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Für Gänsehaut sorgt das von Harald Helfrich auf Hebräisch gesungene Lied aus dem Film „Schindlers Liste“. 

„Nein, nie wieder!“

Gegen Antisemitismus und Gewalt: 130 Menschen setzen bei Mahnwache ein Zeichen

Der  Anschlag in Halle hat sie schockiert. Die Motive des Täters wollen sie nicht dulden. Deshalb nahmen 130 Menschen an der Mahnwache am Marienplatz teil. 

Garmisch-Partenkirchen – Weiße und rote Rosen sowie Steine legten Bürger und Gäste am jüdischen Denkmal auf dem Marienplatz am Samstagvormittag nieder und setzten damit ein Zeichen gegen Antisemitismus, gegen Gewalt und Hass.

Dem spontanen parteiübergreifenden Aufruf von Kommunalpolitikern der Gemeinde und der Vorsitzenden des neugegründeten Vereins „Nie wieder! Gemeinsam gegen Rechts“, Dorothée Sührig, waren rund 130 Menschen aller Altersgruppen gefolgt. Der aktuelle Anlass: Der Rechtsextremist Stephan B. tötete am Mittwoch beim Versuch, eine Synagoge in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) zu stürmen, zwei Menschen und verletzte weitere.

„Nie wieder“, sagte Sührig entschieden. Historiker Alois Schwarzmüller erinnerte an die jüdischen Opfer des Naziregimes aus Garmisch-Partenkirchen, deren Namen auf der Stele verewigt sind. Nie hätte er gedacht, dass Judenhass noch einmal derart aufflammen würde. „Das Judentum gehört zu Deutschland“, erklärte Rudolf Schildbach. Der Senior, der als jüdischer Mitbürger seit nunmehr 37 Jahren in der Marktgemeinde lebt und wegen seiner Gehbehinderung auf einem Stuhl Platz genommen hatte, fand bewegende Worte. „Die Schüsse von Halle haben uns alle getroffen“, äußerte einer der Teilnehmer. Es sei an der Zeit zum Aufstehen.

Für Gänsehaut sorgte abschließend das von Harald Helfrich (SPD) auf Hebräisch gesungene Lied aus dem Film „Schindlers Liste“. „Wehren wir uns gegen Antisemitismus“, forderte auch Elisabeth Koch (CSU). Sie freute sich, dass so viele Menschen an der Mahnwache teilgenommen haben.

Das Gedenken dauerte lediglich 15 Minuten. 15 Minuten für ein gemeinsames „Nein, nie wieder!“

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Margot Schäfer

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