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Grünen-Spitzenkandidat mit Führungsmannschaft: (v.l.) Zweiter Sprecher Stephen Kossegi, Neumitglied Karina Winkler, Dr. Stephan Thiel, Vorstandsmitglied Marina Wolff-Bühring und Erster Sprecher Dr. Rainer Steinbrecher. 

Bewusst frühe Nominierung

Die Grünen machen den Anfang: Partei kürt ihren Spitzenkandidaten für das Bürgermeister-Amt

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Bündnis 90/Die Grünen haben sich entschieden. Sie schicken einen Kandidaten bei der Kommunalwahl in Garmisch-Partenkirchen ins Rennen. Auf wen die Wahl fiel, kommt wenig überraschend.

Garmisch-Partenkirchen– Einer ist immer der Erste. Diesmal macht Bündnis 90/Die Grünen den Anfang. Während alle anderen Parteien und Gruppierungen sich bedeckt halten, was den Kandidaten für das Bürgermeisteramt von Garmisch-Partenkirchen für die Kommunalwahl im März 2020 angeht, haben die Grünen am Dienstag die Karten auf den Tisch gelegt. Die Öko-Partei präsentierte mit Dr. Stephan Thiel (53) jenen Mann, der versuchen soll, das Rathaus zu erobern oder zumindest ein achtbares Ergebnis zu erzielen. Thiel weiß, dass er es schwer haben dürfte, ab dem 1. Mai 2020 die Geschicke von Garmisch-Partenkirchen als Bürgermeister zu leiten. „Ich werde jetzt nicht anfangen zu träumen“, sagt er. „Ich stehe mit beiden Beinen auf dem Boden. Es dürfte schon schwierig werden, in die Stichwahl zu kommen.“ Dass nichts unmöglich ist, dafür steht Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die 2014 völlig überraschend Amtsinhaber Thomas Schmid (damals CSB) aus dem Amt katapultierte. Den Termin der Nominierung setzten die Grünen bewusst früh. „Wir haben keine Zeit, uns in den nächsten Monaten mit Personalien zu beschäftigen, dafür gibt es einfach zu viele drängende inhaltliche Herausforderungen in Garmisch-Partenkirchen“, erklärt Stephen Kossegi, Zweiter Sprecher des Ortsverbands.

Die Basis der Grünen ist eine breitere als noch vor fünf Jahren, als neben Thiel auch Dr. Christoph Elschenbroich den Sprung in den Gemeinderat geschafft hatte. Elschenbroich verabschiedete sich allerdings wenige Tage später aus der Fraktion und macht seitdem sein politisches Ding als parteifreier. Bei der Landtagswahl am 14. Oktober 2018 erhielt Bündnis 90/Die Grünen in Garmisch-Partenkirchen mehr als 15 Prozent der Zweitstimmen. „Wenn ich ein ähnliches Resultat erreiche, bin ich zufrieden. Zweistellig wäre perfekt“, sagt Thiel. Der Ortsverband wachse rasant. Insbesondere junge Menschen sind Thiel zufolge in den vergangenen Monaten eingetreten, weil sie sich weder in der Orts- noch in der Landespolitik wiederfinden. „Ihren Ideen möchte ich meine Stimme geben“, sagt er.

Großer Vertrauensbeweis für Grünen-Kandidat

Als Polit-Neuling hat sich der Physiker, der an der Universität Freiburg in Meteorologie promovierte und der seit Anfang 2000 am Karlsruher Institut für Technologie im Bereich der UV-Strahlungs- und Klimaforschung arbeitet, einen ausgezeichneten Ruf erworben. Über Parteigrenzen hinweg wird er wegen seiner messerscharfen und manchmal schonungslosen Analysen geschätzt. Und auch bei den Grünen war seit langem klar, wer die Partei in den Wahlkampf führen soll. Zu Thiel gab es keine Alternative. Das Votum des Ortsverbands am 22. März war einstimmig ausgefallen. Ein großer Vertrauensbeweis. „Dass wir Stephan Thiel zu unserem Spitzenkandidaten machten, ist eine logische Folge seiner hervorragenden und erfolgreichen Arbeit im Marktgemeinderat“, sagt Dr. Rainer Steinbrecher, Sprecher des Grünen-Ortsverbands. „Er ist dort die Stimme einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung, einer zukunftsorientierten und ressourcenschonenden Ortsplanung sowie eines vernünftigen überparteilichen Miteinanders. Und davon braucht der Markt dringend mehr.“

Nicht nur dem Radkonzept, das in großen Teilen seine Handschrift trägt, und der Geriatronik, als deren Namensgeber er gilt, hat sich Thiel verschrieben. Im Wahlkampf will er zudem die Felder soziale Gerechtigkeit und bezahlbaren Wohnraum beackern. Wobei er noch nicht entschieden hat, ob er den kommunalen Wohnungsbau, den große Teile des Gemeinderats präferieren, oder den sozialen Wohnungsbau, dem die CSU das Wort redet, als geeignetes Mittel sieht, die Misere zu beenden.

Den Bürgermeisterkandidaten haben die Grünen gekürt, die Liste der Männer und Frauen, die sich für den Gemeinderat zur Wahl stellen, soll erst im Herbst verabschiedet werden. Sie wird auch für Nicht-Grüne offen sein. Gut möglich, dass darauf die parteifreie Alexandra Roos-Teitscheid auftaucht, die derzeit mit Thiel die Grün-Unabhängige Fraktion bildet. „Ausschließen würde ich es nicht. Es hat bereits Gespräche gegeben“, räumt Thiel ein. Und auch Roos-Teitscheid scheint nicht ganz abgeneigt zu sein. Eine Rückkehr zum CSB oder zur CSU kommt für sie offenbar ebenso wenig in Frage wie der Wechsel zu einer anderen Gruppierung.

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