Die Maske, der ständige Begleiter: Viele Menschen haben sich daran gewöhnt – wie hier im Garmischer Zentrum.
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Die Maske, der ständige Begleiter: Viele Menschen haben sich daran gewöhnt – wie hier im Garmischer Zentrum.

Fast zwei Monate beherrscht das Virus das tägliche Leben

Corona-Bilanz: Leichte Entspannung, aber kein Ende

Fast zwei Monate beherrscht das Virus das tägliche Leben der Bürger zwischen Staffelsee und Karwendel. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz mit dem Gesundheitsamt.

Garmisch-Partenkirchen – Woche acht läuft nun seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Landkreis. Das heißt: Fast zwei Monate beherrscht das Virus das tägliche Leben der Bürger zwischen Staffelsee und Karwendel. Vieles hat sich verändert seit dem 8. März, als der erste Corona-Fall in den Akten des Gesundheitsamtes registriert wurde. Ein zentraler Punkt: Schutzmasken gab es anfangs kaum, nun sind sie Pflicht. Seit Montag ein Muss in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr, in vielen Ämtern und Einrichtungen. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz mit dem Gesundheitsamt.

Das Leben war und ist ein anderes. So viel steht fest. Doch: Die Unruhe wächst. Der Mensch sehnt sich nach Normalität, Unternehmer danach, gegen die eigene wirtschaftliche Krise vorgehen zu können. „Das ist die große Herausforderung für die Arbeit im Gesundheitsamt“, betont Stephan Scharf, Pressesprecher im Landratsamt. „Nur weil die Zahlen nun besser werden, ist das Virus ja nicht weg.“ Daher appellieren die Amtsärzte und Einsatzleiter dringend an die Landkreis-Bewohner, sich weiterhin an die Hygienemaßnahmen und Abstandsregelung zu halten. „Es geht ja hier nicht darum, dass nur ein Einzelner einer Gefahr ausgesetzt ist, sondern die Bevölkerung“, betont Scharf. Die Mitarbeiter der derzeit maßgebenenden Behörde seien immer wieder auch mit schweren Corona-Fällen konfrontiert, die durchaus abschreckende Wirkung haben. „Natürlich gibt es viele leichte Verläufe dieser Infektion, aber jeder muss sich bewusst sein, dass eben auch eine nicht unerhebliche Zahl an sehr harten Fällen existiert – auch bei jüngeren Erkrankten.“

Rückgang der Fallzahlen

Unterm Strich hat sich die Lage im Landkreis Garmisch-Partenkirchen allerdings ein wenig entspannt – trotz zweier Hotspots in Murnau und Oberammergau. Das leugnet Scharf nicht. „Wir haben einen Rückgang der Fallzahlen, befinden uns dabei im bayernweiten Trend.“ Die Region steht aber nicht besser da. Auch das macht er deutlich: „Im Vergleich mit den Nachbarlandkreisen Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen hat mal der eine einen oder zwei Fälle mehr, mal der andere.“ Die Verläufe seien sehr ähnlich.

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In Zahlen lässt sich die leichte Entspannung wie folgt ausdrücken: Kamen in den Hochzeiten der Infektionen pro Tag bis zu zehn neue Positiv-Ergebnisse aus den Laboren im Gesundheitsamt an, so sind es derzeit im Schnitt noch zwei. „Und das sogar bei einer höheren Zahl an Tests“, merkt Scharf an. In den ersten Wochen war die Menge an Abstrichen in der Region noch sehr überschaubar, da lediglich das Rote Kreuz über das Gesundheitsamt aktiv wurde, einige Tests in Kliniken hinzukamen. Nun hat sich die Situation stark verändert. Gesundheitsamt, Hausärzte und die Kliniken lassen Patienten untersuchen. Scharf geht von bis zu 150 Abstrichen pro Tag aus, zu Beginn waren es 30 bis 40.

Keine Prognose für ein Ende der Pandemie

Aus diesen Daten aber einen endgültigen Trend abzuleiten oder gar eine Prognose für ein Ende der Pandemie zu stellen, davon sind die Mitarbeiter des Krisenstabs weit entfernt. „Es wird mindestens noch zwei oder drei Wochen dauern, bis wir vielleicht von einer Tendenz sprechen können.“ Auch erst dann werde sich zeigen, ob die ersten Lockerungen in Bayern negative Auswirkungen auf die Infektionen haben oder die Zahlen weiterhin stabil bleiben.

Die Reduzierung der Fallzahlen spielt dem Gesundheitsamt jedoch definitiv in die Karten. „Die Kollegen können ihre Arbeit sehr viel effektiver ausführen, als wenn am Tag zehn neue Erkrankte kommen, deren Kontaktpersonen ermittelt werden müssen“, betont Scharf. Bleibt es bei diesem niedrigen Niveau, dann wäre die Situation gut zu steuern. Ein Wunsch bleibt dennoch: „Wir wären alle froh, wenn es vorbei wäre, denn die ganze Arbeit ist immer noch brutal anstrengend für alle Kollegen.“

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