Herausforderung: Kinder stecken in einer Kinderkrippe die Teile einer Holzeisenbahn zusammen (Symboldbild).
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Volle Konzentration:Kinder stecken in einer Kinderkrippe die Teile einer Holzeisenbahn zusammen (Symboldbild).

Eltern landen auf Wartelisten

Kein Krippenplatz fürs Kleinkind: Kita-Kapazitäten reichen in Garmisch-Partenkirchen nicht aus

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Kita-Kapazitäten reichen in Garmisch-Partenkirchen nicht aus. Die Marktgemeinde will Abhilfe schaffen.

Garmisch-Partenkirchen – Lisa Juds ist im Moment nicht zu beneiden. Die 32-jährige Garmisch-Partenkirchnerin hängt in der Luft. Sie hatte sich um einen Platz in der Partenkirchner Krippe für ihre Tochter Nele beworben – und bekam vom Markt Garmisch-Partenkirchen eine Absage. Man könne zum Herbst keinen Platz anbieten, teilte ihr die Kommune mit. Das stellt die Mutter vor ein Problem. „Ich kann mich nicht auf einen neuen Job bewerben, weil ich nicht weiß, wo ich mein Kind hingeben soll.“ Juds regt an, den Bewerbungsprozess etwas transparenter zu gestalten. „Dann würde ich vielleicht verstehen, warum die Plätze rar sind.“ Gerade ist sie noch auf der Suche nach einer Tagesmutter. „Das wäre die Alternative.“

Noch keine Zahlen parat

Lisa Juds ist mit ihrer Sorge nicht allein. Rathaus-Sprecherin Ute Leitner konnte bis zum gestrigen Freitag zwar noch keine Zahlen nennen. Die Marktgemeinde wartet noch auf Rückmeldungen von einzelnen Einrichtungen. Doch bereits jetzt fest steht: „Es wird Wartelisten geben.“ Die Kapazitäten reichen also nicht. „Wir müssen tätig werden, wir müssen alle unterbringen und tun alles dafür“, betont Vizebürgermeisterin Claudia Zolk (CSB).

Gemeinde will weitere Plätze schaffen

Der Markt Garmisch-Partenkirchen will sich um die Schaffung neuer Plätze bemühen, zum Beispiel indem sie Container anmietet. „Zudem kann voraussichtlich ab Januar 2021 in der Kindertageseinrichtung Breitenau eine neue Krippengruppe eröffnet werden“, sagt Leitner. Auch der Kindergarten am Klinikum kann voraussichtlich ab Januar sowohl Kindergarten- als auch Krippenkinder zusätzlich aufnehmen. Eventuell bestehe zudem im Kindergarten Partenkirchen die Möglichkeit, eine neue Gruppe aufzumachen. Die Gemeinde steht unter Zugzwang. Denn Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz.

Rund 850 Betreuungsplätze

Derzeit gibt es 854 Betreuungsplätze in den örtlichen Betreuungseinrichtungen, aufgeteilt auf 680 Kindergarten- und 174 Krippen-Plätze. Außerdem bieten Tagesmütter Betreuungsplätze an – vor allem für Kinder unter drei Jahren. Zudem sind gut 160 Hortplätze für Schulkinder vorhanden. Weitere Betreuungsmöglichkeiten für Schüler gibt es in der offenen Ganztagsschule, in der gebundenen Ganztagsschule und im Rahmen der Mittagsbetreuungen an den Schulen. Bei Bedarf könnte nach Leitners Angaben ab Januar 2021 auf knapp 930 Plätze aufgestockt werden.

Für Herbst 400 Anmeldungen

Die Zahl der Anmeldungen steigt: 2018/2019 waren es 380 Kinder, im Jahr darauf circa 385, für Herbst 2020 sind es rund 400 Kinder. Der Markt selbst ist Träger von vier eigenen Einrichtungen (Kindergarten Partenkirchen, Krippe Partenkirchen, Hort Partenkirchen, Kindertageseinrichtung Breitenau). Zudem gibt es acht weitere, für die von der Gemeinde und vom Freistaat Bayern Personalkostenzuschüsse bezahlt werden.

Die „Unbekannte X“

Der Markt Garmisch-Partenkirchen versucht, den aktuellen Bedarf unter anderem anhand der Geburtenzahlen zu ermitteln. Außerdem tauscht man sich ständig mit den örtlichen Einrichtungen aus. Doch es gibt Leitner zufolge die „Unbekannte X“, nämlich die Kinder derjenigen, die neu nach Garmisch-Partenkirchen ziehen. „In den vergangenen Jahren gab es vermehrt Zuzüge von Eltern mit Kindern, die einen Kita-Platz benötigen.“

Neues Personal nötig

Neue Mitarbeiter wird die Marktgemeinde auch brauchen. Nämlich dann, wenn die Krippe in der Breitenau an den Start geht. „Bisher haben wir auf Stellenausschreibungen jedoch stets genügend Bewerbungen erhalten und konnten immer qualifiziertes Personal einstellen“, erklärt Leitner.

Auch in Murnau gibt‘s Probleme

Garmisch-Partenkirchen ist mit dem Problem nicht allein. Auch in Murnau ist häufig ein Kraftakt nötig, um das Betreuungsangebot für die Kleinen, die nicht in die Schule gehen, zu organisieren. Für das kommende Kindergartenjahr zeichnete sich im April ein Engpass ab: Es fehlten zum damaligen Stand 27 Plätze.

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