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Ortstermin: (v.l.) Geschäftsführer Bernward Schröter, Dr. Liliana Harris Mochmann und Privatdozent Dr. Clemens Stockklausner mit dem Herzstück des Labors (mit blauem Deckel). 

40 Analysen pro Tag möglich

Neues Labor für Covid-19-Tests im Klinikum: Ergebnis liegt nach fünf Stunden vor

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen verfügt über ein neues Labor. Dort können Corona-Tests analysiert werden. Das Ergebnis liegt schnell vor. 

Garmisch-Partenkirchen– Das Herzstück des neuen Labors ist ein „Real-Time PCR System“. Daneben stehen ein Inkubator, eine Zentrifuge, ein Computer, eine Sicherheitswerkbank und zwei Gefrierschränke. Wir befinden uns im „Reich“ von Dr. Liliana Harris Mochmann. Die Biochemikerin analysiert im Klinikum Garmisch-Partenkirchen seit Montag Corona-Tests. Ihr Job besteht aus sehr viel Handarbeit.

Alte Kontakte helfen

„In weniger als drei Wochen wurde das Labor aufgebaut“, erzählt Mochmann, die vorher an der Charité in Berlin tätig war, beim Pressetermin. Die Initiative war von Privatdozent Dr. Clemens Stockklausner ausgegangen, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum. Er ließ alte Kontakte zum Universitätsklinikum Heidelberg spielen. Das „Real-Time PCR System“, das dort bisher in der Kinderonkologie stand, wird dort nicht gebraucht. Das Gerät ist eine Leihgabe, das Klinikum Garmisch-Partenkirchen kann es kostenlos nutzen. Es gibt nach Angaben von Geschäftsführer Bernward Schröter Überlegungen, es dem Universitätsklinikum Heidelberg abzukaufen.

Keine Wartezeit

Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen wird bei jedem Patienten, der stationär aufgenommen wird, ein Corona-Test gemacht. Der Vorteil des neuen Labors liegt auf der Hand: Das Klinikum kann die Abstriche sofort untersuchen. Innerhalb von vier bis sechs Stunden liegt das Ergebnis vor. Das Klinikum muss nicht tagelang warten, bis Labore, die in Innsbruck und München Tests analysieren, Resultate liefern. Schröter betont die „hohe Qualität und die Schnelligkeit“ des eigenen Labors. Biochemikerin Mochmann wertet dort nur Tests aus, die im Klinikum gemacht werden. 40 Analysen pro Tag sind möglich.

Risiken minimieren

„Wir wollen nicht, dass jemand eine Gefahr darstellt. Wir wollen alles Menschenmögliche tun, dass sich keiner ansteckt“, unterstreicht Stockklausner. Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit den Schwerpunkten Neonatologie, Kinder-Hämatologie und Onkologie macht deutlich, dass das Klinikum bereits Wochen vor der Allgemeinverfügung jeden stationären Patienten auf Covid-19 getestet habe.

Fachpersonal gesucht

Das Klinikum ist trotz eigenem weiterhin auf andere Labore angewiesen. Das liegt unter anderem an der Manpower. „Wir brauchen mehr Leute, die das können“, sagt Stockklausner. Mochmann ist nur halbtags mit den Analysen befasst. Das Klinikum sucht einen Biologisch-technischen Assistenten oder einen Chemisch-technischen Assistenten, um das Labor personell aufzustocken.

Sicherheitsvorkehrungen

Dabei handelt es sich um ein so genanntes S2-Labor. Das heißt, dass gewisse Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind. Ein Beispiel: Im Labor steht ein gelber Abfallbehälter. Er enthält „biologische Gefahrenstoffe“, erklärt Stockklausner. Der Müll kann daher nicht herkömmlich entsorgt, sondern muss verbrannt werden.

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