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Spezial-Beil: Franz Lidl mit einer so genannten Parte. 

Woher kommt das Beil im Wappen?

Er sucht verzweifelt nach Skeletten: Franz Lidl will Geheimnis um Partenkirchner Wappen lüften

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Franz Lidl glaubt, die Herkunft des Partenkirchner Wappens geklärt zu haben. Er sucht deshalb verzweifelt nach Skeletten.

Garmisch-Partenkirchen – Die Partenkirchner brauchen einen Geistlichen und – vor allem – eine Kirche dazu. Das verlangt die Diözese Freising, nachdem das Kloster Scharnitz geschlossen wird. Nur wo im Ort soll man sie errichten? Sechs Männer, die Dorfältesten, treffen sich, diskutieren. Lange. Einem wird’s zu bunt. Er rammt sein spezielles Beil, eine Parte, in den Boden. Wie es die alten Germanen so gemacht haben, um zum Beispiel den Verlauf einer Grenze zu ermitteln. Dazu sagt er: „Hierher kommt die Kirche und nirgendwo anders.“ Also an die Ludwigstraße, wo heute die Pfarrkirche steht.

Über Generationen – wie viele, weiß keiner mehr – ist diese Geschichte in der Familie so weitergeben worden. Denn einer der Vorfahren soll der Mann gewesen sein, der die Entscheidung getroffen hat. Franz Lidl glaubt an diese Version. Der 78-Jährige ist sicher, dass so und nicht anders das Partenkirchner Wappen mit Gotteshaus und Parte entstanden ist. Vor allem bezieht er sich auf eine Sage, wonach „der Riese Thiers“ aus dem Loisachtal das Beil in den Boden geschlagen hat.

Lidls Vorfahren dürften im Mittelalter wahre Riesen gewesen sein

Ein Riese, zur damaligen Zeit – bei solchen Angaben wird Lidl hellhörig. Große Männer fielen auf in Zeiten, in der kaum ein Mann die 1,70 Meter übertraf. Bei den Lidls schafften das viele. Franz Lidl selbst bringt es auf 1,94 Meter, sein Vater war 2,02 Meter groß. Und die Größe brachte ihn auf viel mehr spannende Familiengeschichten. Von Reichtum und vergrabenen Ur-Werdenfelsern.

Überall und immer wieder taucht in Partenkirchen und seiner Geschichte der Name Lidl auf. Zum Beispiel in der Daxkapelle, in der Kirche St. Anton und im Pfarrheim an der Badgasse – unter den Spendernamen. Oft mit dem Zusatz „Lang“. Nicht der Hausname, sondern der Hinweis, dass es sich um die langen, also die großen Lidls handelt.

Spenden wie diese und weitere Dokumente zeigen: Die Lidls waren wohlhabend, laut Franz Lidl eine alte Handelsfamilie im Mittelalter mit Unternehmenszentrale in Augsburg. In Partenkirchen gehörten ihr damals viele Immobilien, darunter der Gasthof zum Rassen.

Viele Informationen hat Lidl gesammelt. Doch in einer Sache kommt er nicht weiter. Schon vor circa 1300 Jahren lebten seine Vorfahren im Werdenfelser Land. Davon ist der 77-Jährige überzeugt. Sein Argument: wieder die Körpergröße.

Gräber tauchten bei Bauarbeiten im gesamten Ortsgebiet auf

Anfang der 1970er Jahre entstand die Unterführung am Bahnhof. Dort, wo zwischen 600 und 800 nach Christus die Toten ihre letzte Ruhe fanden. Im August 1971 entdeckten Arbeiter an der Olympiastraße Reihengräber, sterbliche Überreste der Ur-Werdenfelser. Eines der Skelette, berichtete damals das Tagblatt, stammt von einer Person mit einer Größe von etwa zwei Metern. Insgesamt waren es sechs, sagt Lidl, alle etwa zwei Meter groß. Eine Seltenheit, die für ihn kaum einen anderen Schluss zulässt, als dass diese Toten zu seinen Vorfahren gehören. Er will Gewissheit. Doch die Skelette scheinen verschwunden. Seit etwa drei Jahren sucht er intensiv danach. Im Werdenfels Museum lagen sie wohl die ersten Jahre. Danach wurden sie – vermutlich – ans Paläontologische Institut geschickt. Dort weiß man nichts von den Knochen. Man verwies ihn ans Landesamt für Denkmalschutz – wo die Skelette tatsächlich landeten und wissenschaftlich untersucht wurden. Bald bekommt Lidl den Bericht.

Zugleich sucht der 77-Jährige weiter. Denn offenbar hat die Behörde die Überreste wieder nach Garmisch-Partenkirchen geschickt. Irgendwann, wünscht sich Lidl, bringt ihm ein DNA-Test den Beweis, dass seine Ahnen unter der Olympiastraße beerdigt und weit über 1000 Jahre später wieder ausgegraben wurden.

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