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20 Scheinwerfer, 4 Spiegel und eine Vielzahl an weiteren technischen Raffinessen verzaubert die Zuschauer in der Pfarrkirche St. Martin.

Traumhafte Stimmung

Kulturnacht wird zum einzigartigen Erlebnis

Obwohl das Wetter nicht mitspielte, war die Kulturnacht im Ortsteil Garmisch ein einzigartiges Erlebnis. An insgesamt neun verschiedenen Orten luden Künstler zum Staunen, Lachen und Nachdenken ein.

Garmisch-Partenkirchen – Kurz vor 18 Uhr auf der Charmonixstraße im Ortsteil Garmisch. Es ist schon dunkel, es regnet, und der nasskalte Wind scheint sich durch jede kleinste Naht der Jacke seinen Weg zu bahnen. Das Wetter verleitete am Samstag eher dazu, den Abend daheim im gemütlichen Wohnzimmer vor dem wärmenden Kachelofen zu verbringen. Wer sich trotzdem auf den Weg gemacht hatte, erlebte eine einzigartige Nacht: die Kulturnacht Garmisch-Partenkirchen.

Zum zweiten Mal fand das Ereignis statt. An insgesamt neun verschiedenen Orten luden Künstler zum Staunen, Lachen und Nachdenken ein. Von szenischem Theater, Licht- und Fotoinstallationen bis hin zu Schauwerkstätten und Konzerten war für jeden Kulturliebhaber etwas dabei. Zu jeder vollen Stunde begannen die Veranstaltungen und umfassten eine Länge von bis zu 40 Minuten. Es blieb also noch genug Zeit, um zwischen 18 bis 23 Uhr gemütlich von einem Schauplatz zum nächsten zu gehen.

Da diesmal die gesamte Kulturnacht nur in Garmisch stattfand, waren die Fußwege dazwischen kurz, und die Regenjacke schnell wieder trocken. Manchmal befand sich das nächste Programm sogar in Sichtweite. So trugen etwa Poeten im Café „Der Laden“ ihre selbstverfassten Texte vor, gleich gegenüber folgte das Publikum gebannt einer ganz besonderen Lesung. Zum ersten Mal führte die Theatergruppe „Creme Frech“ um Regisseurin Maggy Schäfer ihr neues Konzept vor: eine inszenierte Lesung nach „kulinarischen Geschichten“ von Andreas M. Bräu. Daraus wurden zwei Geschichten vorgelesen und schauspielerisch umgesetzt. Beide Male spielten dabei kulinarische Köstlichkeiten eine besondere Rolle, wie zum Beispiel die Dampfnudeln beim ersten Stück, die sich erst durch das Erscheinen des Strauss’schen Geistes verwandeln wollten und zur Freude der Zuschauer anschließend vernascht werden durften. Einer der komödiantischen Höhepunkte war auch der Boandlkramer in der zweiten Geschichte, der vor lauter Kirchweihnudel-Essen vergisst, Kathi in den bayerischen Himmel mitzunehmen. Eine gelungene Premiere, wie auch Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD) bemerkte: „Ich fand es herrlich!“

Bilder von der Kulturnacht in Garmisch

Nach solch einem Sport für die Lachmuskeln lud eine Lichtinstallation in der Pfarrkirche St. Martin zu ruhigen Momenten ein. Jede halbe Stunde begann dort eine Lichtshow der besonderen Art. Für zwölf Minuten wurden die Zuschauer in eine andere Welt entführt, eine Welt voller Farben, kraftvoller Bewegungen und eindrucksvoller Musik mit der Stimme von Antonia Vogelmann, die in Verbindung mit der Akustik und Größe des Kirchenschiffes eine epische Atmosphäre erzeugte. Eine Woche lang programmierten und probten Benedikt Schmid und Vincent Ritter diese Show jeden Tag von 20 bis 2 oder 3 Uhr nachts in der Kirche. „Es musste ja dafür dunkel sein“, erklärt Vincents Bruder David, der die Show moderierte. Insgesamt 20 Scheinwerfer, 4 Spiegel und eine Vielzahl an weiteren technischen Raffinessen verzauberten schließlich die Zuschauer und ließen sie schwärmen. „Es war traumhaft, die Musik, die Stimmung. Es war einfach ein Erlebnis“, sagt Karla Teply (80).

Genau wie das Konzert Unplugged von Valentin Schmidbauer, die Tanzchoreographien im evangelischen Gemeindehaus und noch vieles mehr. Schon fast zu viel, für eine Nacht. Doch die nächste Kulturnacht kommt bestimmt, dann in Partenkirchen.

Lisa Kirsten

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