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Loch zu: Die Arbeiten an der Tiefgarage am Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen schreiten voran. Mittlerweile ist die Decke drauf.

Wieviele Parkplätze soll es wo und für wen geben?

Innenhof des Landratsamtes: Das ist dort geplant

  • Manuela Schauer
    VonManuela Schauer
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Drei Varianten standen zur Wahl. Am Ende einer regen Debatte hat sich der Kreisausschuss für die fahrradfreundliche Version entschieden.

Garmisch-Partenkirchen – Die Decke ist drauf, drunter wird nun ausgeschalt. Bei der Tiefgarage am Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen geht’s vorwärts. Auch die Besucher tangieren die Arbeiten an der der Kreisbehörde. Wer zum Haupteingang gelangen möchte, gelangt dort über einen geteerten und überdachten Weg hin, der über die Decke führt. Weil im unteren Teil „der Durchstich ans Hauptgebäude gemacht wird“, erklärt Kreisbaumeister Alkmar Zenger. Das anders zu regeln, sei zwar prinzipiell schon möglich gewesen, aber nicht gewünscht. „Wir wollten nicht den Personaleingang öffnen.“

So sieht die aktuelle Situation aus. Wie der Innenhof des Landratsamts, also die Fläche auf der Tiefgarage, einmal gestaltet werden soll, damit setzte sich nun erneut der Kreisausschuss auseinander. Inklusive einer intensiven Diskussion.

Bereits Mitte 2017 hatte sich der Kreistag mit dem Thema befasst. Damals einigte man sich darauf, den Innenhof möglichst bürger- und mitarbeiterfreundlich zu gestalten. Eine Planung wurde erarbeitet. Diese beinhaltete eine Grünfläche im westlichen Teil und provisorische Stellplätze im östlichen. Mittlerweile fanden eine Personalversammlung und mehrere Gespräche mit dem Personalrat statt. Es ging drum, die Wünsche der Mitarbeiter miteinzubinden. Im Mai dieses Jahres regte der Kreisausschuss nochmals an, die Pläne zu ändern und zusätzliche Fahrradstellplätze zu inkludieren. Zwei Varianten präsentierte Zenger jetzt dem Gremium.

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Nummer eins sieht die Grünfläche mit vier Weißdorn-Gewächsen direkt am Gebäude B vor. Linker Hand wären fünf Parkplätze Ministern oder anderen besonderen Gästen des Landrats vorbehalten. Direkt von der Olympiastraße könnten neun Besucherparkplätze entstehen, hofeinwärts weitere 15 für Mitarbeiter und zwei für Motorräder. Zusätzliche Bügel für Räder fehlen in diesem Entwurf. Es würde bei den bereits bestehenden vor dem Hauptgebäude bleiben. Bei Variante zwei dagegen wären hinter den sieben Stellflächen für Besucher-Pkw 17 Bügel für je zwei Bikes angedacht. Die Angestellten hätten wie die Gäste Parkplätze für ihre Autos. „Acht gehen verloren“, rechnete Zenger vor.

Der Personalrat bevorzugt viel Raum für Pkw. Laut Vorsitzendem Klaus Solleder würde niemand sein E-Bike so weit vorne an der Straße positionieren. Aus Angst, dass es beschädigt wird. Radständer könnte man ihm zufolge auch in einem hinteren Bereich des Landratsamtes kostengünstig ansiedeln. Walter Echter (CSB) vertrat eine andere Meinung. „Sie sehen das aus Sicht des Mitarbeiters“, wandte er sich an Solleder. Aber das Landratsamt sei ein Dienstleister für Bürger, und Garmisch-Partenkirchen eine fahrradfreundliche Kommune. Er richtete einen Appell an die Kreisbehörde. Wenn in ein paar Jahren die Tiefgarage am Bahnhof existiert, dann sollen dort Mitarbeiterparkplätze reserviert werden.

Eine Lösung ohne einen Bereich für Räder kommt für Tessy Lödermann nicht in Frage. „Nur Beton und Parkplätze wären fürchterlich für die Optik“, betonte die Grüne. Eine solche Variante könne sie – die einzige ihrer Partei, die für den Bau einer Tiefgarage gestimmt hatte – nicht mittragen. „Radfahrer sind keine Schmuddelkinder“, sagte sie überspitzt, „die ins Eck verräumt werden.“ Ähnlich beurteilte Rolf Beuting (ÖDP) das Ganze. Er outete sich als Befürworter der zweiten Variante. Eng werde es dem Murnauer Bürgermeister zufolge immer, „wenn die Garmischer Kollegen mit dem Auto kommen“.

Mitten in der Diskussion brachte Markus Hörmann (CSU) eine dritte Möglichkeit ins Spiel, die sich an der ersten Option anlehnt. Der Unterschied: In dem Streifen für die Blühflächen – vorgesehen hinter den dann acht bis zehn Mitarbeiterparkplätzen – zum Teil überdachte Radständer zu installieren. Auf diesen könnten auch Pflanzen wachsen und gedeihen. Eine Idee, mit der Seehausens Gemeindechef auf Zuspruch stieß. „Ich finde, diese Variante wäre auch umsetzbar“, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler).

Das Gremium hatte die Qual der Wahl. Am Ende entschied es sich mit acht Stimmen für die Variante zwei, hinter Hörmanns Vorschlag standen vier Ausschuss-Mitglieder, hinter Modell eins niemand. Die Kosten für die Realisierung des Siegerentwurfs belaufen sich auf rund 465 000 Euro. Es war das kostspieligere Votum. Laut Zenger muss man für die Radständer mit rund 40 000 Euro rechnen.

Das Geld für das Vorhaben ist bereits im Haushalt inbegriffen. Im Frühjahr 2020 soll der Startschuss für die Gestaltung des Innenhofs fallen. Ausgeschrieben wird aber noch heuer, sagt der Kreisbaumeister. Man erhofft sich davon, mehrere Angebote von Firmen zu bekommen. Ein vorausschauendes Vorgehen, um im Idealfall einen billigeren Preis zu erzielen.

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