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Verfügt wohl wieder über einen Millionen-Etat: Alexander Liebreich, der Künstlerische Leiter des Richard-Strauss-Festivals.

Bedeutung erkannt

Richard-Strauss-Festival: Freistaat gibt mehr Geld

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Der Freistaat hat offenbar die Bedeutung des Richard-Strauss-Festivals, das heuer sein 30-jähriges Bestehen feiert, erkannt. 2019 soll es mit 250 000 Euro gefördert werden. Das ist zehnmal so viel wie 2014. Der positive Bescheid löst beim Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer Hochstimmung aus.

Garmisch-Partenkirchen – Nicht gerade als Ausbund an Emotionen gilt Dr. Sigrid Meierhofer. Garmisch-Partenkirchens SPD-Bürgermeisterin hat ihre Gefühle meist im Griff, wirkt kontrolliert. Natürlich ist sie auch in der Lage, große Freude zu empfinden, wenn sie völlig überraschend positive Nachrichten erhält. Dann hüpft ihr Herz und im Überschwang platzt es aus ihr heraus. „Wahnsinn, großartig“, jubelt sie, als ihr das Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt gestern Mittag exklusiv mittelte, dass der Finanzausschuss des bayerischen Landtags mit den Stimmen der CSU und der Freien Wähler, die die Regierungskoalition bilden, das Richard-Strauss-Festival 2019 mit 250 000 Euro fördert. „Damit habe ich eine große Sorge weniger“, sagt Meierhofer.

Harald Kühn.

Über die freudige Botschaft hatte CSU-Mann Harald Kühn die Heimatzeitung kurz zuvor telefonisch informiert. „Im Zuge der Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2019/2020 wurde ein entsprechender Antrag von CSU und Freien Wählern angenommen“, sagt Kühn. Die Fraktion der Freien Wähler, die vom Oberammergauer Florian Streibl geführt wird, hatte einen Antrag über 150 000 Euro eingebracht, die Christsozialen einen über 100 000 Euro. „Das Richard-Strauss-Festival ist inzwischen nicht nur für das Kulturleben in Garmisch-Partenkirchen, sondern in ganz Bayern von sehr großer Bedeutung“, sagt Kühn, der in dieser Angelegenheit auch für seinen Kollegen Martin Bachhuber spricht, zu dessen Wahlkreis Garmisch-Partenkirchen gehört. Meierhofer weist darauf hin, dass Streibl von Anfang an hinter dem Festival gestanden ist. „Jetzt ist offenbar auch die CSU davon überzeugt, dass es wichtig ist.“

Dr. Sigrid Meierhofer.

Für die Neuausrichtung des Richard-Strauss-Festivals unter der künstlerischen Leitung von Alexander Liebreich hatte das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Jahr 2018 Mittel aus dem Kulturfonds Bayern in Höhe von 230 000 Euro zur Verfügung gestellt. 2014 waren es noch lediglich 25 000 Euro gewesen, 40 000 Euro im Jahr 2015 sowie 70 000 Euro in den Jahren 2016 und 2017. Das Ministerium weist Kühn zufolge „ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dieser Förderung letztmalig um eine weitere Anschubfinanzierung des Kulturfonds handelt“. Meierhofer hofft, dass mit der Zusage der erste Schritt zu einer eigenen Haushaltsstelle für das Festival im Bayern-Etat gemacht ist. „Ich bin jetzt einigermaßen zuversichtlich, was das angeht.“

Das Budget des Festivals, das heuer seit 30 Jahren besteht, beläuft sich, seit Liebreich die künstlerische Leitung übernommen hat, auf eine Million Euro. Ein Drittel schießt die Gemeinde zu, 250 000 Euro heuer der Freistaat, der Rest muss über Sponsoreneinnahmen aufgebracht werden. Was vergangenes Jahr nicht komplett gelang. Unterm Strich stand ein Minus im unteren fünfstelligen Euro-Bereich.

Auch deshalb, weil sich der Landkreis einer finanziellen Unterstützung komplett verweigert. Und dies offenbar auch nicht zu ändern plant. Der Kreisausschuss hatte in seiner Sitzung am 26. Februar einen 30 000-Euro-Antrag Garmisch-Partenkirchens abgelehnt. Und das, obwohl das Festival jetzt auch in Ettal, Murnau und Schloss Elmau zu hören sein wird. Dass einige Kommunalpolitiker der Landkreis-Gemeinden ihre Skepsis ablegen, dafür will Liebreich mit Inhalten Überzeugungsarbeit leisten. Das muss er indes auch bei einigen Gemeinderäten aus Garmisch-Partenkirchen tun. Andreas Graseggeer (Bayernpartei) und Walter Echter (CSB) hielten es im Kreisausschuss für angebracht, gegen die Zuschuss-Bitte ihres Heimatorts zu stimmen.

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