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Alligator Brutus hat für Aufregung gesorgt. 

Brutus landet bei echtem Krokodil-Fan

Gastronom fischt Alligator aus dem Sperrmüll - Facebook-Foto sorgt für große Aufregung

Er hat ein neues Zuhause gefunden: Alligator Brutus wohnt jetzt bei einer Familie in Garmisch-Partenkirchen. Gefahr geht von dem Tier aber nicht aus.

Garmisch-Partenkirchen – Das Telefon klingelt. Am Apparat: das Veterinäramt München. Kurz darauf läutet es wieder bei Dimitrij Techmer. Diesmal ist das Tierheim Garmisch-Partenkirchen in der Leitung. Beide melden sich wegen eines Facebook-Beitrags. Auf dem Foto ist Dimitrij Techmer mit seinem neuen Haustier zu sehen: einem Alligator, der täuschend lebendig wirkt. Der Garmisch-Partenkirchner klärt das Missverständnis schnell auf. Das Tier ist ausgestopft. „Da waren sie beruhigt“, sagt Techmer und lacht.

„Herzlich Willkommen in deinem neuen Zuhause, Brutus.“ Mit diesen Worten betitelte der Gastronom seinen Schnappschuss auf Facebook. Er hatte das Reptil durch Zufall aus dem Sperrmüll gefischt. „Ich musste es einfach an mich nehmen“, betont Techmer.

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Das Tier landete bei einem echten Krokodil-Fan. Im Thailand-Urlaub hatte Techmer bei einer Show die Tiere zum ersten Mal erlebt. „Keiner hat damit gerechnet, dass ich so mutig bin. Aber ich hab das Krokodil einfach am Schwanz gepackt.“ Seitdem faszinieren ihn die Tiere. Seinen Unterarm ziert ein Krokodil-Tattoo. Die Miniaturausgabe eines Urzeit-Räubers trägt er immer als Kette um seinen Hals.

Alligator ist keine Jagdtrophäe

Brutus hat seinen Platz im Wohnzimmer der Techmers gefunden. Der Rest der Familie fühlt sich nicht unwohl unter der Anwesenheit des 1,5 Meter langen Tieres. Ganz im Gegenteil. Seine Kinder sind stolz. Sie waren wohl auch nicht ganz unbeteiligt bei der Namenssuche für den neuen Mitbewohner. Benannt ist das Tier nach einem Krokodil aus der Filmwelt von Walt Disney. In der Serie „Die Mäusepolizei“ fungiert Brutus als Bösewicht.

Das Foto im Netz hat nicht nur beim Veterinäramt für Aufregung gesorgt. „Bist du deppert“, kommentierte ein Freund unter dem Foto. Bekannte schickten ihm Krokodilsteak-Rezepte zu – eine lustig gemeinte Hommage an den Restaurantbesitzer.

Entwarnung kann Techmer für alle Tierschützer geben. Der Alligator ist keine Jagdtrophäe. Der Vorbesitzer, ein Deutscher, der lange in Indonesien lebte, ließ das Tier ausstopfen, weil es bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Daraufhin zog Brutus ins Oberland. Ungefähr 35 Jahre später, hätte Brutus fast doch noch der endgültige Sperrmüll-Tod ereilt. Familie, Freunde und Bekannte sind sich einig: „Da hat der Alligator den richtigen Menschen getroffen.“


 SOPHIA DÜRR

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