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Mittendrin statt nur dabei: Verkehrsminister Alexander Dobrindt (M.) und Mitglieder der Zwei-Tunnel-Initiative.  

Wieder Hoffnung für Umfahrungen

Dobrindt macht Tunnel-Initiative Mut

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Der neue Planfeststellungsbeschluss für den Weiterbau des Kramertunnels soll noch im Sommer kommen. Dann will Verkehrsminister Alexander Dobrindt sofort die Gelder freigeben. Der CSU-Bundespolitiker appelliert an den Bund Naturschutz, auf eine erneute Klage zu verzichten.

Garmisch-Partenkirchen – Wenn du denkst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo Alexander Dobrindt her – und gibt Zuversicht und macht Mut. Der Bundesverkehrsminister, am Freitag Stargast eines CSU-Stammtischs mit hochkarätiger Besetzung im urigen Garmisch-Partenkirchner Bräustüberl, hat der Bürgerinitiative „Zwei Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“ neue Hoffnung gemacht. Er glaubt, dass in absehbarer Zeit zumindest der Bau des Kramertunnels, der seit Jahren ruht, wieder aufgenommen werden könnte.

Der Peißenberger (47) hat in seiner vierjährigen Amtszeit als Bundesminister den Landkreis, den er als Bundestagsabgeordneter vertritt, generös bedacht. Er hat veranlasst, dass die Umfahrung Oberau gebaut wird, dass Kramer- und Wanktunnel sowie die Umfahrung von Murnau in den vordringlichen Bedarf hochgestuft wurden. Kritiker der anderen Parteien, – ganz besonders der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn – haben ihn dafür heftig gescholten und ihm vorgeworfen, er bevorzuge seinen Wahlkreis. Stimmen, die Dobrindt kalt lassen. Er findet nichts dabei, dass er finanzielle Wohltaten gebracht hat. „Den Vorwurf habe ich oft gehört, dass ich Bayern bevorzuge. Und wenn er stimmt, wäre es auch okay.“ Unterstützung erhielt er von Harald Kühn. „So einen Unsinn können nur Menschen sagen, die hier nicht leben und den Verkehr nicht ertragen müssen“, meinte der CSU-Landtagsabgeordnete. Der Bau des Kramertunnels sei „kein Luxus“.

In den letzten Wochen und Monaten seiner jetzigen Amtszeit – Gerüchte besagen, dass Dobrindt einer neuen Bundesregierung nach der Wahl am 24. September nicht mehr angehören wird, weil er die CSU-Landesgruppe führen soll – will der Peißenberger dafür sorgen, dass im Kramertunnel wieder die Arbeiter anrücken. Die Westumfahrung, die den Ortsteil Garmisch vom Durchgangsverkehr in Richtung der Skigebiete und nach Österreich entlasten soll, habe ihm „schlaflose Nächte bereitet“, sagt er. Nicht nur ihm. Den Männern und Frauen der Bürgerinitiative auch. Ursel Kössel, die Vorsitzende, hat drei Bundesverkehrminister erlebt. Manfred Stolpe (SPD), Peter Ramsauer (CSU und Dobrindt. Aber erst bei ihm fühlt sich die Bürgerinitiative gut aufgehoben. „Er setzt sich richtig für uns ein.“ Die Ampel scheint bald auf Grün zu schalten. „Der neue Planfeststellungsbeschluss kommt demnächst. Mit Sicherheit noch in diesem Sommer“, sagt Dobrindt. „Dann gebe ich sofort die Finanzierungszusage, damit der Weiterbau beginnen kann.“

Alle Hoffnungen von Dobrindt und der Bürgerinitiative kann nur noch der Bund Naturschutz (BN) pulverisieren, der einen Kampf gegen die Kramertunnel-Trasse und die Naturzerstörungen führt, die durch den Bau entstanden sind. Dobrindt bat die Vertreter des BN, auf eine erneute Klage zu verzichten. „Wenn die kommt, dann verzögert sich alles um Jahre“, machte er deutlich. Noch länger dauert wahrscheinlich die Realisierung des Wanktunnels. „Da stehen wir sehr am Anfang“, erklärt Dobrindt. Deshalb könne er über den Zeitraum nichts sagen. Günstig wäre es allerdings, wenn mit dem Bau im nächsten Jahrzehnt begonnen werden könnte. „Die Laufzeit des Bundesverkehrswegeplans liegt bei 15 Jahren“, sagt er. Wenn dann nichts mehr geht, kommt bestimmt von irgendwo kein Alexander Dobrindt mehr her.

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