Tourismus-Ausschuss

Garmisch-Partenkirchen bekommt neue Schilder fürs Wanderwege-Netz

GaPa-Tourismus investiert in seine Wanderwege. Das System für die Hinweisschilder wird komplett erneut. Einaufwändiges Verfahren, für das Fördergelder im Raum stehen.

Garmisch-Partenkirchen – Erfahrungswerte sind etwas, was einem sehr zu Gute kommen kann. Zum Beispiel dann, wenn man vor einem Großprojekt wie dem Austausch aller Wanderschilder in einer Tourismus-Destination steht. Ein Prozess, den Thorsten Unseld bei seinem vorherigen Arbeitgeber, dem Tourismusverbund Ammergauer Alpen, schon mitgemacht hat. Nun nimmt sich der kaufmännische Leiter von GaPa-Tourismus die Strecken rund um Garmisch-Partenkirchen vor. Auf 400 Kilometern Wanderwege sollen rund 2500 neue Hinweistafeln aufgehängt werden.

„Das ist grobe Schätzung“ betonte Unseld in der Sitzung des Tourismus-Ausschusses. Eine genaue Bestandsaufnahme, wo wie viele Schilder stehen, ist seinen Worten nach der erste Schritt bei dem Projekt. Ergebnis wird eine digitale Datenbank sein, die neben Informationen zu den Standorten und GPS-Koordinaten auch Fotos von den Tafeln enthält.

Letztere sollen in einem zweiten Schritt erneuert werden. Ziel ist es, mehr Informationen auf den Schildern unterzubringen. So sei es heutzutage üblich, Entfernungen nicht mehr in Kilometern, sondern in Zeitangaben darzustellen. Es gibt Piktorgramme, Hinweise auf Infrastruktur wie Hütten oder Bahnen und auf den Schwierigkeitsgrad der Tour. „Im Optimalfall werden Rundwege ausgewiesen“, verdeutlicht Unseld. Denkbar wäre es auch, Themenwege mit ins Konzept aufzunehmen – Stichwort „moderne Besucherlenkung“.

Die wird es in Zukunft nicht nur im Werdenfelser Land geben. Die Ammergauer Alpen setzen das Projekt bereits heuer um, in der Alpenwelt Karwendel wurde es schon gestartet. Das Blaue Land sowie Farchant, Oberau und Eschenlohe werden es im Loisachtal gleich tun. Die Kommunen und Talschaften profitieren davon, dass Fördergelder für die Neubeschilderung im Raum stehen. Unseld zufolge könnten im Rahmen des Leader-Programms bis zu 60 Prozent der Kosten übernommen werden. Die liegen in Garmisch-Partenkirchen für die Digitalisierung der Datenbank bei 30 000 Euro und rund 170 000 Euro für die neuen Schilder. Ein entsprechender Antrag der Marktgemeinde soll im Juni im Entscheidungsgremium der hiesigen Leader-Aktionsgruppe behandelt werden. Im Herbst könnte dann mit der Arbeit begonnen werden, die Installation der Schilder wäre im Jahr 2019 möglich.

Unseld riet im Tourismus-Ausschuss dringend davor ab, letzteres in Garmisch-Partenkirchen – etwa mithilfe des Bauhofs – selbst zu übernehmen. Seine Erfahrungen beim gleichen Projekt im Ammertal haben eines gezeigt: „Der Teufel steckt im Detail.“ Der Arbeitsaufwand sei enorm – weshalb die Aufträge an externe Anbieter vergeben werden sollen.

Grundsätzlich zeigte sich das Gremium von den Erneuerungsplänen angetan. „Die Idee ist großartig“, sagte etwa Hermann Guggemoos. Der CSU-Politiker betonte aber auch, dass moderne Schilder nur ein Element sind, Bürger und Gäste zufriedenzustellen. „Auch der Zustand der Wanderwege“, fügte er an, „ist enorm wichtig“.

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