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Einer Hügellandschaft gleicht derzeit die ehemalige Rasenfläche im Olympia-Skistadion.

Es gibt eine neue Prognose

Ein böses Erwachen? Kosten für Sanierung des Skistadions steigen

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Die Prognose hat sich geändert. Die ursprünglich anvisierten knapp neun Millionen Euro für die Sanierung des Skistadions werden nicht reichen. 

Garmisch-Partenkirchen – Die Sprungschanze, seit Jahren das dominierende Bauwerk im Olympiaskistadion, ist ein warnendes Beispiel. Das Leuchtturm-Projekt, das sich zu einer Sehenswürdigkeit von Garmisch-Partenkirchen entwickelt hat, sollte zu Beginn der Planung 9,97 Millionen Euro kosten. Eine Zahl, die, wie sich später herausstellen sollte, auf völlig unrealistischen Kalkulationen beruhte. Explosionsartig vermehrt hatte sich die Bausumme, bis das gute und schöne Ding fertiggestellt war. Unterm Strich standen schließlich 17,3 Millionen Euro. Es war ein böses Erwachen und eine Steigerung um 74,14 Prozent. Um so viel teurer werden die Sanierung des Skistadions und die Verwandlung in eine Erlebniswelt wohl nicht kommen. Allerdings sind auch die Zahlen von 8,67 Millionen Euro, die im Förderantrag genannt werden, längst Makulatur. Im Bauamt sind Markus Gehrle-Neff zufolge Rechnungen für 9,2 Millionen Euro aufgelaufen. Und das scheint noch nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. „Die Prognose der Planer beläuft sich auf rund 20 Prozent Kostensteigerung, also etwa 11 Millionen Euro“, erklärte der stellvertretende Marktbaumeister im Gemeinderat. „Das geht alles zulasten der Gemeindekasse“, schimpft FDP-Mann Martin Schröter.

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Unterschwellige Unterstellung an die Bürgermeisterin

Im Stadion werden Drainagen verlegt.

Anlass der Diskussion waren 300 000 Euro, die für die Sanierung der Räume in der Ostkurve ausgegeben werden sollen, um das touristische Konzept umsetzen zu können. Dabei unterstellten einige Kommunalpolitiker Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) unterschwellig – ohne einen Beweis vorzulegen –, sie lasse Rechnungen nur bis unter 40 000 Euro ausstellen. Über diese Summe kann sie alleine entscheiden und ist nicht auf die Zustimmung der Ausschüsse oder des Gemeinderats angewiesen. Behauptungen, die wohl unter Wahlkampfgetöse laufen. Meierhofer wies diese Unterstellungen entrüstet zurück und erhielt Rückendeckung von Gehrle-Neff, der ein derartiges Vorgehen negierte. „Wir machen das nicht in dieser Form.“

Mehr zum Thema: Olympia-Skistadion: Zwei Millionen Euro für die Sanierung

Für die Gemeinderatssitzung am Dienstag (9.Juli) stehen weitere Mehrausgaben für das Skistadion auf der Tagesordnung. Einmal etwas mehr als 84 000 Euro für vier Außentreppen und für Stahlträger, die für den Einbau eines Aufzugs benötigt werden, sowie weitere rund 110 000 Euro – unter anderem für Geländearbeiten.

Trotz der Vorhaben im Ostkurventrakt, dort unterhält der SC Partenkirchen während des Neujahrsskispringens sein Büro, sieht Gehrle-Neff die Sport-Großveranstaltung nicht gefährdet. „Wir sind im Zeitplan.“

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