsphase für drei Monate oder ein halbes Jahr am Donnerstag, wenn in Partenkirchen Markt ist, für zwei Stunden einen Mitarbeiter abstellt. „Das hat man leider nicht gemacht“, bedauert Demmelmayr. Es wäre ihm recht gewesen, weil man auf diesem Weg den „Übergang von der persönlichen Beratung zum toten Automaten hätte abfedern können“. Für den 79-Jährigen ist der „persönliche Kontakt durch nichts zu ersetzen“.

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Die Kreissparkasse verzichtet „bewusst auf einen Briefkasten“. Dies teilte die Bank auf Anfrage des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts mit. „Unsere langjährigen Erfahrungen aus anderen SB-Standorten haben gezeigt, dass hierzu von Seiten des Kunden keine nachhaltige Notwendigkeit besteht.“ Ein weiteres Thema ist rechtlicher Natur. „Aufgrund gesetzlich vorgeschriebener Ausführungspflichten gemäß des Zahlungsverkehrskontengesetzes ist eine regelmäßige Entleerung in einem zeitlich sehr knapp vorgegebenen Rahmen notwendig. Dies zu ermöglichen, ist nicht darstellbar.“ Es wäre „notwendig, den Briefkasten täglich zu leeren um die Ausführungsfristen sicher zu stellen“, sagt Manuela Petzolt, bei der Kreissparkasse für die Kommunikation zuständig. „Diese gesetzlichen Vorgaben haben auch an allen anderen SB-Standorten dazu geführt, dass wir auf einen Briefkasten verzichten.“ Die Erfahrung zeige, „dass nach einer Umstellungs- und Gewöhnungsphase unsere angebotenen Wege zur Übermittlung von Zahlungsaufträgen ausreichend sind“.

Die SB-Geschäftsstelle an der Ludwigstraße ist mit zwei SB-Terminals ausgestattet, für den Ausdruck von Kontoauszügen und für die Erfassung von Überweisungen. Es gibt zudem zwei Aus- und Einzahlgeräte für Bargeld.

Seniorenbeirats-Chef Demmelmayr weist noch darauf hin, dass bei den Info-Veranstaltungen vor der Umwandlung in einen SB-Standort „nie ein Politiker dabei“ gewesen sei. Sein Rat: „Man sollte sich vorher informieren.“

Roland Lory

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