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Kennen die Schwachstellen: Lenzheim-Leiterin Rahel Schön und Mark Haas von der Pflegedienstleitung.

Weiter im Wandel

Lenzheim wird umgebaut und bekommt Bereich für Menschen mit massiver Demenz

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Die Planungen laufen: 2021 soll der Startschuss für den Umbau und die Renovierung im Lenzheim fallen. 

Garmisch-Partenkirchen – Irgendwie surreal. Für die Mitarbeiter, für die Bewohner. „Sie können es kaum glauben, dass es wirklich losgeht“, sagt Rahel Schön, Leiterin des Lenzheims in Garmisch-Partenkirchen. Seit Jahren geistert das Thema Umbau herum. Nichts passierte. Jetzt kommt tatsächlich Bewegung in die Sache. Die Planungen mit dem Architekten laufen bereits. 2021 soll das Projekt starten. Sogar ein Motto gibt es bereits: „Modern meets classic“.

Das Haus hat Tradition, entwickelte sich in den 1960/70er-Jahren vom Kinderkur- in ein Pflegeheim des Heilstättenvereins Lenzheim. Seit 2006 steht es unter der Trägerschaft der Rummelsberger Diakonie. Gut 120 Senioren werden an der Reintalstraße rund um die Uhr betreut. Prinzipiell verfügt die Immobilie über eine gute Substanz und ist optisch ansprechend, sagt die 25-Jährige, die Anfang des Jahres den Posten als Leiterin antrat. Der Haken: Die vier Gebäudeteile stammen jeweils aus einer anderen Zeit. „Nichts ist auf demselben Stand.“

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Abgeschlossener Gartenbereich

Der beschützende Bereich wird in einem Erweiterungsbau an der Gebäudeseite mit Wintergarten realisiert.

Einige Schritte stehen auf dem Programm. Dazu zählt ein Erweiterungsbau am Wintergarten. Der Bestand besteht aus drei Stockwerken mit Dachgeschoss, der Anbau soll nur zwei Etagen erhalten. Er wird als sogenannter beschützender Bereich dienen. Das heißt, es ziehen Patienten dort ein, die an massiver Demenz leiden. Eine Personengruppe, deren Zahl in der Region aufgrund des demografischen Wandels enorm ansteigt. Und für besondere Vorkehrungen zu treffen sind. Die Menschen „haben einen Bewegungsdrang“, sagt Schön. „Wir müssen sicherstellen, dass niemand abhaut.“ Deshalb wird es einen abgetrennten und abgeschlossenen Gartenbereich geben.

Aktuell bietet das Lenzheim nur die klassische Betreuung an. Stationäre Kurzzeitpflege versuchen Schön und ihr Team einzustreuen, wenn freie Plätze zur Verfügung stehen. Dabei geht es um Menschen, die nach einem Krankenhaus-Aufenthalt aufgebaut werden müssen oder sich in der Vor-Reha-Phase befinden. Künftig sollen zirka 20 solcher Plätze zur Verfügung stehen. In diesem Gebäudeteil sind auch Wohnungen mit eigenem Eingang für einen Teil der insgesamt rund 80 Mitarbeiter geplant. Bislang existieren davon 13. „Es kommen welche dazu“, sagt die Leiterin. Wie viele genau, weiß sie noch nicht. Ebenso wenig kann sie das Kostenvolumen des Projekts einschätzen.

Bäder zu klein

Räumlich ändert sich einiges. Allein der Vorschriften wegen. Aus Zweibett- werden Einbettzimmer. Auch die Nasszellen entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Die Ausstattung generell kommt auf den Prüfstand. Darüber hinaus ist ein freundlicheres Farbkonzept vorgesehen. Das „Fein-Tuning“ steht aber erst nach der Realisierung des Neubaus an. Wenn alle eingezogen sind.

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Schön legt vor allem Wert darauf, dass während der Bauzeit alle Pflegeplätze erhalten bleiben. Deshalb fällt diese entsprechend lang aus. „Wir hoffen, dass wir bis 2025 oder 2026 fertig sind.“

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