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Dr. Ernst-Otto Münch will während seiner Verletzungspause die Sonne genießen.

Diagnose: Achillessehnenriss!

Er operierte Staatsmänner und Ski-Stars - nun geht der Knie-Papst selbst am Stock

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Neue Perspektive für Dr. Ernst-Otto Münch: Nach einer schweren Verletzung lag der Knie-Papst plötzlich selbst bei einem Kollegen auf dem Behandlungstisch.

München - Ihm vertrauten Generationen von Ski-Stars, angefangen bei Rosi Mittermaier bis hin zu Maria Höfl-Riesch, Staatsmänner wie Helmut Kohl und Theo Waigel, Schauspieler wie Miroslav Nemec oder Rodel-Legende Georg Hackl: In seiner langen Karriere hat der Orthopäde Dr. Ernst-Otto Münch etwa 25.000 Patienten operiert, meistens am Knie. Jetzt ist der 67-jährige Promi-Doc in Rente gegangen – und prompt hat’s ihn selbst erwischt. Diagnose: Achillessehnenriss!

Auch Rodler Georg Hackl vertraute auf die Expertise des Mediziners.

Es geschah daheim in Garmisch-Partenkirchen beim Kicken mit den Nachbarskindern. „Ich hab’ sie noch gewarnt, dass ich gar nicht Fußballspielen kann, deshalb bin ich freiwillig ins Tor gegangen“, erzählt Münch schmunzelnd im tz-Gespräch. Beim Versuch, einen Schuss abzuwehren, verdrehte sich der frühere medizinische Berater des FC Bayern den rechten Fuß. Plötzlich gab’s ein lautes Geräusch – genauer gesagt das berüchtigte, peitschenartige Knallen. „Das deutete leider schon darauf hin, dass die Achilessehne durch ist.“

Sechs Wochen bleibt der Spezialschuh dran

Zur genauen Diagnose fuhr Münch ans Trainingsgelände des FCB an der Säbener Straße. Dort legte er sich beim Radiologen Professor Dr. Martin Mack in die „Röhre“. Die Aufnahmen der Magnetresonanztomographie (MRT) bestätigten den Verdacht und gaben zudem Aufschluss darüber, wo genau die Sehne gerissen ist – nämlich direkt am Übergang zur Muskulatur. „Eine Stelle, die relativ schwer zu operieren ist. Trotzdem bestehen gute Chancen, dass die Sehne wieder fest zusammenheilt“, erläutert Münch. „Ich habe einige erfahrene Kollegen nach ihrer Einschätzung gefragt, und alle haben mir zu einer konservativen Behandlung geraten.“

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So bleibt Münch, der als Mitbegründer der Orthopädischen Chirurgie München (OCM) in Sendling jährlich bis zu 900 Eingriffe durchführte, selbst eine Operation erspart. Stattdessen muss er allerdings rund sechs Wochen lang einen Spezialschuh tragen. Er sorgt dafür, dass die beiden Enden der gerissenen Sehne relativ eng beieinander liegen – und so wieder zusammenwachsen können. Mit dem Sporteln muss sich der ansonsten topfitte „Jung-Pensionär“ drei Monate lang zurückhalten.

Münch will nun die Sonne genießen

Aber er nimmt’s mit Humor: „Ich hoffe auf gutes Wetter. Dann kann ich ausgiebig die Sonne und den Ausblick auf meiner Terrasse genießen.“ Hauptsache, er bleibt dann auch wirklich ruhig liegen. Der Hintergrund: Vor sechs Jahren hatte es sich Münch schon mal zu Hause gemütlich gemacht – damals vorm Fernseher, um das Skirennen auf der Streif in Kitzbühel zu verfolgen. 

Als die Satelittenschüssel ihren Dienst versagte, kletterte Münch aufs Dach, um sie vom Schnee zu befreien. Mit dem Ergebnis, dass er aus vier Metern Höhe von der Leiter stürzte und auf dem Handgelenk landete – Trümmerbruch! Zum Glück ist der längst wieder verheilt, und Schnee liegt in Garmisch ja auch nur noch oben zwischen Alp- und Zugspitze. Ein Gelände, das für den passionierten Hobby-Wanderer mit seinem klobigen Spezialschuh derzeit eher Everest-Dimensionen hat.

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