Peppi Braun wirft das Handtuch.
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Peppi Braun wirft das Handtuch.

Kommunalpolitik in Garmisch-Partenkirchen

Peppi Braun verlässt die Freien Wähler

Peppi Braun kündigt seine Mitgliedschaft bei den Freien Wählern Garmisch-Partenkirchen. Zudem verlässt er mit sofortiger Wirkung die Fraktion im Gemeinderat.

Garmisch-Partenkirchen – Das kurze Schreiben an die Ortsvorsitzende der Freien Wähler (FW) lässt nur ansatzweise erahnen, wie groß die Enttäuschung ist: „In unserem letzten Gespräch erkannte ich, dass eine zukünftige politische Zusammenarbeit unter den von Dir geschilderten Umständen für mich nicht möglich ist. Nach meinem Eindruck ist eine weitere Zusammenarbeit von Deiner Seite auch nicht gewünscht“, schreibt Peppi Braun am Montag per E-Mail an Lilian Edenhofer. Er kündigt seine Mitgliedschaft bei den Freien Wählern Garmisch-Partenkirchen und verlässt auch mit sofortiger Wirkung die Fraktion im Gemeinderat.

Der Entschluss ist gefasst, aber nicht von langer Hand geplant. „Ich hab’ die ganze Nacht nicht geschlafen“, gibt er zu. Den Grund für seine Kündigung erläutert er im Gespräch mit dem Tagblatt: „Weil mich bis jetzt noch niemand angesprochen hat, wie meine Rolle bei der Kommunalwahl aussehen soll, habe ich bei Lilian Edenhofer angerufen“, berichtet Braun. „Sie hat mir dann mitgeteilt, dass die Liste der Freien Wähler bereits mit 30 Personen voll ist.“ Ein Schock für Braun, der bereits seit 23 Jahren und sechs Monaten für die Freien Wähler im Gemeinderat sitzt – und das mit „viel Herzblut“. „Das ist wie eine Beziehung“, sagt er und ist emotional aufgewühlt.

Edenhofer „bedauert“ seinen Austritt, schiebt aber sogleich Gründe für ihre Entscheidung, ihn nicht auf die Liste für die Kommunalwahl 2020 zu setzen, nach. „Seine Mitarbeit im Ortsverein war in den vergangenen zwei Jahren mehr als dürftig. Bei Veranstaltungen hat man ihn auch nie gesehen.“ Man wolle die zahlreichen neuen, engagierten und motivierten Mitglieder nicht brüskieren, so Edenhofer weiter. „Peppi Braun hat schon immer sein eigenes Süppchen gekocht und Anträge oft nicht mit den Freien Wählern abgestimmt“, sagt sie und nennt als Beispiele seinen Vorstoß, die Parkplätze am Wittelsbacher Park zu bewirtschaften, oder die Bustickets vor Weihnachten zu rabattieren.

Dass er sich bei Veranstaltungen des Ortsverbandes rar gemacht hat, räumt er ein. „Ich bin Großvater geworden und hatte dadurch weniger Zeit“, erklärt er. Ihn einfach nicht zu fragen, empfindet er dennoch als große Enttäuschung, die ihm letztlich keine andere Wahl gelassen hat, den Freien Wählern den Rücken zu kehren.

Welcher Platz ihm am Mittwoch, 23. Oktober, um 19 Uhr bei der Gemeinderatssitzung zugewiesen wird, weiß er nicht. Möglicherweise erhält Braun auch politisches Asyl in einer anderen Fraktion. Wer weiß ...

Thomas Karsch

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