Ein Hotel von außen mit der Aufschrift Hotel Almenrausch und Edelweiß, davor parken Autos.
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Leidtragender Nummer I: das Hotel Almenrausch und Edelweiß an der Kreuzstraße.

Gleicher Name: Nach Corona-Ausbruch sagen Gäste Buchungen ab

Dreimal „Edelweiß“ im Corona-Hotspot Garmisch-Partenkirchen: Falsche Hotels leiden unter Storno-Welle

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Das Hotel „Edelweiss Lodge & Resort“ in Garmisch-Partenkirchen gilt nach einem Coronavirus-Ausbruch als Hotspot. Zwei weitere Hotels leiden mit - denn sie haben den gleichen Namen.

  • Dreimal gibt es das Hotel mit dem Namen „Edelweiß“ in Garmisch-Partenkirchen.
  • Das Edelweiss Lodge & Resort zählt zahlreiche Corona-Infizierte. Eine „Superspreaderin“ arbeitet dort.
  • Nun stornieren in zwei weiteren Edelweiß-Hotels Gäste ihre Buchungen.

Garmisch-Partenkirchen – Ein Ort, dreimal Edelweiß – so kurios sich das anhört, so problematisch ist es aktuell für die Betreiber zweier weiterer Häuser in Garmisch-Partenkirchen. Denn spricht man aktuell vom Edelweiss-Hotel, so geschieht das in den meisten Fällen nicht gerade positiv.

Superspreaderin arbeitet und lebt im „Edelweiss Lodge & Resort“

Der Grund liegt auf der Hand: Die 26-jährige Amerikanerin, die hochinfektiös durch das Nachtleben der Marktgemeinde tigerte und womöglich zahlreiche Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt hat, arbeitet und lebt im Edelweiss Lodge & Resort. Das betreiben die US-Streitkräfte an der Zugspitzstraße, abgeschnitten von der Außenwelt, für einen Deutschen nicht einmal buchbar.

Hotel Edelweiß der Bundeswehr in Garmisch-Partenkirchen: Seit Samstag keine Anreise, Gäste buchen um

An der Martinswinkelstraße sitzt dagegen Karsten Handrup in seinem Hotel namens Edelweiß. Es ist das Haus des Sozialwerks der Bundeswehr. Im Grunde ein ähnliches Konstrukt wie bei den US-Amerikanern. Aktive und Ehemalige können sich in der Unterkunft in Garmisch-Partenkirchen einmieten. „Seit Samstag keine einzige Anreise mehr“, moniert Handrup. „Viele haben umgebucht.“ Die Leute von auswärts würden nicht zwischen den verschiedenen Edelweiß-Varianten unterscheiden. „Ich habe alleine 15 bis 20 Telefonate am Tag, in denen ich erklären muss, dass wir nicht das Hotel mit den Infizierten sind“, sagt der Hotelmanager.

Leidtragender Nummer II: das Hotel Edelweiß der Bundeswehr an der Martinswinkelstraße.

24 Personen wurden bis zuletzt in dem anderen Haus, im Edelweiss Lodge & Resort, positiv getestet. Auch wenn sich nicht mit Sicherheit sagen lässt, ob sie alle auf die 26-Jährige zurückzuführen sind, droht ihr nun eine empfindliche Strafe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Hotel Almenrausch & Edelweiß in Garmisch-Partenkirchen: Traurige Lage, besorgte Anrufe, Stornierungen

Maximilian Härtl geht es ähnlich wie seinem Hotel-Kollegen an der Martinswinkelstraße. Seine Familie betreibt schon seit 1932 das Hotel Almenrausch & Edelweiß an der Kreuzstraße in Garmisch-Partenkirchen. „Bei uns schaut’s jetzt echt traurig aus“, betont der Geschäftsführer. „Wir waren zuletzt gar nicht schlecht gebucht, nachdem uns ja die Passion schon komplett weggefallen war“, betont Härtl, dessen Großvater 1932 das Hotel erworben hatte. „Aber seit Samstag ist es vorbei.“ Viele Gäste rufen an, „sie haben Angst“. Mit denen er in Kontakt kommt, die verstehen die Lage und erkennen, dass es sich um das falsche Hotel handelt. Manche aber stornieren, ohne sich zu erkundigen. „Das wirft uns jetzt wieder richtig zurück.“

Scharmützel mit den Amerikanern sind für die Härtls nicht neu. Als die Streitkräfte nach der Jahrtausendwende ihre Lodge eröffnen wollten, ging es tatsächlich um den Namen. „Sie wollten ihn für sich haben“, betont Härtl. „Sie hätten eine Millionen Dollar für die Werbung investiert, hieß es damals.“ Doch die Familie ließ sich nicht einseifen, blieb hart – und beim Namen Edelweiß. „Seitdem steht immer mal ein einzelner Gast vor der Tür – vor dem falschen Haus. Früher waren es Busladungen voll.“ Eben, weil die US-Garnison ihr Haus ja nach dem Anschlag von 2001 erst einmal geheim gehalten hatte. Trubel herrscht derzeit auch an der FOS/BOS Erding: Eine Schülerin wurde positiv auf Corona getestet. Obwohl sie Symptome gezeigt hatte, ging sie vor Erhalt ihres Ergebnisses zur Schule.          

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