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Gespannter Blick in den Wahl-Computer: (v.v.l.) Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch und CSB-Fraktions-Vize Claudia Zolk, (h.v.l.) SPD-Fraktions-Chef Robert Allmann, CSB-Fraktionsvorsitzender Florian Hilleprandt und CSB-Pressesprecherin Franziska Louisot.  

Bürgerentscheid  zu Zitzmann Spielzeugland gegenstandslos

Kein Quorum: Viel Geld für nichts

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Das Quorum, das für einen erfolgreichen Bürgerentscheid nötig ist, wurde zwar nicht erreicht, das Signal der Garmisch-Partenkirchner ist aber deutlich: 2946 Wahlberechtigte stimmten am Sonntag mit Nein (Ja 1859) und sprachen sich somit gegen den Verbleib des Spielzeuglands Zitzmann am Richard-Strauss-Platz aus.

Garmisch-Partenkirchen – Viel Geld für nichts. 25 000 bis 30 000 Euro hat der Bürgerentscheid für den Erhalt von Zitzmann Spielzeugland am Richard-Strauss-Platz gekostet – ein Ergebnis, das für klare Verhältnisse sorgt, hat er nicht gebracht, weil den meisten Garmisch-Partenkirchnern das Schicksal des Traditionshauses nicht wichtig genug war, um an die Urnen zu gehen. Im Klartext: Das Quorum wurde nicht erfüllt. Mindestens 4314, das sind 20 Prozent der Wahlberechtigten, hätten mit Ja oder Nein stimmen müssen. „Damit ist der Bürgerentscheid gegenstandslos“, teilte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die als Wahlleiterin fungierte, mit. „Ich fordere alle auf, das Ergebnis trotzdem zu respektieren. Wir werden Herrn Zitzmann bei der Suche nach einem neuen Geschäft unterstützen, wie wir das bisher schon getan haben.“ Die Gemeinde kann jetzt daran gehen, die Planungen für die Tourist-Info, für die die Zitzmann-Räume gebraucht werden, mit Vehemenz voranzutreiben.

Groß war die Enttäuschung bei Amanda Stork, die das Bürgerbegehren initiiert hatte. „Das ist Demokratie. Trotzdem muss ich das erst einmal sacken lassen.“ So deutlich habe sie es sich nicht vorgestellt.“ Stork erfuhr die schlechte Nachricht für sie und ihre Mitstreiter im Gespräch mit dem Tagblatt. Sie befand sich um 19.30 Uhr auf dem Weg ins Rathaus, das Resultat stand wegen der geringen Wahlbeteiligung allerdings schon kurz nach 19 Uhr fest. Irgendwie scheint die Zitzmann-Angestellte, die wie die anderen Mitarbeiter von Spielzeugland Zitzmann nun vermehrt um ihren Job fürchten muss, sich etwas anderes vorgestellt zu haben. „Ich bin etwas überrascht. Diese Deutlichkeit kommt unerwartet.“ Wie es weitergeht? Stork schwebt noch im luftleeren Raum. „Ich muss über alles nachdenken und überlegen, wie wir weiter verfahren.“

Viel klarer sehen die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats. Elisabeth Koch ist dabei wie immer die Frau der unmissverständlichen Worte: „Herr Zitzmann hat den Bürgerwillen erzwungen und ihn in deutlicher Weise erhalten.“ Ebenso wie Koch ist Florian Hilleprandt (CSB), dem politischen Lager der Zitzmann-Gegner zuzurechnen. „Für mich kein überraschendes Ergebnis. Ich habe immer an die Vernunft der Bürger geglaubt, deshalb konnte der Entscheid nicht anders ausgehen.“ Ein klares Votum konstatiert auch Robert Allmann (SPD): „Es ist eindeutig, dass nicht so viele Bürger wollten, dass Zitzmann an diesem Standort bleibt.“ Ganz anders sieht die Situation Martin Schröter (FDP), einer der wenigen Zitzmann-Unterstützer im Gemeinderat. „Weder Gegner noch Befürworter können jubeln. Wir haben de jure ein Patt, weil keine Seite eine Mehrheit bekommen hat.“

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