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Ein Pfleger hält in einem Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin. In der Ausbildung trat am Jahresanfang eine Reform in Kraft.

Großprojekt in Garmisch-Partenkirchen

Pflege-Bildungszentrum: Schulterschluss nötig

Das geplante Bildungszentrum für Pflegeberufe in Garmisch-Partenkirchen ist ein ambitioniertes Projekt. Inwiefern sich der Landkreis dabei finanziell einbringt, ist noch nicht ausgemacht. In der Sitzung des Kreistags gab es jetzt einen Sachstandsbericht.

Garmisch-Partenkirchen – Es liegt auf der Hand: Bei einem solchen Großprojekt sind die Finanzen von zentraler Bedeutung. Allein der Bau des geplanten Bildungszentrum für Pflegeberufe in Garmisch-Partenkirchen wird mit Sicherheit eine stattliche Summe kosten. In der Kreistagssitzung in Uffing standen Vertreter der drei Träger Rede und Antwort: Klinikums-Geschäftsführer Bernward Schröter, Clemens Stafflinger, kaufmännischer Geschäftsführer der Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen gGmbh (Kinderrheumaklinik) und Alexander Huhn, Kreisgeschäftsführer des Caritas-Zentrums.

Stafflinger redete nicht um den heißen Brei herum. „Sorgen bereitet die Finanzierung.“ Man rechne zwar mit der Unterstützung des Freistaat Bayern, „aber es ist nicht alles förderfähig“. Zwar würden die Schulträger „umfangreiche Eigenmittel einsetzen“. Doch beim Defizit „brauchen wir Sie als Partner“, betonte er, also den Landkreis. FDP-Mann Martin Schröter bereitete dieser Gedanke Magengrimmen. Er sieht die „Gefahr, in eine institutionalisierte Förderung reinzulaufen. Das kann in der Konsequenz ein Fass ohne Boden sein.“ Er sehe den Landkreis sehr wohl in der Verantwortung, aber nicht finanziell grenzenlos.

Elisabeth Koch (CSU) schlug vor, dass der Landkreis Miet- beziehungsweise Pachtkosten übernehmen könnte. Klinikums-Geschäftsführer Schröter war nicht abgeneigt. „Da kann man drüber reden.“

Das Bildungszentrum sowie ein Forschungszentrum für Geriatronik und ein Altenheim der Caritas sollen westlich des Bahnhofs Garmisch-Partenkirchen entstehen. Die LongLeif gGmbH hat das Areal von Investor Franz Hummel erworben (wir berichteten). Doch es wird sich noch etwas ziehen, bis der Bau steht. Laut Klinikums-Geschäftsführer Schröter kann es 2024, 2025 oder auch 2026 werden. In der Pflege gibt es einen Umbruch. Zum 1. Januar trat eine Reform in Kraft. Dabei wurden die bisher getrennten Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflegeausbildungen zu einer gemeinsamen Ausbildung zusammengefasst.

Dass es an Pflegekräften mangelt, ist kein Geheimnis. Gleichzeitig wird auch im Landkreis mit einem deutlichen Anstieg an pflegebedürftigen Menschen kalkuliert. Pflege-Nachwuchs zu gewinnen, steht oben auf der Agenda. Auch ein Wohnheim für Azubis soll auf dem Areal am Bahnhof realisiert werden. Andernfalls „wären wir im Nachteil“, machte Bernward Schröter deutlich. „Wir stehen da in einem ganz harten Wettbewerb.“ Sein Credo: „Man muss mit Qualität überzeugen.“ Dazu gehören auch Fort- und Weiterbildungsangebote. Zudem sollen die jungen Leute ihren Bachelor und Master machen können, etwa auf dem Gebiet Pflegewissenschaft/Pflegemanagement. Ferner möchte man künftig die Ausbildung zum Pflegehelfer anbieten.

„Letztlich stimmen die Schüler mit den Füßen ab“, betonte Caritas-Kreisgeschäftsführer Huhn. Er ist sicher: „Wenn der Standort attraktiv ist, werden sie kommen, definitiv.“ Wichtig ist aus seiner Sicht ein „Schulterschluss“ der Akteure. „Das Bildungszentrum muss ein Projekt der Region sein. Nur miteinander können wir zu einem guten Bildungsstandort kommen.“

Roland Lory

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