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In Grainau an den Loisachbrücken gehen die Arbeiten voran. 

Vorbereitungen im Erkundungsstollen

Kramertunnel: Das letzte Wort hat Berlin

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Schritt für Schritt geht es am und im Kramertunnel voran. Brücken werden gebaut, Löcher gebohrt. Ab Anfang August könnten die Tunnelbauer anrücken. Mit ihnen kommt die Großbaustelle.

Garmisch-Partenkirchen – Die Ausschreibung ist durch, das Team wartet auf Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium. Dort wird entschieden, ob die Tunnelbaufirma mit dem günstigsten Angebot auch die beste ist. Das Staatliche Bauamt Weilheim hätte sich dafür entschieden.

Das letzte Wort aber hat Berlin. Erst mit dem Okay aus der Hauptstadt vergibt die Behörde den Auftrag – Ende Juli, hofft Werner Hüntelmann, der stellvertretende Abteilungsleiter für Straßenbau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dann rücken die wichtigsten Männer für das Großprojekt Kramertunnel an und richten ihre Baustelle ein. Das dauert. Ein paar Monate. Erst um Anfang Dezember beginnt der eigentliche Tunnelbau. Das heißt nicht, dass bis dahin Stillstand herrscht rund um die künftige Umfahrung des Ortsteils Garmisch.

In Grainau könnten Arbeiten schneller beendet sein als geplant

An den Loisachbrücken in Grainau, über die der Verkehr ab 2024 laufen soll, geht es unvermindert gut voran. Im April hatte das Straßenbauamt verkündet, die Firma werde wohl schneller fertig als gedacht. Ursprünglich veranschlagt war 2021. Nun steht 2020 als Termin. „Die Firma arbeitet gut und schnell“, sagt Hüntelmannn. Die Schneeschmelze und die massiven Regenfälle im Mai – Hochwasser galt als einer der Unsicherheitsfaktoren – brachten den Zeitplan nicht durcheinander.

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Auch in Burgrain kümmern sich die Projektverantwortlichen um eine Brücke über die Loisach. Eine gibt es bereits, eine zweite wird, direkt daneben, bald gebaut. Darauf fahren in Zukunft die Autos in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Über die alte Brücke rollen die Fahrzeuge Richtung München. Ende Juli sollen dort die Arbeiten beginnen, hofft Hüntelmann. Dafür geben Firmen gerade Angebote ab, die Ausschreibung läuft.

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Knapp 1,5 Millionen Euro für den Naturschutz

Im Erkundungsstollen laufen die Vorbereitungen für die Tunnelbauer. Es wird gebohrt, danach werden acht Rohre – sechs gibt es bereits – in den Felsen getrieben, die man bis zum Start der Arbeiten wieder verschließt. Über sie wird im Tunnel das Grundwasser abgelassen. Es war einer der Hauptgründe für den jahrelangen Stillstand am Kramertunnel.

2013 waren die Arbeiter 348 Meter vor dem Durchbruch auf eine lockere Geröll- und Sandschicht gestoßen, Wasser trat ein. Baustopp. Planer präsentierten drei neue Möglichkeiten. Für die günstigste und umstrittenste entschieden sich die Verantwortlichen. Am 28. Juli 2017 genehmigte die Regierung den Weiterbau des Tunnels mit jener Variante, die besonders Naturschützer massiv kritisiert hatten. Vorübergehend wird dabei das Grundwasser um etwa 50 Meter abgesenkt. Ohne Gegenmaßnahmen würden dadurch die einzigartigen Hangquellmoore verschwinden. Drei Quellen sind während der Arbeiten in der Vergangenheit bereits ausgetrocknet. Um weitere – irreparable – Schäden möglichst zu vermeiden, wurden 2840 Meter Rohre verlegt, Wasser aus dem Lahnewiesgraben speist künftig die Hangquellmoore. 1,46 Millionen Euro investiert hier das Bauamt nach eigener Aussage in den Naturschutz. Ein erster Probebetrieb der Bewässerung lief erfolgreich, sagt Hüntelmann. „Das System steht bereit.“ Man müsse es nur einschalten.

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