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Die Baugrube für die Turnhalle ist ausgehoben. Ganz rechts sieht man einen Teil der bereits gestrichenen Fassade.

Viel Geld, aber auch Herz steckt in de

Ein leuchtendes Schulprojekt: Generalsanierung von St. Irmengard kommt gut voran

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Noch ein Jahr bleibt. Dann sollen die Schüler der St.-Irmengard-Schulen in ihren neuen Klassenzimmern sitzen. Mittlerweile lässt sich bereits erahnen, wie diese aussehen werden.

Garmisch-Partenkirchen– Im Altbau von 1930 klebte auf 3000 Quadratmetern noch der alte Putz an den Wänden, hinter dem Mauerwerk warteten noch bauliche Überraschungen, daneben wuchs gerade der Neubau in die Höhe, und über die Turnhalle dachte noch gar niemand nach. „Es ist unglaublich, was alles passiert ist“, sagt Dr. Sandra Krump. Sie steht auf der Baustelle der St.-Irmengard-Schulen – und staunt. Der alte Putz ist weg, zum Teil neuer aufgetragen, moderne Haustechnik ist eingebaut, der Neubau steht, die Arbeiten an der Turnhalle haben begonnen. Im Oktober 2018 hatte Krump von der Erzdiözese München und Freising zum bislang letzten Mal auf der Großbaustelle in Garmisch-Partenkirchen vorbeigeschaut. Als Leiterin des Ressorts Bildung ist sie quasi Bauherrin. Bei ihrem jüngsten Besuch wurde deutlich: Dieses Projekt ist für sie nicht eines von vielen. Allein wegen der Größe.

24 Schulen betreut Krump, viele werden saniert, renoviert, um- oder neugebaut. Aber noch nie in diesem Umfang. 52,51 Millionen Euro investiert die Diözese in die St.- Irmengard-Schulen, weitere 8,23 für das Ausweichquartier an der Bahnhofstraße.

Die Investitionssumme ist nicht das Einzige, was das Vorhaben für Krump besonders macht. Es ist das Gesamtpaket. Wie sie von den künftigen Kunstsälen schwärmt, in denen sie am liebsten selbst unterrichten würde. Wie sie die künftige „ganz tolle“ Bibliothek beschreibt mit Blick auf die Berge. Oder wie sie sich die fertige Schule ausmalt, als sie auf eine der bereits gestrichenen Fassaden blickt: „Das wird leuchten am Eingang von Partenkirchen.“

Otmar Würl fasst in Worte, was in Krumps Aussagen steckt. „Sie hat ein großes Herz für ihre Schulen.“ Das gilt auch für den Direktor des Gymnasiums. „Hier entsteht ein Ort, an dem sich die Schüler wohlfühlen werden“, betont Würl. „Ein Traum.“ Er spricht für seine Kollegen Wolfgang Mühldorfer von der Real- und Bernhard Eiser von der Fachoberschule.

In einem Jahr, nach den Sommerferien 2020, sollen die rund 1000 Schüler wieder in dem Komplex an der Hauptstraße unterrichtet werden. Den ursprünglichen Termin Faschingsferien 2020 gaben die Verantwortlichen auf, nachdem sich im Winter Arbeiten verzögert hatten. Aktuell gibt es nichts, was Projektleiter Jochen Weber Bauchschmerzen bereitet. Sommer 2020 – „das schaffen wir“. Auch wenn es bis dahin noch viel zu tun gibt.

Alt und Neu

Wolfgang Mühldorfer hat im Altmühltal ein Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert saniert. Für historische Gebäude, die Geschichte der Architektur hat der Leiter der Realschule ein Faible. Er findet es wichtig, jungen Generationen den Blick dafür zu öffnen – auch wegen einer Botschaft, die über die Architektur hinausgeht. „Es gibt nicht nur altes Glump“, Historisches habe einen hohen Wert. Genau das vermittelt der sanierte Altbau den Schülern jeden Tag. Denn dort „fließen das Alte und Moderne liebevoll ineinander“, sagt Mühldorfer. Die Tradition zu erhalten, war sowohl Bauherrin Krump als auch Architekt Franz Balda aus Fürstenfeldbruck ein Anliegen. Die Marmorsäulen in den Gängen sind gut eingepackt, damit sie nichts beschädigt. Die Treppengeländer aus dem Jahr 1929, als die Schulen gebaut wurden, bleiben erhalten, ebenso die Decke und Details wie das abgeschrägte Mauerwerk zu den Türstöcken hin. Würde man darauf verzichten, sagt Krump, gingen Charme und Wurzeln verloren. „Man muss die Tradition am Gebäude spüren.“

Klassenzimmer

Man könnte sagen: Es ist nur eine Tür, vor der Architekt Balda da steht – was fachlich korrekt, aber zu kurz gedacht wäre. Denn tatsächlich hat diese Tür Symbolcharakter. Sie zeigt, wie viel Wert die Verantwortlichen auf Qualität und Wohlfühlatmosphäre legen. Jedes Klassenzimmer bekommt eine Naturholztür, die „harmonisch zum Putz passt“, sagt Balda, zudem den hellen, freundlichen Eindruck der Flure unterstützt. Auch die Schulmöbel werden aus demselben Massivholz gebaut, in den Klassenzimmern wird Eichenboden verlegt – statt Linoleum wie früher. Hier werden die Schüler gerne lernen, davon ist Würl überzeugt.

Die Aula

Stolz sind die Verantwortlichen auf den „Kunstgriff“ Aula. Sie liegt ein Stockwerk tiefer, doch man merkt es quasi nicht. Auf ihrem Dach entsteht der Pausenhof.

Dr. Sandra Krump kann sie schon sehen. Die Feste, Aufführungen und Zeugnisverleihungen in der neuen Aula. Bei ihrem letzten Besuch gab essie noch gar nicht. Jetzt, zehn Monate später, sind die wesentlichen Arbeiten fertig. Als „Kunstgriff“ bezeichnet Architekt Balda Bau und Gestaltung. Denn das Dach wird begrünt und als Pausenhof genutzt, die Aula liegt tiefer. „Wir wollten auf keinen Fall eine dunkle Aula im Keller“, sagt Krump. Daher wurde der Bereich abgesenkt, an beiden Seiten und über die gesamte Länge werden große Fenster eingebaut. Sie kommen in zwei Wochen.

Turnhalle

Die Baugrube für die Zweieinhalbfach-Turnhalle im Norden ist ausgehoben. Mit ihrem Bau legen die Arbeiter nun los. Auch sie soll bis zum Umzug fertig werden.

Neubau

Ein wichtiges Ziel haben die Verantwortlichen mit Blick auf den Einzugstermin: das Dach auf dem Neubau. Bis Winteranfang muss es drauf. Dann kümmern sich die Arbeiter um den Innenausbau – unabhängig vom Wetter. Das klappt, sagt Projektleiter Weber, man liegt im Zeitplan. Der historische Teil umfasst gut 4600 Quadratmeter Nutzfläche, der Neubau, der im Süden anstelle eines Komplexes aus den 1970er Jahren entsteht, knapp 3500. Damit gewinnen die Schulen etwa 2000 Quadratmeter.

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