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Freut sich auf den „ZAMMA“-Chor und vor allem auf viele Teilnehmer: Sängerin Karin Manner.

Das ultimative Gemeinschaftsgefühl

Erst bei „Rockin‘1000“, jetzt bei „ZAMMA“: Sängerin packt besonderes Chor-Projekt an

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Ein Stadion, 18 Lieder, 1000 Musiker, ein Konzert: Sängerin Karin Manner hat bei „Rockin’1000“ in Frankfurt einen großen Gemeinschaftsgeist erlebt. Jetzt will sie diesen bei „ZAMMA“ wecken - mit einem Chor.

Garmisch-Partenkirchen - Diese Nummer – ein Graus. Anspruchsvoll ohne Ende. Selbst für einen Profi wie Karin Manner. Hilft nichts. Die Sängerin hat sich „Born To Run“ von Bruce Springsteen, dem „Boss“ mit der rauchigen Stimme, einzuverleiben. Text, Rhythmus, Phrasierung – alles muss sitzen. Für den einen großen Auftritt im Juli in Frankfurt.

Im April beginnt die Garmisch-Partenkirchnerin mit den Proben. 18 Lieder befinden sich auf ihrer Playlist. Sie spielt sie in Dauerschleife ab, studiert sie akribisch ein. Das Pflichtprogramm für die Musiker, die bei „Rockin’1000“ in der Commerzbank-Arena auf der Bühne stehen wollen. Die Stücke, sagt Manner, „seither alles Ohrwürmer“. Der Springsteen-Hit ist jetzt ihr Lieblingslied. Weil sie ihn mit einer unvergesslichen Erfahrung verbindet.

Weltrekord als größte live spielende Rockband

Erinnerungs-Schnappschuss: (v.l.) Claudia Cane, Fabio Zaffagnini (Konzert-Chef) und Karin Manner.

Ihre Musiker-Kollegin und Freundin Claudia Cane aus München hatte ihr von „Rockin’1000“ erzählt. Manner bewirbt sich daraufhin und wird genommen. Sie darf ein Teil des einzigartigen Musikprojekts sein, dass 2015 auf Initiative von Fabio Zaffagnini, dem heutigen General Manager, entstanden war. Auf sein Bestreben hin kamen damals 1000 Musiker im italienischen Cesena zusammen, um „Learn to fly“ von den Foo Fighters zu spielen. Der Wunsch: die Band für ein Konzert im Küstenstädtchen zu gewinnen. Das klappte. Die Macher entwickeln das Format daraufhin weiter – von einem Lied zu einem ganzen Konzert.

Zum ersten Mal findet in Deutschland das Spektakel statt, bei dem 1000 Musiker aus der ganzen Welt – ob Bassisten, Streicher, Bläser, Schlagzeuger oder Sänger –gemeinsam den 15 000 Zuhörern auf den Tribünen-Rängen Rock-Klassiker von Nirvana, Oasis, Deep Purple, AC/DC oder The Who entgegen schmettern. Und gleichzeitig Geschichte schreiben. Auf einer Urkunde ist der Weltrekord als größte live spielende Rockband besiegelt. Manner ist Teil dieser Geschichte.

Großer Gemeinschaftsgeist bei „Rockin‘1000“

Die ausgebildete Sängerin und Schauspielerin reist wie alle auf eigene Kosten an. „Es gibt keine Gage.“ Dafür „das Erlebnis meines Lebens“, sagt Manner, die bereits mit Johannes Heesters und Johnny Guitar Watson arbeitete sowie als Chor-Darstellerin bei Michael Jacksons History-Tour zweimal mit dem „King of Pop“ auf der Bühne des Münchner Olympia-Stadions stand.

Drei Tage probt Manner in Frankfurt, singt neun Stunden durchgehend. Anstrengung pur. „Mein Inneres ist beseelt“, sagt sie und lacht, „körperlich bin ich ein Wrack.“ Trotz der hilfreichen Tipps von ihrem Coach Augusta Trebeschi. Im einen Ohr trägt sie einen Knopf für Instruktionen, im anderen Oropax, um sich selbst zu hören. Damit die 1000 Mitwirkenden alle im Rhythmus sind, alle das Gleiche tun, braucht’s Disziplin. Alleingänge – streng verboten. Gibt’s bei „Rockin’1000“ auch nicht, betont Manner. Es herrsche ein großer Gemeinschaftsgeist.

Einer, der perfekt zu einer anderen Veranstaltung passt, bei der die Blues-Rocksängerin und Varieté-Künstlerin eine Rolle spielt. Bei ZAMMA, dem Kulturfestival des Bezirks Oberbayern, trommelt sie am Samstag, 20. Juli, im Rahmen der Schlussveranstaltung am Kirchplatz in Partenkirchen einen großen Chor zusammen.

Jeder kann beim Chor mitmachen

Jeder kann sich dazugesellen – ob begabt oder nicht, mit oder ohne Behinderung, jung oder alt, Politiker oder Vereinsvertreter. „Es geht darum, Gesang mit Freude ,zamma‘ zu erleben“, sagt die Initiatorin. Selbst Gehörlose können mitmachen. Klingt grotesk, das weiß Manner. Aber berühren die Betroffenen den Rücken eines anderen Teilnehmers, spüren sie die Vibrationen. Einen Gebärdenübersetzer hat die Garmisch-Partenkirchnerin ebenfalls organisiert sowie Liedzettel in Blindenschrift.

Lesen Sie auch: ZAMMA startet - mit 50 Veranstaltungen an 30 Orten

Manner plant Karaoke- und A-cappella-Versionen. Auf eine Leinwand werden die Texte projiziert. Wenngleich die Lieder wohl jeder kennt. Imagine von John Lennon, Griechischer Wein von Udo Jürgens, alle drei Strophen der Bayernhymne und den Kanon „Bruder Jakob“ zum Beispiel. Sie selbst moderiert, singt aber natürlich auch mit.

Die Musikerin hofft auf 500 Menschen. In der Gruppe, meint Manner, „traut man sich eher, zu singen“. Wie bei „Rockin’1000“ bekommt niemand Geld, dafür aber ein Gefühl von Gemeinschaft – das unvergessliche ZAMMA-Erlebnis.

Der Chor singt am Samstag, 20. Juli, von 17.15 bis 18.30 Uhr am Kirchplatz an der Historischen Ludwigstraße im Ortsteil Partenkirchen.

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