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Neubau oder Sanierung des Kongresshauses? Das wird in Bürgerentscheiden geklärt.

Stimmung pro Neubau

IHK-Gremium macht Führung durchs Kongresshaus - und war teilweise entsetzt

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Die Diskussion, was mit dem maroden Kongresshaus von Garmisch-Partenkirchen passieren soll, steuert auf den Höhepunkt zu. Am 26. Mai wird in zwei Bürgerentscheiden über  Neubau oder Sanierung entschieden. Jetzt machte sich das  IHK-Gremium ein Bild vom Zustand des Gebäudes.

Garmisch-Partenkirchen – Diese Führung hat Iris Schönach schon häufiger gemacht. „So an die 20 Mal“, sagt die Leiterin von GaPa-Convention, in deren Händen die Vermarktung des Kongresshauses liegt. Ebenso oft hat Dr. Sigrid Meierhofer interessierte Bürger, darunter Gegner und Befürworter von Abriss und Neubau, durch das Gebäude am Richard-Strauss-Platz geführt. Am Mittwoch taten’s die Rathaus-Chefin und Schönach gemeinsam. Sie zeigten den Mitgliedern des IHK-Regionalausschusses das Kongresshaus, wie es nur die kennen, die dort arbeiten, Kongresse ausrichten oder auftreten. Es gibt Schmuddelecken, die dem Renommee abträglich sind, Stellen, an denen Wasser eindringt, Technik, die nicht mehr oder nicht richtig funktioniert, Künstlergarderoben, die den Charme der späten 1960er Jahre verströmen. „Die Bausubstanz scheint mir allerdings ganz in Ordnung zu sein“, sagte das IHK-Mitglied Adalbert Lutz aus Grainau beim Rundgang.

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Diese Meinung sollte sich allerdings ändern, nachdem er alle Fakten gehört hatte. Die Stimmung im IHK-Regionalausschuss fasste Vorsitzender Peter Lingg nach fast zwei Stunden geballter Informationen und zahlreicher Nachfragen der Frauen und Männer seines Gremiums zusammen: „Die beste Lösung wäre für uns Abriss und Neubau.“ Allerdings wies Meierhofer daraufhin, dass ihr derzeit die Hände gebunden sind. „Wir müssen erst die Bürgerentscheide abwarten.

Betriebskostendefizit von 1,2 Millionen Euro jährlich

Die Probleme mit dem Brandschutz, die ein externer Gutachter aufgedeckt hat, dulden allerdings keinen Aufschub. Sie sind aktuell und müssen sofort behoben werden, um das Kongressgeschäft zumindest bis 2021, solange kann gebucht werden, weiter betreiben zu können. „Für die Sofortmaßnahmen haben wir 500 000 Euro in den Haushalt eingestellt“, teilte Meierhofer mit. Mit diesem Geld soll nach ihren Worten eine mobile Sprinkleranlage angeschafft und Fluchtwege geschaffen werden. Darunter eine Treppe, die über die Front des Kongresshauses auf den Richard-Strauss-Platz führt. „Optisch sicher nicht schön, aber unumgänglich“, teilte die SPD-Bürgermeisterin mit. Mit diesen Maßnahmen will sie verhindern, dass das Gebäude teilweise geschlossen werden muss. Das gilt es zu verhindern. „Wir müssen Geld verdienen“, sagt Schönach.

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Dass es damit nicht weit her ist, stellte Meierhofer klar. Sie verwies auf ein Betriebskostendefizit pro Jahr von rund 1,2 Millionen Euro. „Durch einen Neubau wollen wir das auf die Hälfte reduzieren.“ Meierhofer rechnet optimistisch, sollten sich auch die Bürger für Abriss und Neubau aussprechen, mit einer Bauzeit von zwei Jahren. Die Kosten bezifferte sie auf rund 35 Millionen Euro.

In dieser Zeit würde das Kongressgeschäft zum Erliegen kommen. Und jene Kunden, die seit Jahren nach Garmisch-Partenkirchen kommen, sähen sich gezwungen, auf andere Standorte auszuweichen. Derzeit versuchen Schönach und ihre Mitarbeiter, den Veranstaltern eine Rückkehr schmackhaft zu machen, sie nach Erlangen, Nürnberg oder Würzburg zu lotsen – mit diesen Städten besteht eine Kooperation. Mit wenig Erfolg, wie sie einräumt: „Das zeigt nicht die Resonanz, die ich mir erhofft habe.“ Dass Garmisch-Partenkirchen auch in Zukunft eine gute Adresse für Kongresse sein wird, davon ist Meierhofer überzeugt. „Wir verfügen derzeit über das größte Haus im bayerischen Alpenraum und das wollen wir auch nach dem Neubau bleiben.“

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