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K&L kommt, Vögele geht

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Von: Peter Reinbold

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Der neue Kopf von K&L: Jens Bächle eröffnet in Garmisch-Partenkirchen eine Filiale des Textilriesen. © Archiv

Mit Bekleidungsfirmen – ob alteingesessen oder Filialist – ist Garmisch-Partenkirchen reich gesegnet. Jetzt betritt ein neuer Spieler die Bühne. Die Weilheimer Firma K&L, die zu den großen der Branche zählt, kommt. Ein anderer, Charles Vögele, geht.

Garmisch-Partenkirchen – Es ist ein fliegender Wechsel. Der eine Textilfilialist zieht aus, der nächste ein. K&L, das bis vor einem dreiviertel Jahr noch als K&L-Ruppert firmierte, betreibt in Süddeutschland 56 Filialen. Nummer 57 entsteht in Garmisch-Partenkirchen. Das K&L-Logo prangt bald an dem Gebäude an der Bahnhofstraße 41. Wo jahrelang das Schweizer Bekleidungshaus Charles Vögele ansässig war, eröffnet am 17. Mai K&L. Was hat den Ausschlag gegeben, dass der Textileinzelhändler, der zu den Großen in Deutschland zählt, nach Garmisch-Partenkirchen kommt? „Aufgrund unseres Produktangebots und unserer Verbundenheit zur Region war es höchste Zeit, auch in Garmisch-Partenkirchen vertreten zu sein“, sagt Jens Bächle (43) Geschäftsführender Gesellschafter, der K&L zum 1. September 2017 die Firma von Karl Ruppert übernommen hatte. Das Familienunternehmen, 1962 in Weilheim gegründet, war jahrzehntelang auf Expansionskurs, bis sich in der jüngeren Vergangenheit das Blatt wendete. Mittlerweile stecken die Weilheimer in den roten Zahlen. Auch deshalb fand Karl Ruppert keinen Nachfolger in der Familie. Er verkaufte das Unternehmen an seinen Finanzvorstand Bächle.

Der geht ganz offen mit der offenbar schwierigen wirtschaftlichen Situation um. „Ja wir sind derzeit noch nicht profitabel. Im letzten halben Jahr haben wir aber viele Dinge geändert. Wir gehen für 2019 wieder von einem positiven Ergebnis aus. Unter anderem haben wir unser Flächenkonzept verändert, so dass wir nunmehr mit Garmisch-Partenkirchen auch kleinere Filialflächen mit einem standortspezifischen Angebot bespielen.“ Darunter versteht Bächle Damen- und Herrenkollektionen aus der „Sport- und Trachtenwelt“.

Garmisch-Partenkirchen ist Teil des neuen Fahrplans von K&L. Man will raus aus den Großstädten. Zum Beispiel hat man Filialen in Augsburg und Würzburg dichtgemacht, weil diese nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden konnten. „Wir setzen verstärkt auf kleinere bis mittelgroße Städte und wollen in Zukunft stärker durch neue Filialen in Fachmarkt-Centern wachsen sowie dem Kunden in der Nähe ein gutes Angebot aus Eigen- und Partnermarken bieten“, gewährt Bächle Einblick in seine Strategie.

Garmisch-Partenkirchen passt damit perfekt ins „Beuteschema“. An der Bahnhofstraße will er auf ungefähr 560 Quadratmetern vor allem Damenmode anbieten. „Generell sprechen wir mit unserer Markenvielfalt die gesamte Familie an. Dabei konzentrieren wir uns auf das mittlere Preissegment.“

K&L ist bei den Bewohnern des Landkreises angesagt. Ein Indiz: Viele sind Bächle zufolge im Besitz einer Kundenkarte seiner Firma. Für sie wird es in Zukunft leichter, ihre Lieblingskleidung einzukaufen. „Sie müssen jetzt nicht mehr nach Weilheim fahren oder online bestellen“, sagt Bächle. Dafür schafft er Arbeitsplätze. „Fünf bis sechs“ werden es sein. K&L zeichne sich durch Beratung und freundliches Personal aus, und das müsse auch so bleiben. „Die Kunden sollen sich bei uns wohlfühlen.“ Derzeit arbeiten für K&L deutschlandweit rund 1200 Beschäftigte. Und es könnten mehr werden. Bächle schließt nicht aus, wieder zu expandieren, „wenn die wirtschaftlichen Parameter stimmen“.

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