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Streitbares Quartett: (v.l.) Thomas Goetze, Heidemarie Trickl, Hiltrud und Reiner Schmid-Egger.

Aktion vor dem Bürgerentscheid

Kampf ums Kongresshaus: Bürgerinitiative verteilt Broschüren 

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Der Tag des Bürgerentscheids für das Kongresshaus rückt näher. Derzeit tobt ein Kampf um die Meinungshoheit. In dem haben die Unterstützer der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt und Teilneubau aussprechen, mobil gemacht. 

Garmisch-Partenkirchen – Mit Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden kennt sie sich aus. Heidemarie Trickl hat sich als unbequeme Streiterin für die Krankenhausschule und gegen ein Fünf-Sterne-Hotel einen Namen gemacht und dem damaligen CSB-Bürgermeister Thomas Schmid 2008 und 2009 kräftig in die Suppe gespuckt, als der die Grundstücke zwischen_Garten-, Höllental-, Klamm- und St.-Martin-Straße an einen Investor verscherbeln wollte. Nach Jahren, in denen es still um Trickl und ihre Wählergemeinschaft „Bürgerstimme“ geworden war, ist sie nun wieder da. Aufgetaucht aus der Versenkung.

Sie mischt sich ein und sie setzt sich ein. Für den Erhalt des Kongresshauses und für die Initiatoren des Bürgerentscheids um Jörg Setzpfand, Klaus Hilleprandt und Dr. Christoph Elschenbroich, denen sie jedmögliche Hilfe angedeihen lässt. Zu ihrer Unterstützergruppe zählen Thomas Goetze sowie Hiltrud und Reiner Schmid-Egger. Der kämpfte schon 2009 an Trickls Seite, Goetze gilt nach eigenem Bekunden als Initiator der Bürgerbefragung 2013, in der es darum ging, welchen Standort für das Kongresshaus die Bürger bevorzugen. Sie alle eint in der Gegenwart ein Ziel: Sie wollen verhindern, dass es zu einem Abriss und einen Neubau des Kongresshauses kommt, den das Ratsbegehren des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderats für den Urnengang am Sonntag, 26. Mai, vorschlägt.

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Keine Kosten und Mühen gespart

Damit dies gelingt, scheuen sie weder Kosten noch Mühen. Eine vierseitige Broschüre mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren hat Trickl drucken lassen, die fleißige Helfer, Trickl zufolge rund 50, seit Sonntag in die Briefkästen der Garmisch-Partenkirchner Bürger stecken. „Bis Ende der Woche soll alles verteilt sein“, sagt sie. Selbst die Ortsteile Wamberg und Griesen sowie die Maximilianshöhe wurden nicht ausgespart. Die Druckkosten gingen auf das Konto von Trickl und ihrem Verein „Gap-Fakten“, den sie wiederbelebt hat. „Es war noch etwas Geld übrig“, sagt sie.

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Analog und digital versuchen Trickl und Co., der Gemeinde die Stirn zu bieten. Sie meinen, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und der Gemeinderat haben über ihre Bürgerzeitung, die alle vier Wochen in einem lokalen Anzeigenblatt erscheint, ganz andere Möglichkeiten, ihre Sicht der Dinge der Bevölkerung nahe zu bringen als sie. Und Trickl wundert sich ein bisschen über die Argumentation Meierhofer, die nicht müde wird zu betonen, dass die Entscheidung im Gemeinderat pro Kongresshaus-Neubau mit einer überwältigenden Mehrheit bei nur einer Gegenstimme gefallen war. Eine solche Konstellation habe es zu Zeiten von Thomas Schmid auch häufiger gegeben, betont Trickl. „Da kam die Gegenstimme allerdings meist von Frau Dr. Meierhofer“, erinnert Trickl an die Oppositionszeiten der jetzigen Rathaus-Chefin.

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Der Inhalt der „Rettet-unser-Kongresshaus“-Broschüre und die Fakten, die Trickl im Internet verbreitet, sind identisch. Die Vorteile einer Sanierung, die die Bürgerinitiative ins Feld führt, sind ebenso ausgetauscht wie die Nachteile, die das Garmisch-Partenkirchner Rathaus nennt. „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass das Kongresshaus ein grundsolides Gebäude ist“, sagt Goetze. Dieses Fazit zieht er aus einem Treffen mit dem Kongresshaus-Architekten Josef Zimprich und einer telefonischen Nachfrage beim Berliner Architekturbüro Henchion und Reuter, das den 2016 prämierten Plan für Sanierung und Teilneubau erstellt hatte. „Die Mühe, dort vorstellig zu werden, hat sich meines Wissens nach kein Gemeinderat gemacht“, wandert sich Goetze. „Ich frage mich, warum nicht?“

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