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Über ihre Zukunft wird diskutiert: die Bahnhofstraße in Garmisch-Partenkirchen. 

Der nächste Anlauf

Heute zählt‘s: Gemeinderat stimmt über Zukunft der Bahnhofstraße ab - Bürgermeisterin ist vorbereitet

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Fahrradgerechter Umbau der Bahnhofstraße– ja oder nein? Das ist die Frage, die die Garmisch-Partenkirchner Gemeinderäte heute in einer Sondersitzung beantworten müssen. 

Garmisch-Partenkirchen – Gut vernetzt ist Andreas Grasegger in Partenkirchen. Was sich als Geschäftsmann und aktives Mitglied der Musikkapelle von selbst versteht. Der Chef der Bayernpartei im Landkreis und in Garmisch-Partenkirchen zählt zu den leutseligen Menschen. Er ist einer, der dem Volk bei Besuchen von Vereinsversammlungen, am Stammtisch und nach dem Kirchgang aufs Maul schaut. Die Stimmungen, die er in zahlreichen Gesprächen registriert und aufgenommen hat – eindeutig. „Alle, mit denen ich geredet habe, halten nichts vom Umbau der Bahnhofstraße. Jeder hat nur den Kopf geschüttelt“, sagt Grasegger. Und auch seine persönliche Meinung hat sich „nicht geändert. Für mich ist das ein Wahnsinn. Deshalb bleibe ich bei meiner ablehnenden Haltung“. Die wird er in der Gemeinderatsitzung am Mittwoch (19 Uhr, im Großen Sitzungssaal des Rathauses), die Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) extra zu diesem Thema anberaumt hat, demonstrieren und erneut dagegen stimmen. Gleiches gilt Grasegger zufolge auch für Hubert Filser. „Die Fraktion und die Partei haben sich darauf verständigt.“

Grasegger war einer der Wortführer, die in der Gemeinderatssitzung am 10. April das Projekt gestoppt hatten. Der Fraktionschef der Bayernpartei hatte einen Antrag zur Geschäftsordnung gestellt und gefordert, den Punkt zu vertagen. Erst sollten Stellungnahmen von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei eingeholt, danach ein Entschluss getroffen werden. Grasegger erhielt für seinen Vorschlag eine knappe 15:13-Mehrheit. Die setzte sich aus CSU, Freien Wählern, Bayernpartei, FDP-Mann Martin Schröter und Christoph Elschenbroich (parteifrei) zusammen.

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Gemeinderäte haben sich im Bauhof erkundigt

Jetzt unternimmt Meierhofer den nächsten Anlauf, dieses Vorhaben, das ihr eine Herzensangelegenheit ist, durch den Gemeinderat zu bringen. Ob es ihr diesmal gelingt? „Ich gebe keine Prognosen ab“, sagt sie. Allerdings hat sie erfahren, dass sich etliche Gemeinderäte im Bauamt noch einmal schlaugemacht haben. Vor einem Monat hatte Meierhofer ein Wissensdefizit bei einigen Kommunalpolitikern festgestellt.

Sie hat alles getan, um die Vorgaben der Kritiker zu erfüllen. Die Rathauschefin lud die beiden Feuerwehrkommandanten Peter Gröbl (Garmisch) und Klaus Straub (Partenkirchen) ein, Klement Reindl vom BRK, die Abteilungsleiter des Rathauses, die mit der Bahnhofstraße befasst sind, Gutachter Kurt Seeler (PBU Kempten), Astrid Eggensberger, die das ISEK-Konzept verantwortet, und Oliver Unseld von der GaPa-Tourismus GmbH. Und sie hat eine Simulation, bei den Experten der Essener Firma PVT erstellen lassen, um zu zeigen, wie die Bahnhofstraße nach dem Umbau ausschauen und der Verkehr fließen kann.

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Fehlen wird ein hochrangiger Vertreter der Polizei. „Dort hat man abgesagt“, sagt Meierhofer. Als Grund nannte man ihr Fortbildungen. Unseld, der zurzeit die Geschäfte bei GaPa-Tourismus führt, hat sie mit Bedacht ausgewählt. Ihrer Meinung nach hat der fahrradgerechte Umbau der Bahnhofstraße auch eine touristische Relevanz. „Der Gast will Fahrradfahren – mit einem sicheren Gefühl.“ Dass sich das einstellen wird – genau daran zweifelt Grasegger. „Das wird eine Katastrophe. Wieso wartet man nicht, bis die Tunnel fertig sind?“

Die Zeit läuft 

Meierhofer sitzt in der Zwickmühle. Ihr läuft die Zeit davon. Die Bahnhofstraße ist ein Teil des Radschnellwegs, der von Garmisch-Partenkirchen über Farchant, Oberau, Eschenlohe und Ohlstadt bis nach Murnau führen soll. Die Kosten für den Garmisch-Partenkirchner Teil des Projekts, in dem die Bahnhofstraße als Lückenschluss geführt wird, belaufen sich auf fast 800 000 Euro. Das Bundesumweltministerium beteiligt sich mit 70 Prozent, der Landkreis mit 15 Prozent an der Summe. Auf den Markt kommen rund 120 000 Euro zu. Fällt der Umbau erneut im Gemeinderat durch, steht Meierhofer zufolge das gesamte Vorhaben auf der Kippe. Das möchte sie vermeiden. „Ich will gegenüber unseren Partnern vertragstreu bleiben. Pacta sunt servanda. Verträge müssen eingehalten werden, wie CSU-Fraktionschefin Frau Koch so gerne sagt.“

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Aus diesem Grund sieht ihr Drehbuch für die heutige Gemeinderatssitzung auch einen Auftritt von Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer vor, gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Tourismusbeirats der ZugspitzRegion GmbH. Sie erwartet sich wohl, dass Scheuerer die Gemeinderäte an die Verpflichtung erinnert, die Garmisch-Partenkirchen mit der Kooperationsvereinbarung „Radschnellweg Loisachtal“ eingegangen ist. „Unterschrieben hat die übrigens mein Stellvertreter Wolfgang Bauer von der CSU.“

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