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Dieser Hinweis hängt am Olympia-Eissportzentrum. 

Bis 15. August kein Betrieb

FDP prangert Eisstadion-Schließung in Garmisch-Partenkirchen an

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Das schmeckt den Werdenfelser Liberalen gar nicht: Die Gemeindewerke haben das Olympia-Eissportzentrum bis 15. August geschlossen.

Garmisch-Partenkirchen – Das Olympia-Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen geriet in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen. Meistens ging es um Schließungen. Das Ende der Curlinghalle beispielsweise, die nun anderen Sportvereinen als Sportstätte dient. Die Stammtisch-Eishockeyspieler befürchteten weitergehende Einschränkungen in der Nutzungszeit der beiden Hallen, warfen den Gemeindewerken einen rigiden Sparkurs vor. Nun ist die gesamte Anlage wieder zu – bis 15. August. So steht es auf einem Hinweis am Eingang auf der Westseite. „Aufgrund der aktuellen Situation, verursacht durch den Corona-Virus“ – so lautet kurz und knapp die Begründung.

Schreiben an Bürgermeisterin

Der Thematik hat sich nun die Orts-FDP angenommen. Die Werdenfelser Liberalen verfassten ein Schreiben, das sie ans Landratsamt, an Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) und den Direktor der Gemeindewerke, Wodan Lichtmeß, adressierten. Darin fordern sie zumindest Aufklärung, warum das Eissportzentrum bis Mitte August geschlossen bleibt. Der Rücklauf lässt zu wünschen übrig. Lediglich die Kreisbehörde reagierte. Jan Knopp, Leiter der Abteilung für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, erwiderte, „dass das Landratsamt keine Einzelverfügung für das Olympia-Eissportzentrum erlassen hat“.

Federführend kümmert sich Elias Fischbacher um die Angelegenheit. Was liegt näher? Der 20-Jährige, der bei der Kommunalwahl antrat, ist Eishockey-Torwart beim SC Riessersee. „Er kennt sich da sehr gut aus“, sagt FDP-Chef Martin Schröter. Fischbacher bedauert den Weg der Gemeindewerke sehr. „Den vielen Eissportlern fehlt es an Trainingsmöglichkeiten“, betont er und hält eine generelle Schließung für unsinnig: „Das muss nicht sein.“ Die Nachwuchs-Teams des SCR wie auch die Profis haben ihren Kraftraum in der Anlage, zudem könnte die Sporthalle fürs Trockentraining genutzt werden – gerade, wenn das Wetter nicht mitspielt. „Für diese Einrichtungen gibt es einen klaren Verhaltenskodex des Deutschen Eishockeybundes. Das funktioniert in anderen Stadien sehr gut.“ Zudem dürfen ab heutigen Montag wieder größere Gruppen gemeinsam unter Beachtung der Hygieneregeln trainieren.

„Stiefkind“ Eishockey

Dass aktuell kein Eishockeybetrieb möglich ist, prangert der Jung-Politiker nicht an. Kontaktsport sei schließlich von Regierungsseite noch verboten. Im Sommer stand der Komplex bisher nur Inlinehockey-Spielern oder dem Rollschuhsport zur Verfügung. Fischbacher stört vielmehr das fixe Datum 15. August – noch zwei Monate. Im Normalfall wird die große Olympiahalle zum zweiten Juli-Wochenende hin wieder beeist, und den Eissportlern zur Verfügung gestellt. „Die U20 des SCR wollte heuer sofort aufs Eis“, betont er. Hobbyteams gehörten stets zu den ersten Gästen im Stadion. Eishockeyschulen kamen hinzu. „Und es sind auch die Eiskunstläufer betroffen“, betont Fischbacher. Die wiederum keinen Kontaktsport ausüben. Unterm Strich: Die FDP stellt sich in diesem Fall hinter alle Eissportler. Sie stört das unflexible Verhalten der Gemeindewerke, „für die das Eisstadion ja grundsätzlich ein Stiefkind ist“, merkt Schröter noch an.

Trockentraining

Zumindest in Sachen Trockentraining dürfen sich die Dauernutzer Hoffnungen machen. „Hinsichtlich des Kraftraumes, zumal nur der SCR der Nutzer/Mieter wäre, habe ich grundsätzlich keine Einwände“, sagt Wodan Lichtmeß auf Tagblatt-Anfrage. Er macht aber auch klar: „Das Thema wurde intern noch nicht an mich herangetragen.“ Die Betroffenen sollten einfach die Stadionchefin Marianne Bauer kontaktieren.

Zur allgemeinen Schließung habe sich die Werkeführung sehr wohl Gedanken gemacht. „Bei den Bädern wussten wir, dass irgendwann von oben etwas kommt. Beim Eisstadion haben wir ins Unwissende hinein planen müssen“, betont Lichtmeß. Faktoren wie Urlaubs- und Überstundenabbau sowie die Kurzarbeit bei den Gemeindewerken spielten eine Rolle. Dazu kam die Frage, wann coronabedingt überhaupt wieder ein Eishockeybetrieb möglich sein würde. Lichtmeß habe aus internen Kreisen erfahren, dass Training wohl erst ab Mitte August wieder zulässig sei. „So haben wir uns festgelegt und danach geplant.“ Letztlich wurde die Entscheidung auch mit dem Verwaltungsrat so kommuniziert.

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