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Bereit für die Container: Die Fundamente für die Übergangs-Schule auf dem früheren PX-Areal zwischen Bahnhof-, Schachen- und Wettersteinstraße werden bereits gelegt.

Garmisch-Partenkirchen bekommt einen neuen Schulstandort

Bereit für die ersten St.-Irmengard-Container

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Der Bauausschuss hat den Weg frei gemacht für den Container-Standort auf dem früheren PX-Areal. Noch werden das Gelände dafür vorbereitet und der Lärmschutzwall aufgeschüttet. Der Umzug der drei St.-Irmengard-Schulen erfolgt im Februar 2018.

Garmisch-Partenkirchen – Die ersten Fundamente liegen – „Fertigteile“ wie Architekt Franz Balda erklärt. Parallel dazu wird auf dem früheren PX-Areal zwischen Bahnhof-, Wetterstein- und Schachenstraße die Frostschutzschicht erstellt. Auch der Lärmschutzwall, um die Nachbarn nicht über Gebühr zu strapazieren, entsteht momentan. Die ersten Container, die dann zwei Jahre lang die St.-Irmengard-Schulen beherbergen sollen, erwartet Balda in etwa einem Monat. Höchste Zeit also, um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das 12 500 Quadratmeter große Gelände aufzustellen. Das haben die Mitglieder des Garmisch-Partenkirchner Bauausschusses nun getan – einstimmig.

Schon im Vorfeld der Abstimmung hatte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) dem Architekten und seinen Mitarbeitern feierlich die Baugenehmigung für das Containerdorf überreicht. Dieses muss bis zu den Faschingsferien im Februar 2018 stehen, denn dann erfolgt der Umzug der Schulen. Was sie in ihrem neuen Domizil erwartet, präsentierte Wolfgang Glashauser vom Architekturbüro Balda in Fürstenfeldbruck den Kommunalpolitikern. „Zwei Längsriegel mit je drei Geschossen und eine erdgeschossige Aula als Verbindung entstehen auf dem Gelände.“ Darin finden nicht nur die Schüler – 490 besuchen aktuell das Gymnasium, 425 die Realschule und 74 die Fachoberschule – ihre Klassenräume, sondern es gibt auch Platz für sämtlich Fachräume, Verwaltung, Mensa und eine kleine Bibliothek. Was in den kommenden beiden Jahren, in denen die Schulfamilie von St. Irmengard auf ihre gewohnten Räume an der Hauptstraße verzichten muss, etwas auf der Strecke bleibt, ist der Sport. Eine Turnhalle wird nicht in das Containerdorf integriert.

Auch vor diesem Hintergrund erkundigte sich Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen), wie der Sportunterricht während der Generalsanierung der St.-Irmengard-Schulen geregelt wird. „In den Containern gibt es einen Bewegungs- und einen Meditationsraum“, erklärte Glashauser. Ansonsten sei auf dem Freigelände Platz für Ballspiele und ähnliches. All das sind freilich nur Provisorien. Dass mit der Bauphase Einschränkungen einhergehen, ist jedem bewusst.

Die Idee, auf dem ehemaligen US-Gelände, das seit 2009 der Georg Jos. Kaes GmbH gehört, einen Schulgarten zu errichten, wird derweil wohl wieder verworfen. „Das wäre eine rein pädagogische Maßnahme gewesen“, sagt der Planer. Während das noch unsicher ist, steht längst fest, dass der Pausenhof Richtung Schachenstraße entsteht – „samt Blumenwiese“. Um alles, was der Hausmeister braucht, auf dem Gelände unterzubringen, werden vier Seecontainer als Lagerflächen aufgestellt. Außerdem kommt ein Carport an die Bahnhofstraße, um Traktor, Anhänger und Streugut zu verstauen.

Wie der Verkehr geregelt wird, interessierte Florian Hilleprandt (CSB). „Schon jetzt ist es an der Hauptstraße ein Chaos, wenn Eltern ihre Kindern abliefern.“ Dieses Dilemma ist auch den Planern bewusste, weshalb an der Wettersteinstraße ein so genannter „Kiss and Ride“-Streifen geschaffen wird, der zum raschen Verabschieden und Aussteigen, aber nicht zum Parken dient. Um den Schülern – momentan besuchen 965 Mädchen und 24 Buben St. Irmengard – auch einen Anschluss ans Busnetz zu ermöglichen, wird Glashauser zufolge eine zusätzliche Haltestelle an der Bahnhofstraße installiert. Sollte es trotz dieser Pläne noch zu Behinderungen kommen, will Meierhofer ein vorübergehendes Parkverbot an der Wettersteinstraße anordnen. „Das ist doch ganz einfach.“

Mehrere Ebenen für St. Irmengard

16kräftige Silberlinden ersetzen die 3 Blutbuchen, die der 60 Millionen Euro teuren Generalsanierung der St.-Irmengard-Schulen zum Opfer fallen. Das war eine der Fragen, die die Mitglieder des Garmisch-Partenkirchner Bauausschusses bewegte, als Architekt Franz Balda die Planung zum Neubau und Sanierung präsentierte. Dabei stellte er außerdem heraus, dass sich die vorhandenen Stellplätze um 14 auf 42 erhöhen. Eine Tiefgarage, die Florian Hilleprandt (CSB) als sinnvoll erachtete, wird nicht gebaut. Nachdem die neue 2,5-fach-Turnhalle, die in drei Einheiten unterteilt werden kann, bereits ein Geschoss unter der Erde liegt, „müssten wir mit der Garage noch ein Stockwerk tiefer gehen“, sagte Balda. Da sei jedoch nicht umsetzbar. Der Planer aus Fürstenfeldbruck geht davon aus, dass die vorgesehenen Parkplätze ausreichen. Zumal viele Schüler, Lehrer und Verwaltungskräfte auch mit Öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Oder mit dem Fahrrad. Für sie werden im Eingangsbereich Am Lyzeum neue Abstellflächen geschaffen – 250 bis 300 erklärte der Architekt. Der Platz auf dem Schulgelände sei begrenzt. „Sollte der Bedarf steigen, können wir nachrüsten.“

Dem enormen Raumbedarf für drei Schulen ist auch geschuldet, dass das frühere Kloster der Armen Schulschwestern nicht erhalten werden kann. „Für schulische Belange ist es nicht nutzbar“, unterstrich Balda. Nachdem mit steigenden Schülerzahlen – aktuell sind es 989, in Spitzenzeiten waren es schon einmal 1350 – zu rechnen ist, werden alle vorhandenen Flächen dringend gebraucht. „Alles ist sehr dicht“, betonte Balda. Deshalb wird mit mehreren Ebenen gearbeitet. So entstehen auf dem Dach der Aula Pausenflächen und auf der Turnhalle ein Freigelände für den Sport. Wie dringend die zusätzlichen 2000 Quadratmeter benötigt werden, zeigen drei Punkte: die Rückkehr zum neunstufigen Gymnasium, das große Interesse an der Fachoberschule – „wir erwägen bei genügend Nachfrage, eine 13. Klasse draufzusetzen“, sagte Schulleiter Otmar Würl – und das Ganztagesangebot, das derzeit 122 Kinder nutzen.

Durch die Sanierung und Erweiterung wird auch ein neues pädagogisches Konzept ermöglicht: Zukünftig sind die Gymnasiasten, Real- und Fachoberschüler Balda zufolge nicht mehr nach Schularten, sondern nach Jahrgangsstufen gemeinsam untergebracht. „Das war dem Erzbistum München und Freising sehr wichtig.“

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