Freundschaft geschlossen: (v.l.) der Italiener Parisi Maurio und die Oberpfälzer Thomas und Helena Weigl.
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Freundschaft geschlossen: (v.l.) der Italiener Parisi Maurio und die Oberpfälzer Thomas und Helena Weigl.
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Aufbruchstimmung: Der Wetterumschwung macht Veranstalter und Bikern einen Strich durch die Rechnung. Regen, Gewitter und Sturm erweisen sich als Stimmungskiller.
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Auf dem Parcours zeigen die Nachwuchsbiker ihre technischen Fertigkeiten.
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Bummel durch die Fußgängerzone: (v.l.) Knut Geißler, Hartmut Bollinger und Gerhard Spankus.

Fest der Völkerverständigung

BMW Motorrad Days - Biker leben die europäische Idee

Alle Jahre wieder kommen sie von überall her nach Garmisch-Partenkirchen. Alle mit dem gleichen Ziel: die BMW Motorrad Days. Die Veranstaltung kam auch heuer an - nur einer spielte den Stimmungskiller.

Garmisch-Partenkirchen – An der Agip-Tankstelle in der Burgstraße ist viel los. Und wie überall im Garmisch-Partenkirchner Ortsbild dominieren auch an den Zapfsäulen die Motorräder. Aus Genua sind Andrea, Ivano und Marino mit ihren schmucken BMW R 1200 RT über die Alpen gekommen. Marino ist das erste Mal dabei. „Das musst Du miterleben“, sagten seine Kumpel jedes Mal, wenn sie von den BMW Motorrad Days aus Garmisch-Partenkirchen zurückkamen. Schon nach dem ersten Tag teilt er ihre Begeisterung. „Ich bin auf alles gespannt, was noch kommt und freue mich.“ Beim Bäcker am Mohrenplatz haben es sich Mladen Liber (48) und Carsten Schlöffel (29) aus Lörrach bequem gemacht und erst mal gefrühstückt. Sie sind früh aufgestanden, um sich pünktlich 8 Uhr in die lange Anmelde-Warteschlange fürs Probe fahren einzureihen. „Gestern kamen wir zu spät, aber heute klappt es“, sagt Schlöffel, der bereits zum vierten Mal unter die Alpspitze kommt, während Liber Neuling ist. Beide freuen sich auf die bevorstehende Spritztour. „Die Chance, neue BMW-Motorräder auszuprobieren, ist einmalig. Das sollte weiter ausgebaut werden.“ Er hat sich eine F 800 R Roadster, sein Kumpel eine R 1250 S ausgesucht.

Überhaupt sei das Veranstaltungsangebot überwältigend, schwärmen beide. Schlöffel ist mit einer Kawasaki gekommen. Er findet die Offenheit, dass auch andere Motorrad-Typen akzeptiert sind, einfach toll. „Hier sind überhaupt alle, egal woher du kommst und welchen Beruf du hast, gleich“, betont Liber, gebürtiger Kroate. Biker eben. Erst vor vier Monaten entschlossen sich beide, teilzunehmen, konnten gerade noch ein Quartier in Linderhof buchen.

Lob für Stimmung und Umgebung

Da sind Holger Lehmann und Klaus-Peter Heim (beide 63) besser dran, denn sie haben in einer Garmischer Pension seit zwölf Jahren ihr Stammquartier. „Und das haben wir bereits fürs nächste Jahr wieder klar gemacht“, erzählt Lehmann. Und auch, dass ihm die Wirtin schon mal den Tee ans Bett bringt. Der Werkzeugmacher und der Kaufmann sind in der Nähe von Tübingen zu Hause und loben die Stimmung, die Umgebung. Bisher kannten sie die anderen Biker am Tisch nicht, jetzt fachsimpeln sie gemeinsam.

So geht es auch Parisi Maurio und seiner Frau Lucia vom Gardasee, die zufällig ihre BMW unter dem gleichen Baum am Richard-Strauss-Platz im Schatten abgestellt haben wie Helena und Thomas Heigl. Für das Hotelier-Ehepaar aus Weiden gibt es nichts Schöneres als Garmisch-Partenkirchen. Besonders natürlich, wenn die Motorrad-Days, an denen sie seit 16 Jahren teilnehmen, stattfinden. Eigentlich fährt Helena Heigl ihr eigenes Motorrad, aber diesmal ist sie Sozia. Auf Probefahrt hat sie ihren Mann allein geschickt. „Die zwei Stunden über Eschenlohe und den Kesselberg mit einer 1600er und einem Tour-Guide war ein Traum“, schwärmt er. Auch, dass nur fahren darf, wer in vollständiger Montur, in Sicherheitskleidung mit Protektoren und allem, was dazugehört, bekleidet ist. „Einfach professionell“.

Wetter sorgt für Aufbruchstimmung

Gleich nebenan machen Wolfgang und Dunja Zimmermann aus dem Schwarzwald, aus Villingen-Schwenningen, Pause. Sie sind zum ersten Mal mit zwei Maschinen, einer R 1200 GS und einer R 1200 GS Adventure und ihrem Zelt, dabei. Die 50- und 49-Jährigen – er Selbstständiger, sie im Öffentlichen Dienst – loben die hervorragende Organisation, die Partystimmung und überhaupt das hohe Veranstaltungsniveau. „Es passt einfach alles.“

Das sehen auch Gerhard Spankus (67), Hartmut Bollinger (66) und Knut Geißler aus Pforzheim (55) so. Seit 2001 haben sie kein Treffen versäumt und natürlich längst in Farchant ihr Stammquartier gefunden. Langweilig wird es nie, denn die Lage von Garmisch-Partenkirchen, die Organisation sind einmalig. „Früher kamen wir mit den Familien, inzwischen sind wir eine Männerrunde.“ Sie freuen sich aufs Fachsimpeln, auf die Touren, einfach auf alles. Unisono betonen alle, dass die Biker den europäischen Gedanken längst leben, darüber hinaus international durch ihre Liebe zum Motorrad vernetzt sind.

Herrschte bis zum Spätnachmittag noch eitel Sonnenschein, machte der Wetterumschwung Veranstalter und Bikern einen Strich durch die Rechnung. Regen, Gewitter und Sturm sind Stimmungskiller. Bereits am Sonntagmorgen begann der große Aufbruch. Aufgrund der Wetterlage wurde der Gottesdienst ins Bierzelt verlagert. Nur wenige Gäste suchten noch die Messestände auf, einige Aussteller warteten vergebens auf Besucher, wo am Samstag noch Hochbetrieb geherrscht hatte.

Margot Schäfer

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