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Die Spitzenkandidatin: Elisabeth Koch formuliert bei der Aufstellungsversammlung ihre Ziele.

Ins richtige Licht gerückt

Elisabeth Koch führt CSU als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf

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Die CSU nimmt Anlauf auf das Garmisch-Partenkirchner Rathaus. Die Christsozialen wollen mindestens stärkste Fraktion bleiben, Elisabeth Koch soll als Spitzenkandidatin das Bürgermeisteramt übernehmen. Schaffen wollen sie das mit einer Liste, die Ortschef Claus Gefrörer als schlagkräftig bezeichnet.

Garmisch-Partenkirchen – Nichts wird dem Zufall überlassen, alles soll hochprofessionell sein. Der Partei und ihrem Selbstverständnis angemessen. Deshalb ist nur das oder die Beste gut genug für die Orts-CSU, um optimal präpariert und präsentiert in den anstehenden Kommunalwahlkampf starten zu können. Bürgermeisterkandidatin Elisabeth Koch ließ sich in München von Susi Knoll, die als Porträtfotografin vor allem bei SPD-Politikern einen guten Ruf besitzt – auf ihrer Homepage wirbt sie mit Außenminister Heiko Maas, den Ministerpräsidentinnen Manuela Schwesig und Malu Dreyer sowie Ex-Justizministerin Katarina Barley –, nach allen Regeln der Kunst ins richtige Licht rücken. „Ich finde das Bild gar nicht so schlecht. Ein bisschen hat sie auch den Photoshop genutzt“, kokettiert Koch damit, dass Knoll das Bild etwas bearbeitet hat. „Dazu stehe ich.“ Heute und am Samstag lichtet Knoll, die zu Kochs Freundeskreis zählt, im Schützenhaus Partenkirchen auch jene 29 Frauen und Männer ab, die zusammen mit der Rechtsanwältin (57) auf der Liste der Christsozialen für den Gemeinderat stehen und deren Konterfeis dann die Wahlplakate zieren sollen. Damit sie eine verschworene Einheit werden, haben Koch und Ortsvorsitzender Claus Gefrörer für den 17. Dezember einen Kandidatentreff im Olympiahaus angesetzt.

Was Koch und Gefrörer „besonders freut und stolz macht“: Sämtliche Listenplätze konnten besetzt werden. „Alle mit CSU-Mitgliedern.“ Süffisant weisen beide darauf hin, dass es dem politischen Gegner, gemeint war das CSB, obwohl der Name nicht fiel, – derzeit die zweitstärkste Gemeinderatsfraktion – „nur mit Müh’ und Not“ gelungen ist, eine Liste mit zehn Kandidaten aufzustellen.

Die CSU-Gemeinderatskandidaten.

Zwar treten Zugpferde wie Max Wank und Alois Maderspacher, die viele Jahre lang die CSU geprägt haben und als deren Strategen galten, nicht mehr an. Koch, die als aussichtsreichste Herausforderin von Amtsinhaberin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) gehandelt wird, meint, dass ihr Team „viel Qualität besitzt. Wir sind schlagfertig, weil wir aus allen Bevölkerungsschichten engagierte Leute gefunden haben“. Und die CSU bedient auch die Frauenquote. Die liegt mit einem Drittel der Bewerber relativ hoch. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Gefrörer. Drei Kandidatinnen, Christine Sontheim, Kathrin Ostermair-Maurer und Marie-Teres Pfefferle, wurde unabhängig ihres Wahlergebnisses bei der Aufstellungsversammlung auf die Plätze vier, sieben und zehn gereiht. „Es wäre günstig, wenn wir für die nächsten sechs Jahre mehr als eine Frau in den Gemeinderat brächten.“ Seit 2014 war Koch allein unter Männern, die sie allerdings als Frontfrau führte. Jetzt kürte sie die Versammlung mit 78 von 81 Stimmen zur Spitzenkandidatin.

Die CSU stellt derzeit mit zehn Mandaten die größte Fraktion. Den Wettbewerb für den 15. März 2020 nennt Gefrörer „erheblich“. Dennoch streben die Schwarzen, die 2008 die Macht im Rathaus, die sie 1978 übernommen hatten, abgeben mussten, mit Koch nicht nur die Rückkehr auf den Chefsessel im Rathaus an, sie wollen zudem die Nummer eins bei den Sitzen bleiben. „Dieses Ergebnis möchten wir mindestens halten. Schön wäre es, wenn wir Zuwächse erzielen könnten“, sagt Gefrörer.

Mit beherzt, mutig und kompetent beschreibt sich Koch – der Slogan steht auch unter ihrem Porträtbild und bald wohl auch auf den Wahlplakaten. Sie gab einen kleinen Einblick, was sie kurz-, mittel- und langfristig vorhat, sollte sie zur Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen gewählt werden. „Dieser Ort muss wieder sauber werden“, sagt sie. Auch plant sie, die Wohnungsnot zu lindern, indem sie Zweitwohnungen dem regulären Markt zuführen, an der Steuerschraube drehen und die Ortsgestaltungssatzung ändern will. Was ihr besonders am Herzen liegt: Niemand dürfe wegen seines Geschlechts, seiner Religion, seiner Hautfarbe ins Abseits gestellt werden. „Garmisch-Partenkirchen soll weltoffen bleiben.“

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