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Enttäuscht und stinksauer: Wegen eines angeblichen Parkverstoßes hat Elka Sandner jetzt einen Strafzettel kassiert. 

Kundin stinksauer

Knallharte Abzocke: Frau bekommt Bußgeldbescheid - wegen sechs Minuten

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Das Einkaufszentrum an der Amselstraße hat mit Elka Sandner eine Kundin verloren. Wegen eines angeblichen Parkverstoßes wartete eine böse Überraschung auf sie.

  • Die Isartalerin Elka Sandner fuhr bislang gerne in das Einkaufszentrum an der Amselstraße in Garmisch-Partenkirchen. 
  • Nun erlebte sie aber eine böse Überraschung in Form eines Bußgeldbescheids.
  • Angeblich habe sie einen Parkverstoß begangen.

Garmisch-Partenkirchen – Ein Edeka-Markt, eine Bäckerei, ein Friseur, eine Vinzenzmurr-Filiale: Das Einkaufszentrum an der Amselstraße 2 in Garmisch-Partenkirchen hat viel zu bieten und ist ein gut besuchter Ort. Tausende von Kunden strömen gefühlt pro Tag hierher, um in einem der Geschäfte einzukaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Abzocke im Einkaufszentrum in Garmisch-Partenkirchen? Frau erlebt böse Überraschung

So auch Elka Sandner: Mindestens alle 14 Tage fährt die Krünerin ins Center, um zu shoppen. Sie sucht den Friseur auf, kauft Lebensmittel ein, isst zu Mittag beim Metzger einen Imbiss und trinkt anschließend noch einen Kaffee beim Bäcker. Oft mit einer Freundin. Ausgaben in Höhe von einigen hundert Euro sind schon zusammengekommen.

Eine gute Sache für die Läden – und das, was man eine klassische Win-Win-Situation nennt: Dort sprudeln die Kassen, bei den Besuchern steigert sich der Wohlfühlfaktor. Doch der Isartalerin ist jetzt das Lachen vergangen: Das Shoppen dort gehört für sie der Vergangenheit an. „Das war’s“, sagt sie unmissverständlich.

Frau bekommt nach Einkauf in Garmisch-Partenkirchen Bußgeldbescheid - Ton wird scharf

Der Grund: Wegen eines angeblichen Parkverstoßes sollte sie zuerst 30 Euro zahlen. Nach dem Erhalt des Bußgeldbescheids der „Park & Control GmbH“ hat sie Beschwerde eingelegt – die wurde nicht nur abgewiesen, sondern es gab zynischerweise noch mal einen Aufschlag. Mahngebühren. Auf 32,50 Euro hat sich die Strafgebühr inzwischen erhöht. „Sie haben die zulässige Höchstparkdauer überschritten. Sie haben eine Vertragsstrafe in Höhe von 30 Euro zu bezahlen“, heißt es knallhart im ersten Schreiben unter Verweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die – so ein weiterer Hinweis – überall auf dem Gelände „gut sichtbar auf Schildern“ angebracht seien. Das zweite fordert Mahngebühren ein und wird im Ton noch schärfer.

Video: Lidl verhängt bis zu 30 Euro Strafe über Zeitlimit am Parkplatz

Spezieller Ausweis im Armaturenbrett hilft nicht - Frau bekommt Bußgeldbescheid

All das wegen sechs Minuten. Das ist die Zeitspanne, die der auf der Stellfläche angebrachte Parksensor gemessen hat. Um 10.24 Uhr hat Sandner dort geparkt, um 12 Uhr ist sie laut Bescheid abgefahren – bei einer Parkhöchstdauer von 90 Minuten genau sechs Minuten zu viel. Eine Bagatelle – wenn überhaupt. Eigentlich dürfte es die „zahlungspflichtigen“ sechs Minuten gar nicht geben. Stichwort Kundenbindung.

Denn die Läden sind darauf eingestellt, dass ein Besuch auch einmal länger ausfallen kann. Der Andrang beim Friseur beispielsweise ist oft enorm, das Schneiden, Strähnen, Färben und Föhnen frisst Zeit, schnell vergehen Stunden um Stunden. Deswegen bekommt der Kunde eine Karte, die ihm bescheinigt, dass er sich gerade im betreffenden Geschäft aufhält. Sieht ein Kontrolleur diesen Ausweis auf dem Armaturenbrett liegen, könnte er ohne weiteres mit der Person Kontakt aufnehmen und sich um eine gute Lösung bemühen. Doch bei Sandner hat sich in dieser Winzigkeit einer Zeitspanne niemand blicken lassen. Es wird schon alles seine Richtigkeit haben, denkt sie sich – dafür gibt es ja die Karte. Wozu sonst?

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Nach Bußgeldbescheid in Garmischer Einkaufszentrum: Keine Einigung mit dem Kontrolleur

Eine Milchmädchenrechnung, wie sich schnell herausstellt: Als sie gegen 11.56 Uhr das Friseurgeschäft verlässt und zum Auto eilt, hängt am Scheibenwischer ein Zettel mit einer Bußgeldandrohung. Den sieht sie zunächst nicht, weil sie eifrig damit beschäftigt ist, die Karte wieder in den Laden zurückzubringen. Später, als sie den Zettel auf der Fahrt zurück nach Hause erblickt, entdeckt sie die unliebsame Überraschung. Sie kann es kaum fassen, macht kehrt. Der Kontrolleur dreht immer noch seine Runden.

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„Ich habe ihm den Sachverhalt geschildert, doch das hat ihn überhaupt nicht interessiert“, erbost sie sich. Er habe grummelnd darauf verwiesen, dass er nur seine Pflicht tue und an der Beanstandung nicht zu rütteln sei. „Einfach unglaublich“, findet sie. Und fragt: „Wozu gibt es die Sache mit der Karte überhaupt?“

Sich weiter zu beschweren, hat für sie keinen Sinn. Zeitverschwendung – und es kommt sowieso nichts dabei raus. Sandner wird zahlen. Zahlen müssen. Das letzte Mal im Zusammenhang mit dem Einkaufszentrum.

Riesenärger gab es auch für eine Frau, nachdem sie bei Mittenwald auf einem Wanderparkplatz parkte. Im schlimmsten Fall könnte ihr nun sogar ein Strafverfahren drohen.

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