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Der Ortsbus: An den Wochenenden vor Weihnachten läuft eine Rabattaktion.

 Einzelfahrschein gilt als Tagesticket

Ortsbuskunden fahren im Advent billiger

Mit einer Rabattaktion wollen die Gemeindewerke den Garmisch-Partenkirchner Bürgern und Gästen das Busfahren schmackhaft machen. An den Wochenenden vor Weihnachten gilt ein Einzelfahrschein als Tagesticket.

Garmisch-Partenkirchen – Die Idee, so ehrlich ist Peppi Braun, ist nicht auf seinem Mist gewachsen. „Ich hab’ sie von den Wienern abgekupfert“, räumt er ein. In Österreichs Hauptstadt durfte man heuer im Spätsommer den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit einem Einzelfahrschein den ganzen Tag benützen. „Damals hab’ ich mir gedacht, das wäre auch etwas für Garmisch-Partenkirchen.“ 

Seine modifizierte Idee, um an den turbulenten Wochenenden vor Weihnachten für Verkehrsentlastung in Garmisch-Partenkirchen zu sorgen: Der Einzelfahrschein im Wert von 2,40 Euro gilt jeweils am Freitag und Samstag als Tageskarte (Wert 4,60 Euro). Erst konnte er Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) seinen Vorschlag schmackhaft machen, die ihn in den Verwaltungsrat der Gemeindewerke einbrachte. Mit Erfolg. Werke-Chef Wotan Lichtmeß hat sich entschlossen, Brauns Idee umzusetzen, „obwohl sie im Verwaltungsrat nicht unumstritten war“. Lichtmeß konnte diese Entscheidung allerdings im Alleingang treffen.

Fahrgäste, Kinder und Hunde dürfen die Busse ab dem 29. November an den vier Adventswochenenden jeweils freitags und samstags auf allen Linien vergünstigt benutzen. Lichtmeß findet Brauns Vorschlag, der für die Grün-Unabhängige Fraktion im Gemeinderat sitzt und von Berufs wegen einen Bus der Gemeindewerke steuert, ausgesprochen gut. „Wir tauschen uns öfter aus. Ohne Herrn Braun hätte ich das nicht gemacht. Ich halte das für einen guten Test.“ Mit Plakaten in den Bussen und an den Haltestellen werben die Gemeindewerke für den vergünstigten Preis, den Braun als Marketingaktion versteht. „Wir müssen den ÖPNV einfach stärken.“

Den ganz normalen Verkehrswahnsinn erlebt er während seines Dienstes jeden Tag hautnah. „Wir alle schauen zurzeit hilflos zu, wie unser Ort im Verkehr erstickt“, sagt er. Gleichzeitig schreibe der Ortsbus immer noch rote Zahlen. Das Defizit liegt Lichtmeß zufolge zwischen 700 000 und 800 000 Euro pro Jahr. „Zuletzt konnten wir es stabil halten.“ 

Die Gemeindewerke erhalten für diese Aktion keinen Zuschuss vom Markt, rechnen aber damit, dass sich wenigstens ein Teil des Preisnachlasses durch vermehrte Nutzung decken lässt. Wenn sich der Test als halbwegs erfolgreich und wirtschaftlich tragfähig erweist, will ihn Lichtmeß „in den kommenden Jahren wiederholen“.

Peter Reinbold

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